Kaum Erfolg für werbefinanzierten Mobilfunk
07.08.2009
Das Geschäftsmodell wirkt überzeugend: Handy-Nutzer gestatten dem Mobilfunkbetreiber, ihnen Werbung auf das Display zu schicken. Dafür erhalten sie im Gegenzug Gratis-SMS und kostenlose Sprachminuten. Verschiedene Anbieter in Großbritannien und den USA hatten mit diesem Prinzip versucht, Geld zu verdienen. Nun sind sie mit dem Business-Modell Handy-Werbung gescheitert.
Das Unternehmen Xero Mobile hat in den USA jetzt den Betrieb eingestellt, auch das Angebot Sugar Mama von Virgin Mobile gibt es ab sofort nicht mehr. Der finnische Anbieter Blyk, der junge Nutzer in Großbritannien umworben hatte, schließt zum 26. August die Pforten. Die vorgesehene Expansion von Blyk nach Deutschland, Belgien, Holland und Spanien ist bis auf weiteres gestoppt.
Blyk scheitert in Großbritannien
„The free mobile network Blyk“, so der Werbeslogan, war 2007 in Großbritannien an den Start gegangen. Über 200.000 junge Nutzer zwischen 16 und 24 Jahren ließen sich in den ersten zwölf Monaten bei Blyk registrieren. Voraussetzung für die Blyk-SIM-Card war ein entsperrtes, MMS-fähiges Mobiltelefon. Nach Eingabe ihres Interessenprofils wurde den jungen Kunden Werbung auf das Handy geschickt, dafür erhielten sie 217 Gratis-SMS und 43 kostenlose Sprachminuten im Monat. Wer mehr verbrauchen wollte, musste das im Voraus bezahlen. Als Zusatzangebot gab es einen speziellen Musikdienst, der den Nutzern bestimmte Music Acts näher bringen sollte.
Jetzt steht das werbefinanzierte Geschäftsmodell vor dem Aus. Blyk will nun zunächst Partnerschaften mit Netzbetreibern eingehen, bislang sind das Orange UK und Vodafone Niederlande. Die Kunden dieser Netzwerke sollen von Blyk mit Werbung versorgt werden, weitere Details sind noch nicht bekannt.
Anbieter in den USA geben auf
Das Unternehmen Xero Mobile mit Sitz in Los Angeles startete 2006 und wollte ebenfalls werbefinanzierte Mobilfunk-Services anbieten. Trotz eines Eigentümerwechsels konnte sich der Anbieter nie wirklich am Markt etablieren.
Im Jahr 2006 ging auch das Angebot Sugar Mama von Virgin Mobile ans Netz. Seitdem habe man über 35 Millionen Gratis-Sprachminuten ausgegeben, betont man bei Virgin Mobile. Leider müsse das Projekt nun aber „aus betrieblichen Gründen“ eingestellt werden. Ein Neustart nach der Umwandlungsphase werde anvisiert, heißt es beim Betreiber weiter.
Autor: FN
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