Über 5 Milliarden Mobilfunkanschlüsse bis Ende 2010
02.08.2010
Bis zum Jahresende 2010 wird es weltweit erstmals über fünf Milliarden Mobilfunkanschlüsse geben. Derzeit sind es weltweit 4,5 Milliarden, doch diese Zahl steigt rasant an, so dass bis zum Jahresende 2010 ein Zuwachs von zwölf Prozent auf 5,1 Milliarden erwartet wird.
Dies meldet der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom) unter Berufung auf eine Studie des Marktforschungsinstitutes European Information Technology Observatory (EITO).
Schnelle Anschlüsse auf dem Vormarsch
Von den derzeit 4,5 Milliarden Mobilfunkanschlüssen nutzen rund 800 Millionen bereits den schnellen Mobilfunkstandard der dritten Generation UMTS (Universal Mobile Telecommunications System). Für 2011 wird bereits über eine Milliarde UMTS-Anschlüsse erwartet. „UMTS hat weltweit den Durchbruch geschafft, und mit LTE (Long Term Evolution) steht schon eine neue Technologie für mobiles Super-Breitband bereit“, sagte René Schuster, Präsidiumsmitglied des Bitkom.
Vor allem Japan ist international führend bei den schnellen Mobilfunkanschlüssen, dort verwenden bereits 96 Prozent der Handynutzer ein UMTS-Netz.
Doppelt so viele Anschlüsse wie vor 5 Jahren
Innerhalb der vergangenen fünf Jahre hat sich die Zahl der Mobilfunkanschlüsse verdoppelt und ein Ende des Handy- und Smartphone-Booms ist nicht in Sicht. Für 2011 wird ein weiterer Anstieg auf 5,6 Milliarden Verträge erwartet. In der Europäischen Union (EU) ist Deutschland mit 111 Millionen Handyverträgen Spitzenreiter, das sind im Schnitt etwa 1,3 Mobilfunkanschlüsse für jeden Bundesbürger über sieben Jahre.
In der gesamten EU wird bis zum Jahresende ein Zuwachs der Handyverträge um drei Prozent auf rund 650 Millionen erwartet. Ein Drittel dieser Anschlüsse nutzt das UMTS-Breitbandnetz.
Rasanter Anstieg in Entwicklungsländern
Besonders rasant steigt die Nutzung des Mobilfunks jedoch in den Schwellen- und Entwicklungsländern. Da dort oft keine Festnetzanschlüsse vorhanden sind, ist die Handynutzung auch in ländlichen Gebieten weit verbreitet. Über die Hälfte aller Haushalte besitzen dort nach Angaben der UN-Behörde International Telecommunication Union (ITU) einen Mobilfunkanschluss. Aufgrund fehlender Infrastrukturen ist in den Entwicklungsländern die Handynutzung oft innovativer als in Europa, so werden zum Beispiel Bankgeschäfte häufig über das Handy abgewickelt.
Vor allem in Asien und Südamerika steigt die Handynutzung wesentlich schneller an als in Europa. In Brasilien wurden 2010 elf Prozent mehr Handyverträge abgeschlossen, in China fast 13 Prozent und in Indien sind es sogar 30 Prozent.
Bitkom, EITO und ITU
Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom) bezeichnet sich selbst als Sprachrohr der IT-, Telekommunikations- und Neue-Medien-Branche. Der Verband vertritt über 1 300 Unternehmen, davon gut 950 Direktmitglieder, und repräsentiert damit – eigenen Angaben zufolge - etwa 90 Prozent des deutschen IT- und Telekommunikation-Marktes.
Das European Information Technology Observatory (EITO) liefert aktuelle Marktdaten zu den weltweiten Märkten der Informationstechnologie, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik. Gemanagt wird das EITO von der Bitkom Research GmbH, einer Tochterfirma des Bitkom.
Die ITU (International Telecommunication Union; deutsch: Internationale Fernmeldeunion) ist eine Organisation der Vereinten Nationen mit Sitz in Genf. Sie sammelt weltweit Daten zur Entwicklung der Telekommunikation.
Autor: MB
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