Notrufsystem eCall: Auto an Rettungsdienst – bitte melden
15.09.2009
Ein Autounfall ist passiert, die Insassen sind eingeklemmt und können ihr Handy nicht erreichen. Wer ruft jetzt den Notdienst an? Um solche Situationen zu vermeiden, hat die Björn-Steiger-Stiftung den so genannten „eCall“ entwickelt – einen Notrufdienst, der in das Fahrzeug integriert ist.
Der eCall wird entweder automatisch über integrierte Sensoren im Airbag ausgelöst oder manuell betätigt. Einmal aktiviert, baut das System eine Sprechverbindung zum Rettungsdienst auf. „Wenn der Fahrer uns nichts sagen kann, schicken wir dann auf jeden Fall ein Einsatzfahrzeug hin“, erklärt Gerhard Kleeberger von der Straubinger Rettungsleitzentrale. Parallel dazu werden entscheidende Angaben wie Zeit, Standort, Fahrtrichtung und Fahrgestellnummer übermittelt. Laut Björn-Steiger-Stiftung kann die Reaktionszeit der Rettungskräfte über das eCall-System um mehr als 50 Prozent verkürzt werden.
2.500 Tote weniger durch eCall
Der eCall ist Bestandteil der EU-Initiative „eSafety“. Die Europäische Union will das automatisches Notrufsystem wenn möglich noch im Jahr 2009 einführen. „Mit dieser Technik kann Ihnen Ihr Auto das Leben retten“, betonte die EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien, Viviane Reding mehrfach.
Europaweit gibt es jährlich rund 40.000 Verkehrstote und über 1,7 Millionen Verletzte. Die EU-Kommission setzt große Hoffnungen in den eCall: Bis zu 2.500 Menschenleben könnte der automatische Notrufdienst im Jahr retten, glauben Forscher.
Mobilfunkverband GSMA setzt sich für eCall ein
Jetzt hat der internationale Dachverband der Mobilfunkbranche, die GSM Association (GSMA) eine Absichtserklärung für den europaweiten Einsatz des eCall-Systems unterzeichnet. Die Erklärung wurde anschließend direkt an die Kommissarin Reding weitergegeben. Die Absichtserklärung der GSMA fördert die Zusammenarbeit von Autoherstellern, Telekommunikationsunternehmen, der Europäischen Union und den EU-Ländern mit anderen notwendigen Partnern wie zum Beispiel den Automobilclubs, der Versicherungsbranche und der Industrie.
Wie der herkömmliche Notruf auch, wird der eCall-Dienst kostenlos zur Verfügung stehen. Laut GSMA können Fahrzeughersteller und Service Provider aber selbst entscheiden, ob sie das Notrufsystem um zusätzliche kommerzielle Dienste erweitern möchten. Beispielsweise gäbe es für Mobilfunkanbieter die Möglichkeit, im Rahmen des eCall-Systems autointerne Mapping-Anwendungen anzubieten.
Autor: FN
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