WLAN ist (nicht) für alle da
22.07.2008
WLAN heißt übersetzt so viel wie „drahtloses lokales Netzwerk“. Ein WLAN-Netz hat eine recht große Sendeleistung und Reichweite, daher ist es möglich, noch in einiger Entfernung vom Hotspot in das Netzwerk einzusteigen. Wie schmerzhaft es sein kann, wenn sich ein fremder User mit unlauteren Absichten in das eigene Netz einklinkt, musste ein Rentner unlängst erfahren.
Das Düsseldorfer Landgericht verurteilte den Mann wegen Musik-Piraterie. Offenbar hatten Unbekannte die WLAN-Verbindung des Rentners dazu missbraucht, Songs des Rappers Bushido aus dem Internet zu kopieren. Der Musiker reichte Klage ein und bekam Recht: Der Computerbesitzer sei haftbar, weil er sein Drahtlos-Netzwerk nicht mit einem Passwort geschützt habe, urteilten die Richter. Im Wiederholungsfall drohen dem Mann und zwei weiteren Beklagten bis zu 250.000 Euro Ordnungsgeld.
WLAN-Sicherheit: Vorsicht vor Hackern!
Das Urteil hat weitreichende Folgen: Fest steht, wer sich drahtlos im Internet bewegt, muss in Zukunft verstärkt auf die Sicherheit seines Netzwerkes achten. Der Nutzer trägt die volle Verantwortung für seinen Anschluss. Problematisch ist, dass der Computernutzer in der Regel nicht bemerkt, wenn ein Dritter unerlaubt über den Anschluss mitsurft. Wer einen Flatrate-Tarif hat, sieht es nicht einmal im Nachhinein an der Telefonrechnung. Daher rät Katrin Alberts vom Bundsamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), sich zu allererst um eine gute Absicherung seines WLAN-Netzwerkes zu kümmern. Das BSI hat einige Verhaltensregeln für den sicheren Umgang mit dem drahtlosen Funknetz zusammengefasst.
WLAN-Schutz: Tipps für den sicheren Umgang mit dem Netzwerk
Zuerst sollte der Nutzer unbedingt die vom Hersteller vorinstallierten Standardeinstellungen ändern – und zwar noch bevor er mit dem WLAN-Router zum ersten Mal ins Internet geht. „Baut man noch mit dem Standard-Benutzernamen und -Passwort eine Verbindung auf, kann sich leicht ein Fremder einhacken“, warnt Alberts vom BSI.
Im Anschluss sollte dann eine Verschlüsselung aktiviert werden. Der WPA-Standard verspricht einen hohen Schutz, aber auch der ältere WEP-Standard ist noch besser als eine unverschlüsselte Kommunikation. „Wenn man dann noch ein Anti-Virenprogramm und eine Firewall auf seinem Rechner installiert hat, ist eine gute Basis-Sicherheit erreicht“, sagt die Expertin.
Darüber hinaus ist es sinnvoll, den Senderadius der WLAN-Antenne auf eine möglichst geringe Reichweite herunterzudrehen. Sehr einfach und besonders effektiv ist außerdem, den WLAN-Router einfach auszuschalten, wenn er nicht gebraucht wird. „Denn dann kann kein noch so guter Hacker in das Netzwerk eindringen“, so Alberts.
Autor: FN
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