Mit dem Notebook im Ausland surfen
Ratgeber: Mobiles Internet-Surfen im Urlaub
Wer in der Vergangenheit schon mal mit seinem Notebook das Internet im Ausland genutzt hat, der erlebte spätestens bei der Ankunft, wenn die Mobilfunk-Rechnung ins Haus flatterte, ein böses Erwachen.
Das Surfen im Ausland über das UMTS-Netz eines ausländischen Anbieters, der keinen speziellen Partner-Vertrag mit dem deutschen Mobilfunkunternehmen hat, kann nämlich richtig teuer werden.
EU-Kommissarin fordert drastische Senkungen der Datentarif-Preise
Nachdem der EU-Kommissarin Viviane Reding bereits im April 2008 das Agieren der europäischen Mobilfunker im Zusammenhang mit dem Thema Mobiles Internet im Ausland missfiel, mahnt die EU-Medienkommissarin wie aus einem aktuellen Bericht des Nachrichtenmagazins Focus hervorgeht die Mobilfunker erneut: "Ich erwarte von der Mobilfunkbranche, dass sie die Preise für das SMS- und Daten-Roaming deutlich senkt, damit die Urlauber diesen Sommer ihr Handy ohne Sorge vor überhöhten Rechnungen im EU-Ausland verwenden können."

Weiter führte Reding gegenüber dem Focus aus, dass die EU vor Sanktionen nicht zurückschrecken werde: "Die Herren wissen genau, was ich bei den Datenpreisen von ihnen erwarte, falls nicht, kommt eine neue Verordnung auf den Tisch.“ Ebenso deutete Reding an, dass sie in Zukunft beim Thema "Internetnutzung im Ausland" keine Tarifmodelle mehr dulden werde, die für die Kunden Gebührenfallen darstellen: "Natürlich sollen die Mobilfunkunternehmen Profite machen – aber diese dürfen nicht allein dadurch verfünffacht oder gar verzehnfacht werden, wenn der Mobilfunkkunde in Europa eine Grenze überschreitet."
Mobiles Internet im Ausland: Günstig surfen, aber wie?
Wer seinen Laptop auch im Ausland benutzen und sei es im Urlaub oder auf einer Geschäftsreise ins Internet gehen möchte, sollte sich unbedingt vor der Abreise über günstige Surfmöglichkeiten informieren. Neben der sporadischen Nutzung von WLAN-Hotspots kann durchaus auch UMTS für das Surfen im Ausland empfohlen werden.
Allerdings sollte man niemals einfach drauflos surfen und sich ins UMTS-Netz eines ausländischen Anbieters einwählen, sondern sich am Besten bereits vor Reiseantritt über günstige Datentarife für das Ausland oder über die voreingestellten Datentarif-Optionen für das Ausland des eigenen Anbieters informieren.
Internet im Ausland wird billiger: Reisende profitieren von Preissenkungen
Bleibt festzuhalten, dass im Laufe des Jahres bereits einige Anbieter auf Redings Vorstoß beim Thema Mobiles Internet im Ausland reagiert und die Datentarif-Preise für die Nutzung des Internets im Ausland gesenkt haben.
Als erster Anbieter änderte E-Plus die eigene Internet-im-Ausland-Strategie und gab im April 2008 bekannt, dass die Datentarif-Preise für die Internetnutzung im drastsich gesenkt werden. Das Surfvergnügen im EU-Ausland kostet E-Plus-Kunden in ausgewählten Netzen 50 Cent pro Megabyte.
Auch bei T-Mobile ist das Internet im Ausland deutlich günstiger als in den zurückliegenden Jahren. Vertragskunden die mit dem voreingestellten Tarif "Option Weltweit" surfen, zahlen für das versurfte Megabyte 1,95 Euro. Der Tarif gilt in Ländern der EU sowie in Kroatien und der französischen Karibik.
Auch o2-Vertragskunden profitieren von niedrigen Datentarif-Preisen für das Surfen im Ausland. Wer einen o2-Laufzeitvertrag besitzt, zahlt für die Internetnutzung im Ausland für 10 Kilobyte an übertragenen Daten 7 Cent. o2 wartet bei seinem Datentarif-Angebot für das Ausland mit einer Besonderheit auf: Wer im Rahmen seiner Internetsession mehr als 2 Megabyte an Daten versurft, erhält automatisch für 15 Euro Pro Tag ein Datenvolumen von 50 Megabyte zur Verfügung gestellt. Mit dieser Maßnahme will o2 einer Kostenexplosion vorbeugen, da die 50 Megabyte normalerweise 350,- Euro kosten würden.
Vodafone reagierte ebenfalls auf Redings Drohungen und wendet sich mit einem neuen Datentarif-Konzept namens "World Data" an die Urlaubsklientel. Ab dem 20. Juli 2008 kosten im EU-Ausland 50 Kilobyte 19 Cent (Anm. der Redaktion: das entspricht einem Megabyte-Preis von fast 4,- Euro!). Außerhalb der EU steigt der Preis pro 50 Kilobyte auf bis zu 99 Cent. Eine monatliche Grundgebühr oder Kosten für die Einrichtung fallen nicht an, auch eine Mindestlaufzeit gibt es beim neuen World-Data-Tarif nicht.
Tagesflatrates für Mobiles Internet im Ausland
Neben den (meist) voreingestellten Tarif-Optionen für Vertragskunden gibt es auch die Möglichkeit das Mobilfunk-Internet im Ausland auf der Basis von Tagesflatrates zu nutzen. In Deutschland werden diese Flatrates auf Prepaid-Basis von Vodafone und T-Mobile angeboten.
Vodafone war im Jahr 2007 der erste deutsche Anbieter, der einen Datentarif auf den Markt brachte bei dem man ohne Vertragsbindung eine Surfsession buchen konnte, den so genannten Websessions-Tarif, der sowohl im Inland als auch im Ausland gebucht werden kann.
Wer mit Websessions im Urlaub surfen möchte, zahlt für die 24stündige Surf-Session in 35 Ländern 14,95 Euro. Businessmen, die es nach Hongkong, Indien, Malaysia, Singapur, Südafrika oder USA verschlägt, zahlen für die Tagesflat doppelt soviel, sprich 29,95 Euro.
Daneben bietet T-Mobile seit Juni 2008 auch eine Tagesflatrate für die mobile Internetnutzung im Ausland an. Der Tarif heißt web´n´walk Roaming DayPass und kostet pro Kalendertag (0-24 Uhr) 14,95 Euro. Jedes MB, das über die 50 MB hinausgeht, wird mit 1,95 Euro berechnet.
Nachteile der Tagesflat
Der einzige Haken bei der Vodafone-Tagesflat ist, dass einmal begonnene Surf-Sessions nicht zu einem späteren Zeitpunkt fortgesetzt werden können. Somit lässt sich das 24-Stunden-Kontingent nicht auf den gesamten Urlaub aufteilen, sondern muss innerhalb von 24 Stunden versurft werden. Wer eine 24-Stunden-Session bucht und letztendlich nur 10 Stunden im Internet ist, muss trotzdem den vollen Preis zahlen.
Ebenso ermuntert eine seit dem letzen Quartal 2007 in die AGB eingebaute Klausel, die Vodafone vor einem übermäßigen Datenkonsum des Auslandssurfers schützen soll, nicht gerade zum Surfen mit Websessions. Vodafone behält sich nämlich das Recht vor internationale WebSessions unabhängig von der gebuchten Zeit nach Ausschöpfung eines Datenvolumens von 50 MB (Download und Upload) automatisch zu beenden.
Vodafone-Laufzeitvertrag: zwei Websessions inklusive
Wer sich grundsätzlich für einen neuen Vodafone-Laufzeitvertrag interessiert und gleichzeitig bei häufigen Reisen ins Ausland von der Websessions-Option profitieren möchte, für den könnte die Buchung der "Vodafone Mobile Connect Flat Plus" interessant sein.
Zusätzlich zur klassichen Vodafone Fair-Flat namens "Vodafone Mobile Connect Flat" erhält der Kunde bei der "Vodafone Mobile Connect Flat Plus" jeden Monat zwei "Websessions International" on top. D.h. für einen Aufpreis von 15,- Euro pro Monat erhält man statt einer 24stündigen Websession gleich zwei.
Erste Prepaid-Discounter-Angebote für Internet im Ausland
Im Gegensatz zu den Datentarif-Angeboten der hiesigen Discounter für mobiles Surfen im Inland sind Discounter-Preise für die Internetnutzung im Ausland noch rar. Zwar tummeln sich erste Anbieter in diesem Segment, doch kann man zum jetzigen Zeitpunkt nicht unbedingt von erheblichen Preisvorteilen für den Endkunden sprechen.
Im Februar 2008 preschte ICQ mit dem Datentarif-Angebot ICQ-SIM vor und läutete auch im EU-Datenroaming einen Preiskampf ein: Allerdings muss man feststellen, dass das ICQ-Angebot zwar Dicscount-Qualitäten hat, einen aber nicht umhaut. Mit 39 Cent je 333-Kilobyte-Datenblock plus 39 Cent pro Daten-Nutzungstag ist der Datentarif für mobiles Internet im Ausland relativ günstig, aber im Vergleich zu den hiesigen Prepaid-Discount-Datentarifen (z.B. von Simyo mit 24 Cent pro Megabyte) hat der Tarif noch keinen Schnäppchen-Charakter.
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