Im ICE surfen – das Angebot der Bahn
03.11.2009
Die Bahn bietet für vielbeschäftigte Reisende eine neue Dienstleistung: Wer während der Fahrt online gehen will mit Netbook, Notebook oder Smartphone, kann sich bei vier ICE-Zuglinien mit einem WLAN-fähigen Endgerät drahtlos ins Internet einloggen. „Mit diesem Angebot wird die Datenkommunikation und die Online-Erreichbarkeit von Bahnreisenden erheblich verbessert, denn sie haben mit dem leistungsstarken Internetzugang die Möglichkeit, E-Mails zu empfangen und zu versenden und sogar auf das Firmennetzwerk zuzugreifen“ so erklärt das Unternehmen.
Der Zugang ist freilich beschränkt und derzeit nutzbar nur auf den Routen Dortmund - Düsseldorf - Köln (auch über Hagen und Wuppertal), Köln - Frankfurt/M. Flughafen, Frankfurt/M. - Stuttgart – München und Frankfurt/M. - Hannover - Hamburg Hbf. Jeder ICE, der auf diesen vier Strecken verkehrt und mit dem HotSpot-Logo gekennzeichnet ist, verfügt über den Internet-Service. Derzeit sind rund 50 ICE-Züge mit der Breitband-Technik ausgestattet. Rund 20 weitere Züge sollen 2009 noch auf diesen Strecken folgen.
WLAN Hotspot im Zug: Zwei Tarifgruppen
Der Kunde kann wählen zwischen zwei Tarifgruppen: 60 Minuten für 8 Euro oder 30 Tage für 29 Euro. Die Zugangsdaten gibt es direkt im Hotspot-Portal, bezahlt wird mit der Kreditkarte.
Telekom-Kunden, die einen Tarif mit Zugang zu den WLAN-Hotspots der Telekom gewählt haben, können die dafür gültigen Zugangsdaten für die ICE nutzen. Das gilt für einige Festnetz-Tarife oder auch die Complete-Verträge für das Apple iPhone. Anderenfalls können T-Mobile-Kunden einen WLAN-Zugang für ihren derzeit laufenden Vertrag bestellen und mobiles Internet dann über die Handy-Rechnung abbuchen lassen.
Mobilfunk billiger aber langsamer
In Internetforen wird das neue Mobilangebot diskutiert, als Alternative wird dort der Zugang über Mobilfunknetze empfohlen. Denn der ist, wie jeder Kunde weiß, deutlich billiger als das Bahnangebot, UMTS Flatrates jeder Art und jeden Zuschnitts gibt es schließlich in Hülle und Fülle.
Doch das Surfen per Mobilfunk im Zug hat, wie jeder der es einmal probierte weiß, einen großen Nachteil: Die Züge fahren nun mal große Strecken übers flache Land und dort kommt man nur ins Mobilfunknetz der zweiten Generation - wo dann nur die ziemlich langsamen Datenübertragungstechnologien GPRS und EDGE möglich sind. Im fahrenden Zug ist die Verbindung übers Mobilfunknetz also in aller Regel quälend langsam, da helfen auch kleine Kniffe wie das Surfen mit dem Browser Opera - der normalerweise einiges an höherer Geschwindigkeit im weltweiten Netz bringt - nicht wirklich weiter. .
Bahn-online-Angebot imTest
Die Redakteure des Magazins “teltarif.de” testeten das neue Angebot der Deutschen Bahn. Zwar kam es ab und an zu ein paar kurzzeitigen Unterbrechungen, die das Downloaden von Daten dann unmöglich machte.
Andererseits kam beim Surfen mitunter „DSL-Feeling auf, auch wenn der Datendurchsatz nicht konstant gut war. So konnten Internetradio-Programme selbst mit niedriger Übertragungsrate nicht durchgehend ohne Aussetzer gehört werden“ so heißt es. Aber im wesentlichen waren die teltarif-Tester zufrieden. Die Kunden bekämen „einen mit (niedriger) DSL-Bandbreite vergleichbaren Zugang. Dazu gibt es im ICE derzeit kaum Alternativen.“
Autor: ET
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