Streit um Skype kühlt leicht ab
13.05.2009
Der Streit um den Internet-Telefonie-Dienst Skype geht in die nächste Runde. Inzwischen haben die Mobilfunker T-Mobile und Vodafone ihren Konfrontationskurs korrigiert: Man werde Skype für Mobiltelefone nun doch zulassen, heißt es beim Marktführer T-Mobile. Den VoIP-Dienst Skype gibt es seit kurzem auch für das iPhone, zunächst wollten die Mobilfunkbetreiber die Nutzung blockieren.
Offiziell wurde die Blockade-Haltung mit der Angst vor einer Netzüberlastung begründet, tatsächlich geht es den Providern wohl eher um ihre Einnahmen aus dem Geschäft mit der Handy-Telefonie. Als nun auch noch Nokia mit Skype-fähigen Handys vor der Tür stand, kam es zur Explosion: Man werde diese Nokia-Handys boykottieren, tönte es empört aus den Zentralen von Vodafone und T-Mobile, wie die Zeitung Die Welt am Wochenende berichtete.
Doch kein Boykott von Nokia-Handys
Inzwischen haben sich die Wogen wieder geglättet: „Es gibt keinen Streit zwischen Nokia und uns“, betonte Vodafone-Sprecher Kuzey Esener. Auch beim Marktführer T-Mobile habe man keine Probleme mit den Skype-fähigen Mobiltelefonen des finnischen Herstellers Nokia, sagte T-Mobile-Sprecher Alexander von Schmettow.
Das Vorzeige-Handy N97, das in wenigen Wochen erscheint und dem Apple iPhone Konkurrenz machen soll, wird es auch beim größten deutschen Mobilfunkbetreiber geben. Allerdings sei Skype auf den von Nokia gelieferten Handys, die Vodafone vertreibt, nicht vorinstalliert, erklärte Esener. Der Kunde könne „die Software aber selbst draufladen“.
Spezielle VoIP-Tarife für Mobilfunkkunden
Ein Ausweg aus der Skype-Krise für die Mobilfunker könnte ein eigenständiger Datentarif für VoIP-Nutzer sein. Vodafone-Specher Esener präsentierte am vergangenen Montag bereits konkrete Pläne: Für Mobilfunkkunden, die günstig über VoIP telefonieren wollten, werde es künftig spezielle Datentarife geben, sagte der Manager gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Auch Mitbewerber T-Mobile prüft nach eigenen Angaben „verschiedene Modelle“, darunter ein VoIP-Sondertarif, sagte Konzern-Sprecher von Schmettow.
Die Internet-Anwendung Skype ermöglicht Nutzern, untereinander kostenlos zu telefonieren, bezahlt wird nur die Datenübertragung. Auch Gespräche mit Nicht-Skype-Mitgliedern sind erheblich günstiger als über die herkömmlichen Mobilfunkverbindungen. Wenn nun immer mehr Nutzer mobile Internetanschlüsse auf ihren Handys aktivieren und nur noch über VoIP telefonieren, könnte das Kerngeschäft der Mobilfunkanbieter – nämlich die Sprachdienste - großflächig wegbrechen.
Autor: FN
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