Kampf um neue Frequenzen
12.04.2010
Die Bundesnetzagentur hat heute den Startschuss für die Versteigerung neuer Mobilfunk-Frequenzen gegeben. Die vier Bieter T-Mobile, Vodafone, E-Plus und o2 Telefónica werden ihre Gebote für insgesamt 360 Megahertz abgeben. Damit handelt es sich um die bislang größte Frequenzen-Versteigerung in Deutschland, denn dieser Wert ist etwa dreimal höher als bei der Versteigerung der UMTS- (Universal Mobile Telecommunications System) Lizenzen vor zehn Jahren.
Allerdings wird diesmal nicht mit einem ähnlich hohen Erlös gerechnet. Bei der Versteigerung der UMTS-Frequenzen nahm der Bund damals rund 50 Milliarden Euro ein. Als Grund für diesen Rückgang wird eine zunehmende Ernüchterung, was die Wachstumschancen des gesättigten Marktes in Deutschland angeht, genannt. Die jetzige Auktion könnte laut dem Informationsnetzwerk silicon.de zwischen acht und fünf Milliarden Euro einbringen.
Breitbandversorgung soll vorangetrieben werden
Die neue Vergabe der Lizenzen stellt die entscheidende Grundlage für die Netz-Ausbaupläne der bietenden Unternehmen für die kommenden 20 Jahre. Auch Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur, hat dabei Eines zum Ziel erklärt: die flächendeckende Breitband-Versorgung voranzutreiben.
Vor allem für ländliche Regionen soll der Zugang zum schnellen Internet verbessert werden. Insgesamt stehen vier Frequenzbereiche, unterteilt in 41 Blöcke, zur Versteigerung.
Mehr Platz für mobiles Internet
Zudem sollen Kapazitätsengpässe getilgt werden, da sich immer stärker Breitband-Anwendungen auch auf mobilen Geräten durchsetzen. So sollen immer höhere Datenvolumen in immer höherer Geschwindigkeit auf Handys oder Laptops übertragen werden. Möglich machen soll das die vierte Mobilfunkgeneration LTE (Long Term Evolution), für die aber neue LTE-Frequenzen benötigt werden. Überlastet seien die Netze laut einem Bericht der Financial Times schon jetzt. „Wir stehen vor einer Datenexplosion im mobilen Internet“, sagt Kurth gegenüber der Zeitung. Nach seinen Angaben wuchs das Datenvolumen in Deutschland von 3,5 Millionen Gigabyte im Jahr 2007 auf 33,5 Millionen 2009.
Umstrittene Versteigerung
Die Versteigerung war bis zuletzt umstritten. Ihr gingen Klagen unter anderem von o2 und E-Plus voraus. Die beiden Mobilfunkanbieter sahen sich bei den Auktionsregeln der Bundesnetzagentur gegenüber den Marktführern Telekom und Vodafone benachteiligt. Das Verwaltungsgericht Köln wies die Klagen aber ab.
Ob alle Bieter mit dem Ausgang der Auktion zufrieden sein werden, wird sich erst in ein paar Wochen herausstellen. So lange kann die Versteigerung nämlich dauern.
Autor: MG
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