Faire Flatrates mit Performance-Drosselung
25.08.2010
Die meisten Mobilfunkprovider bieten derzeit sogenannte UMTS-Fair-Flatrates an. Diese verfügen über ein bestimmtes Inklusiv-Volumen; dieses liegt je nach Anbieter zwischen einem und fünf Gigabyte – eine Grenze, welche die meisten Kunden in der Regel nicht erreichen. Überschreitet ein Vielsurfer das gesetzte Limit, wird die Surfgeschwindigkeit bis zum Monatsende spürbar gedrosselt.
Damit wenden sich die Netzbetreiber von früheren Geschäftsmodellen ab, sich zusätzlich versurftes Daten-Volumen bezahlen zu lassen. Solche Tarife gibt es zwar noch, doch sind sie mittlerweile in der Minderheit. Dies gilt ebenso für Angebote, die nach Verbrauch des Inklusiv-Volumens die Verbindung beenden und eine Neubuchung verlangen, also klassische Volumentarife.
Der Unterscheid zwischen Festnetz und Mobilfunk
Der Grund, warum es im mobilen Internet keine echten, unbegrenzten Flatrates gibt wie im Festnetz-DSL, ist einfach. Die Technik ist eine andere. Die Geschwindigkeit der Festnetzleitung ist unabhängig von der Anzahl der Anschlüsse etwa in einem Mietshaus. Beim Mobilfunk dagegen hängt sie von der Auslastung der Funkzelle ab. In einer Funkzelle teilen sich viele Kunden einen Zugang. Das heißt, je mehr Geräte gleichzeitig Daten übertragen, desto langsamer wird die Verbindung.
Aus diesem Grund versuchen Mobilfunkanbieter, ihre Kunden zum maßvollen Umgang mit den Datenmengen anzuhalten. Wer also große Mengen an Daten überträgt, wird irgendwann gebremst und belastet die anderen Surfer in der Funkzelle nicht dauerhaft mit seinem Datenhunger. Echte Flatrates ohne Begrenzung würden auf Dauer die Funkzellen überlasten, denn deren Kapazitäten sind begrenzt.
Berechenbare Kosten sind der Vorteil
Die erzwungene Geschwindigkeitsbegrenzung von theoretisch maximal 7,2 Megabit pro Sekunde – in der Praxis dürften es meist 2 Megabit pro Sekunde sein - auf 64 Kilobit pro Sekunde ist deutlich spürbar: Bei der theoretischen Höchstgeschwindigkeit dauert das Herunterladen des 66 Megabit großen Beatle-Albums „Abbey Road“ eine Minute und dreizehn Sekunden. In der praktischen Durchschnittsgeschwindigkeit von 2 Mbit/s braucht man dafür vier Minuten und 24 Sekunden. Mit 64 Kilobit pro Sekunde sind es zwei Stunden, 20 Minuten und 48 Sekunden bis die „Abbey-Road“ aus dem Netz heruntergeladen ist.
Nur noch mit solcher Geschwindigkeit zu surfen, macht natürlich weniger Spaß und ist bei aufwändigeren Seiten auch sehr langwierig. Doch die meisten Nutzer werden nur selten an die vorgegebene Grenze stoßen: Viele der Datenflatrates bieten zwischen einem und fünf Gigabyte Inklusiv-Volumen.
Aber auch sogenannte Heavy User können sich über einen wichtigen Aspekt der Notebook-Flatrates auf der Basis des Fair-Flat-Prinzips freuen. Die Kosten nämlich bleiben immer gleich und halten keine bösen Überraschungen bereit. Zwar ist nach Verbrauch des Volumens kein exzessiver Mediengenuss mehr möglich, doch immerhin kann noch eine Verbindung aufgebaut werden, ohne dass Zusatzkosten entstehen.
Autor: JM
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