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Neue Windows-Smartphones: Was sie können, was nicht

16.08.2010

Im Oktober erscheinen in Europa die ersten Smartphones mit dem neuen Betriebssystem Windows Phone 7. Erwarten kann man Geräte mit einem 800x480-Pixel-Display, einem Speicher von acht Gigabyte und einer Fünf-Megapixel-Kamera. Bei Datenübertragung und Multitasking werden die hauseigenen Programme und Formate von Microsoft bevorzugt behandelt.

Im November folgt dann der Start in den USA. Mit dem Windows Phone 7 werden Mobiltelefone der Marken HTC, Sony Ericsson, Samsung, LG, Asus und Acer erscheinen.

Das müssen Smartphones für Windows Phone 7 können

Auf der Entwicklerkonferenz Mix in Las Vegas stellte Microsoft die derzeitige Betaversion von Windows Phone 7 vor. Anhand eines Vorseriengerätes von Samsung konnten die Besucher sehen, welche Features schon integriert sind und welche Microsoft weglässt.

So gab Microsoft die Hardwareanforderungen bekannt, die das Windows Phone 7 an mobile Datengeräte stellt. Zum Verkaufsstart wird das Betriebssystem nur eine Auflösung von 800x480 Pixeln beim Display unterstützen. Dieses muss kein OLED-Display (Organic Light Emitting Diode) sein – auch wenn die selbstleuchtende OLED-Technik längere Akkulaufzeiten verspricht.

Der Speicher des Smartphones muss mindestens acht Gigabyte groß sein. Davon wird das Betriebssystem Windows Phone 7 etwa ein Gigabyte beanspruchen. Die Speichergröße kann auch über Speicherkarten erreicht werden, allerdings müssen diese dann so verbaut werden, dass sie nur vom Hersteller wieder ausgetauscht werden können. Ebenso müssen die Smartphones über eine fünf-Megapixel-Kamera verfügen inklusive Fotolicht und eigenem Auslöseknopf.

Offenheit hat ihre Grenzen

Mittels des Musik- und Videoladens Zune, der zeitgleich mit Windows Phone 7 an den Start geht, können Nutzer Mediendaten direkt auf ihr Smartphone laden. Den Namen Zune trägt auch das Synchronisationsprogramm, das im Lieferumfang enthalten sein wird. Damit können Daten zwischen PC und Handy ausgetauscht werden. Der integrierte Browser ist eine Weiterentwicklung des Zune-Browsers, derzeit unterstützt er aber weder HTML5 noch Flash oder Silverlight.

Office-Dokumente können über die USB-Schnittstelle, Mail oder den Office-Datendienst Sharepoint geladen werden. Andere Dienste wie zum Beispiel Google Docs werden zumindest vorerst nicht unterstützt. Etwas offener gestaltet sich die Mailverwaltung. Dank der Protokolle IMAP und Exchange können auch Kontakte, die man etwa über Google verwaltet, geladen werden.

„Liefern ist auch eine Anwendung“

Einige Einschränkungen macht Microsoft allerdings, denn heiß ersehnte Features wie etwa Multitasking bleiben erst einmal außen vor. Mittels Multitasking wäre es möglich, mehrere Anwendungen im Hintergrund ablaufen zu lassen, ohne sie zu beenden oder einzufrieren. Dies wird aber nur Microsoft-Anwendungen gestattet. Alle anderen Programme werden angehalten, wenn sie in den Hintergrund rücken. Gerade bei Instant-Messaging-Apps – Programmen zum Online-Chatten - oder Musik-Streaming – das Abhören von Stücken, ohne diese aufs Gerät zu laden - ist dies sehr störend.

Ein  Hoffnungsschimmer bleibt: Microsoft stellt immerhin in Aussicht, Multitasking und andere zum Start nicht verfügbare Features vielleicht nachzuliefern. Einer der Gründe für das Fehlen so mancher Funktion wie zum Beispiel das Herunterkopieren von Webtexten in ein Dokument ist der Veröffentlichungstermin. Um den Start noch in diesem Jahr zu schaffen, wird die Entwicklung einiger Teile des Betriebssystems in den laufenden Betrieb verschoben. Microsofts Aussage hierzu lautet schlicht: „Liefern ist auch eine Anwendung“.    

Autor: JM

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