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Mobilfunk: Leistungen nehmen zu, Umsätze sinken

09.12.2009

Trotz steigender Minutenzahlen und Umsätze im Bereich mobiles Internet sinkt der Umsatz im Mobilfunk im laufenden Jahr voraussichtlich um sieben Prozent oder 1,8 Milliarden Euro und wird am Ende bei rund  23,6 Milliarden Euro liegen. Zu diesem Schluss kommt eine Telekommunikations-Studie des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) und der Beratungsfirma Dialog Consult GmbH, die in Frankfurt auf der Messe „Voice+IP Germany“ vorgestellt wurde.

Die Umsätze mit Telekommunikationsdiensten in Deutschland werden demzufolge 2009 um 3,6 Prozent auf rund 62 Milliarden Euro sinken. Ursache sind unter anderem weiter sinkende Endkundenpreise. Im Festnetzbereich können alternative Anbieter ( plus 0,4 Milliarden Euro) und Kabelnetzbetreiber (plus 0,6 Milliarden Euro) zulegen. Mit rund 5,9 Milliarden Euro werden die Investitionen der Telekommunikations-Branche 2009 in Sachanlagen in diesem Jahr zurückgehen - 2008 waren es noch 6,5 Milliarden Euro.

Freenet-Gruppe beim Umsatz auf Platz drei

Beim Mobilfunk ergibt sich eine auf den ersten Blick paradoxe Situation, so die Studie: Marktdurchdringung und Mobilfunknutzung nehmen stetig zu, die Umsätze aber fallen. Verantwortlich dafür sind die gesunkenen Endkundenpreise. „Das Minutenwachstum führt angesichts zunehmender Flatrates nicht zu mehr Umsatz. Die Kunden nutzen insbesondere dann intensiver Mobilfunk, wenn keine zusätzlichen Kosten damit verbunden sind“, erklärt Torsten J. Gerpott, Gründungsgesellschafter von Dialog Consult und Inhaber des Lehrstuhls für Unternehmens- und Technologieplanung mit dem Schwerpunkt Telekommunikationswirtschaft an der Universität Duisburg-Essen in einer Presseerklärung des VATM.

Marktführer im Mobilfunk sind weiterhin T-Mobile und Vodafone mit Marktanteilen von 30,5 beziehungsweise 28,8 Prozent. Die Service Provider kommen zusammen auf 15,9 Prozent. „Mit der Übernahme der debitel AG kann sich die Freenet-Gruppe mit der Marke mobilcom debitel auf den dritten Platz der Umsatzrangliste im Mobilfunk vorschieben.“ erklärte Torsten J. Gerpott

Immer mehr Deutsche telefonieren mobil statt aus dem Festnetz

Die Verbraucher telefonieren 2009 im Festnetz und Mobilfunk zusammen genommen rund 902 Millionen Minuten täglich, so heißt es in der VATM-Presseeklärung. Dabei nimmt  der Anteil des Mobilfunks um mehr als ein Drittel zu und liegt 2009 bei 253 Millionen Verbindungsminuten pro Tag. Im Festnetz dagegen sinkt die Minutenzahl von 666 Millionen im vorigen Jahr auf nunmehr 649 Millionen Minuten pro Tag. Zum Jahresende wird es 109,1 Millionen Mobilfunkverträge geben, das entspricht einer Marktdurchdringung von 132,6 Prozent. „Dabei ist zu berücksichtigen, dass insbesondere T-Mobile und Vodafone zu Beginn des Jahres 2009 zahlreiche Prepaid-Kunden, die keine Umsätze mehr generiert haben, deaktiviert haben“, so Torsten J. Gerpott.

Der Anteil derjenigen Dienstleistungen an den Umsätzen im Mobilfunk, die nicht aus dem Sprach-Telefonieren stammen, wächst im laufenden Jahr im Vergleich zu 2008 um 1,6 auf 27 Prozent. Mehr als die Hälfte dieser Umsätze resultieren mit 13,7 Prozent aus der Datenübertragung, dem mobile Internet. Trotz leicht zurückgehender SMS-Umsätze – durch SMS-Flat Angebote – tippen die Deutschen weiterhin immer mehr SMS. Die tägliche Zahl der Kurznachrichten per Handy steigt 2009 auf 81,8 Millionen ( plus 4,4 Millionen). MMS spielen hingegen weiterhin mit 640.000 Nachrichten pro Tag eine geringe Rolle, so die Studie.

Die Herausgeber der Studie

Die Dialog Consult GmbH ist ein Beratungs-Unternehmen mit Sitz in Duisburg (Nordrhein-Westfalen). Dem Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) gehören mehr als 90 der in Deutschland aktiven Unternehmen aus den Branchen Telekommunikation und Mehrwertdienste an. „Alle stehen im Wettbewerb zum Ex-Monopolisten Deutsche Telekom AG und repräsentieren rund 80 Prozent des von den privaten Anbietern erzielten Telekommunikations-Gesamtumsatzes“ heißt es in der Selbstauskunft des Vereins. Der VATM sitzt in Berlin.

Autor: ET

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