Mobilfunk: Netzausbau schafft 400.000 neue Arbeitsplätze
14.09.2009
400.000 neue Arbeitsplätze soll der Ausbau der deutschen Mobilfunknetze bis 2014 bringen, das erklärten jetzt Experten der Columbia Business School im Rahmen einer aktuellen Studie. Der Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt werde in den nächsten vier Jahren etwa 60 Milliarden Euro betragen, heißt es in dem Bericht weiter.
Allerdings dürfe der geplante Netzausbau nicht durch zu hohe Kosten belastet werden, gab René Obermann, Telekom-Chef und Vizepräsident des High-Tech-Verbandes BITKOM zu bedenken. Hintergrund ist die neuerliche Versteigerung von UMTS-Frequenzen, die für Anfang 2010 vorgesehen ist. Bei der ersten Frequenzauktion im Jahr 2000 hatten die Telekommunikationsunternehmen die sagenhafte Summe von 50 Milliarden Euro ausgegeben. Die Last dieser Mammutausgaben machte den Anbietern in den Folgejahren schwer zu schaffen.
Obermann: Frequenzkauf nicht an Pflichten binden
„Die Versteigerung der Frequenzen sollte durch wohlüberlegte Auktionsbedingungen flankiert werden“, forderte Obermann. Er glaube nicht, dass es sinnvoll sei, Orte mit weniger als 5.000 Einwohnern mit mobilem Breitband zu versorgen – wenn diese bereits über andere Technologien angeschlossen seien. Auch sei es wenig förderlich, wenn die am Ausbau interessierten Unternehmen wie damals verpflichtet würden, parallele Infrastrukturen aufzubauen, betonte der Telekom-Chef. „Das würde den Ausbau in den tatsächlich bedürftigen Regionen verlangsamen“, kritisierte Obermann. Stattdessen könnten sich die Netzbetreiber die Kosten teilen und das Breitband-Netz gemeinsam nutzen, so sein Vorschlag.
50 Megabit pro Sekunde sind anvisiert
Im Rahmen der Breitband-Offensive hat es sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt, bis 2014 schnelle Anschlüsse für drei Viertel der deutschen Haushalte zu schaffen. Geplant ist, im Rahmen des Breitband-Ausbaus die Übertragungsgeschwindigkeit in den Mobilfunknetzen auf 50 Megabit pro Sekunde anzuheben.
Derzeit bieten die D-Netze von T-Mobile und Vodafone HSDPA-Datenraten von bis zu 7,2 Megabit pro Sekunde im Download. Der Upload funktioniert mit einer maximalen Geschwindigkeit von 1,4 Megabit pro Sekunde. Das o2-Netz hält HSDPA-Tempo an ausgewählten Standorten bereit, Kunden von e-plus surfen derzeit noch mit UMTS-Geschwindigkeit von 384 Kilobit pro Sekunde. E-Plus hat mit dem HSDPA-Ausbau erst vor kurzem begonnen.
Autor: FN
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