Browser und Datenübertragung im Test
11.06.2010
Eine der zentralen Aufgaben beziehungsweise ein Hauptgrund für die Attraktivität von Smartphones ist der schnelle Zugang zum mobilen Internet. In Zeiten von 3G-Konnektivität kann so ein Smartphone rein theoretisch auch mit einem stationären DSL-Anschluss mithalten.
Doch nicht jedes Internet-Handy erledigt diese Aufgabe gleich gut, selbst bei ähnlichen Spezifikationen. Die Technik-Website chip.de hatte es sich daher zum Ziel gesetzt, sieben Smartphones im großen Testnetz von Nash Technolgies auf Herz und Nieren zu prüfen.
Geeignetes Testfeld in Nürnerg
Um geeignete Bedingungen zur Verfügung zu haben, fuhren die Tester nach Nürnberg zu Nash Technologies. Das Unternehmen betreibt ein 25 Quadratkilometer großes Live-Netzwerk, um eine Netzumgebung simulieren, die Parameter aber selbst definieren zu können. So konnte Chip die zu testenden Handys, nämlich das Nokia N97, N900, Samsungs I8910 HD, Apples iPhone 3GS, dem Palm Pre, dem HTC Hero und dem Motorola Milestone, bei hoher Vergleichbarkeit verschiedensten Situationen aussetzen.
Besonders im Fokus standen zwei Dinge: Zum einen das Webbrowsing, zum anderen die Performance bei der Datenübertragung. Für beide Aspekte erschufen die Tester verschiedene Situationen wie etwa ein Netz mit mehreren Teilnehmern, die Randlage in einer Funkzelle oder auch unterschiedliche Komplexitäten der darzustellenden Websites.
iPhone als bestes Surf-Handy
Ein wenig überraschend war die Tatsache, dass das iPhone 3GS trotz langsamer Datenraten im Praxistest – nur 3,3 Mbit/s statt der maximal möglichen 7,2 Mbit/s – in Sachen Browsing die Nase dennoch vorne hatte. In sieben von neun Einsatzszenarien ließ Apples Smartphone die Konkurrenz hinter sich. Der gut zu bedienende Safari-Browser gleicht also die mangelnde Geschwindigkeit der UMTS-Verbindung aus und gewährleistet dem iPhone hier den ersten Platz.
Dem iPhone folgen recht knapp das Nokia N900 sowie das Motorola Milestone. Die beiden Handys mit Nokias Betriebssystem Symbian, das Nokia N97 und Samsungs I8910, landen auf den letzten Plätzen. Das Samsung I8910 ist hierbei sogar deutlich hinter den anderen Smartphones, obwohl es bei der reinen Download-Geschwindigkeit noch vor dem iPhone 3GS liegt. Daran zeigt sich, dass schnelles und komfortables Surfen von mehr abhängt als von schnellen Datenraten, nämlich auch vom verwendeten Browser. Dieser war bei vielen der getesteten Handys der Hemmschuh.
Schnellstes Handy ist Nokia N900
Dass die meisten Handys theoretisch hohe Geschwindigkeiten erreichen, heißt nicht, dass diese Datenraten in der Praxis erreicht werden. Deshalb hatte der Chip-Test auch zum Ziel, die Übertragungsraten genauer zu überprüfen. Die maximalen Geschwindigkeiten erreichte kein Handy, doch war die Effizienz im Vergleich zu ihren jeweiligen Möglichkeiten sehr unterschiedlich.
Als Sieger ging hier das Nokia N900 hervor, das bei maximal möglichen zehn Mbit/s immerhin 5,7 Mbit/s schaffte. Aber vor allem im Uplink üerzeugte das N900. Theoretisch kann es 5,7 Mbit/s erreichen, doch die technischen Begebenheiten im Nash-Netz während des Tests ließen nur zwei Mbit/s zu. Das N900 kam immerhin auf 1,7 Mbit/s. Das iPhone konnte bei der reinen Datenübertragung nicht überzeugen. Nur 3,3 Mbit/s waren unter optimalen Bedingungen möglich, das sind nur 46 Prozent der maximalen 7,2 Mbit/s. Als besonders langsam und im Verbindungsaufbau auch unzuverlässig erwies sich das N97 von Nokia.
Autor: JM
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