Wo Prepaid draufsteht ist nicht immer Prepaid drin
30.12.2009
Erst bezahlen, dann mit dem Handy telefonieren: die so genannten Prepaid-Tarife erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Sie bieten in der Regel einige Vorteile: Der Kunde muss sich nicht vertraglich für eine bestimmte Zeitdauer an einen Mobilfunk Anbieter binden, sondern kann das jeweils günstigste Angebot nutzen. Er hat die volle Kontrolle über seine Kosten. Für ausländische Gäste, die in Deutschland ihre Freunde besuchen, empfiehlt sich ebenfalls ein Prepaid-Tarif – dadurch vermeidet man überteuerte Telefonate, die durch das sogenannte Roaming entstehen, also das Nutzen eines fremden Mobilfunknetzes, dass dann zuhause vom eigenen Mobilfunkbetreiber für (zu)viel Geld in Rechnung gestellt wird.
Doch nicht überall wo Prepaid drauf steht, ist das drin, was der Kunde unter dieser Bezeichnung erwartet, so stellten die Experten des Internetportals teltarif.de in einer Marktanalyse fest. Manchmal werden Bedingungen angeboten, die sich nicht sonderlich von denen eines Normalvertrages unterschieden.
Darauf muss man achten
Die Prüfer fanden bei manchen, die Prepaid auf ihr Produkt schreiben, erstaunliche Geschäftsbedingungen: Dazu gehören beispielsweise ein regelrechter Vertragsabschluss statt des einfachen Kaufs eines Prepaid-Starterpakets, das Recht des Mobilfunkanbieters, Auskünfte zur Zahlungsfähigkeit eines Kunden einzuholen oder eine Mindestlaufzeit des Vertrages – auch wenn dieser meist nur von kurzer Dauer ist.
Bei solchen Angeboten kann es auch vorkommen, dass Telefonate bei einem Guthabenstand von null Euro nicht unterbrochen werden – denn die Abrechung durch den Anbieter erfolgt in Wahrheit erst im Nachhinein. Und laut allgemeinen Geschäftsbedingungen muss man ein Minus auf dem Konto umgehend ausgleichen.
Die Kontrolle über die Kosten kann freilich auch der Nutzer eines echten Prepaid-Tarifs verlieren – wenn er die automatische Aufladung seines Handy-Guthabens per Lastschrift vom Bankkonto aktiviert. Dann kann ab einem bestimmten Betrag auf dem Handy-Guthaben automatisch nachgeladen werden.
Die falschen Prepaid-Tarife
Zu den falschen - das heißt nicht zu empfehlenden - Prepaid-Tarifen, die in Wirklichkeit nicht alle Vorteile des echten Vorauszahlungs-Verfahrens nutzen, zählen die Experten von teltarif.de die Prepaid-Tarife unter dem Namen Callmobile clever9, discoTEL Prepaid, maXXim, McSIM und simply easy.
Hier ist teilweise nicht einmal die kostenlose Kontenabfrage gewährleistet: Während discoTEL Prepaid, maXXim und McSIM immerhin eine kostenfreie Abfrage per Kurznachricht (SMS) ermöglichen, muss der Kunde bei Callmobile, clever9 und simply easy entweder über die Homepage seinen Kontenabstand fragen oder für die entsprechende SMS 20 Cent zahlen. Keine Empfehlung für die Geiz-ist-geil-Fraktion unter den Handy-Nutzern.
Bei allen Tarifen dieser Gruppe ist – mit Ausnahme von discoTEL Prepaid – die Angabe eines deutschen Bankkontos nötig.
Die richtigen Prepaid-Tarife
Wer einen echten, das heißt empfehlenswerten Prepaid-Tarif wählt, muss dagegen keine Bankverbindung angeben. Diese Vorauszahltarife bieten auch alle eine kostenfrei Rufnummer zur Abfrage des eigenen Kontenstandes, sie ist einheitlich *100#, dazu kommt noch eine zweite jeweils eigene Rufnummer des betreffenden Anbieters . Man kann diese echten Prepaid-Anbieter unterteilen in eine Gruppe, die auch von ausländischen Gästen ohne eigene Wohnadresse in Deutschland genutzt werden kann und in eine andere, die nur Menschen offen steht, die eine Wohnadresse in Deutschland haben.
Ausländische Gäste ohne eigene deutsche Wohnadresse (und natürlich auch Inhaber einer deutschen Wohnadresse) können unter den Tarifen congstar, E-Plus Prepaid, o2o Prepaid, T-Mobile Xtra Card und Vodafone CallYa 5/15 wählen.
Nur für Inhaber einer deutschen Wohnadresse sind die Tarife von Aldi Talk, Bildmobil, Blau, Fonic, ja!mobil, klarmobil, Penny Mobil, simyo, smobil und Tchibo Prepaid.
Autor: ET
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