Die Surf-Sofort-Pakete und ihre Risiken
07.05.2010
In der Vergangenheit musste man manchmal wochenlang auf die Freischaltung des beantragten DSL-Anschlusses warten. Damit die Kunden ohne Verzögerungen im Internet surfen können werden neuerdings DSL-Surf-Stick-Pakete angeboten. Die Surf-Sofort-Pakete der DSL-Anbieter sollen den Verbrauchern die Möglichkeit geben die Wartezeit auf das DSL-Internet mit dem Surfen auf GPRS- oder UMTS-Basis über das Mobilfunk-Netz zu überbrücken.
Die Anbieter solcher DSL-Surf-Stick-Pakete versprechen dabei eine sofortige Netzanbindung mit vergleichsweise hohen Übertragungsraten. Doch nicht immer können Nutzer in der Übergangsphase auf Breitband-Speed hoffen. Zudem stellen für bestimmte Nutzer-Profile Prepaid-Surfsticks die bessere Überbrückungsvariante dar, da man mit diesen Internet-Sticks mobiles Internet ohne Vertragsbindung in Anspruch nehmen kann.
Datenübertragungsrate von großer Bedeutung
Das A und O einer vernünftigen Internetverbindung ist die tatsächliche Download-Geschwindigkeit – auch beim Mobilfunk-Internet. Generell ist die UMTS-Netzabdeckung bei den Anbietern jedoch nicht flächendeckend vorhanden. Jeder Interessierte sollte sich deshalb im Vorfeld genau darüber informieren, welche Bandbreite für den eigenen mobilen Zugang ins Netz überhaupt möglich ist. Denn die Übertragungsrate von 7,2 Megabit pro Sekunde via HSPA von T-Mobile und Vodafone beispielsweise, werden lediglich an wenigen Stellen erreicht. In der Regel bewegt sich die Surf-Geschwindigkeit bei maximal 3,6 MBit/s und bei E-Plus mit 384 kBit/s sogar noch einmal deutlich tiefer.
Eine Übertragungsrate von bis zu 384 Kilobit pro Sekunde (kBit/s) via UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) sollte allerdings Minimum sein, damit das mobile Surfen noch Spaß macht. Bei geringerer Bandbreite macht ein Surf-Sofort-Paket nur Sinn, wenn der Internetzugang tatsächlich so schnell wie möglich benötigt wird.
Wichtig ist auch die Auswahl des richtigen Surf-Sticks
Vor allem in ländlichen Gebieten werden diese beworbenen Maximalwerte der DSL-Anbieter nicht überall erreicht. Aber auch bauliche Hindernisse und Begebenheiten können Einfluss auf die Netzabdeckung haben. Um die Bandbreite individuell zu testen, hilft schon ein internetfähiges Handy. Mit so einem UMTS-Handy kann der Aufbau von Webseiten und damit die Geschwindigkeit getestet werden.
Aber auch die Hardware sollte sorgfältig und mit Bedacht ausgewählt werden. Denn der in den Paketen mitgelieferte Surf-Stick muss ebenfalls für eine ausreichende Übertragungsrate ausgerüstet sein. Der Minimalwert ist hier bei einer Bandbreite von bis zu 7,2 MBit/s anzusiedeln.
Im Ausland Roaming-Gebühren beachten
In aller Regel sind die Surf-Sofort-Pakete der DSL-Anbieter zu Beginn mit einer Daten-Flatrate ohne Zusatzkosten ausgestattet, dennoch gibt es Angebote, die versteckte Ausgaben oder Einschränkungen mit sich bringen. Zum Beispiel kann eine feste Grenze an frei verfügbarem Datenvolumen existieren. Meist wird dem Nutzer nach Überschreiten dieser Marke die Bandbreite für den restlichen Monat stark gedrosselt.
Gerade im Ausland sollte die Nutzung dieser UMTS-Flatrates allerdings vermieden werden, da die Roaming-Kosten für das mobile Surfen oft sehr hoch sind. Außerdem sind Dienste wie Internet-Telefonie und Instant Messaging bei fast allen Mobilfunkanbietern, außer O2, kostenpflichtige Zusatz-Optionen. Ferner gibt es neben den Standardtarifen ohne Grundgebühr auch kostenpflichtige Daten-Flatrates für eine breitere Nutzung. Diese sollten preislich allerdings im Vorfeld gut mit dem eigenen Surfverhalten und der Surfdauer abgeglichen werden.
Fazit: Kosten und technische Hindernisse im Vorfeld genau abwägen
Alternativ zu den Surf-Sofort-Paketen gibt es auch Prepaid-Surf-Sticks, die überschaubarer sind und bei denen der finanzielle Aufwand besser einzugrenzen ist. Zudem gibt es keine vertragliche Mindestlaufzeit. Ein Internet Stick ohne Vertrag wird zum Beispiel von Fonic, Congstar und Bildmobil angeboten.
Das sofortige Surfen über ein Mobilfunk-Netz ist ein verlockendes Angebot. Dennoch sollte vor der Auswahl eines Surf-Sofort-Pakets schon im Vorfeld genau abgewogen werden, wie hoch die maximale Bandbreite und wie leistungsfähig der Surf Stick tatsächlich ist. Auch die Folgekosten bei den "DSL-Mobiles-Internet-Angeboten" durch eine falsche Tarifwahl sind nicht zu unterschätzen.
Autor: KW
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