Telekom setzt auf Wachstumsfelder
11.05.2010
Die Deutsche Telekom will für ihre Zukunft neue Strategien nutzen und setzt dabei auf klar definierte Wachstumsfelder. „Für künftiges Wachstum reicht es nicht, sich auf die zwei traditionellen Umsatztreiber zu verlassen, also Netzanschlüsse und Kommunikationsangebote“, sagte Vorstandschef René Obermann auf der Hauptversammlung am 03. Mai 2010 in Köln.
Das Zauberwort heißt „mobiles Internet“, das zu den wichtigsten Wachstumsfeldern des Konzerns gehört. Die Umsätze in mobilen Segment sollen sich laut Obermann bis 2015 von 15 auf 29 Milliarden Euro nahezu verdoppeln. Neben dem mobilen Internet zählt die Telekom auch die breitbandigen Internetzugänge für Zuhause, Internet-Serviceseiten, internetbasierte Dienstleistungen für Großkunden sowie internetgestützte Lösungen für Stromnetze und Autonavigation zu den Wachstumsmärkten.
Telekom plädiert für Gebührensenkung
Insbesondere setzte sich das Unternehmen für eine deutliche Senkung der Auslandsgebühren beim Surfen im Internet ein. So forderte Obermann alle Telekommunikationsunternehmen auf, beim sogenannten Daten-Roaming günstigere Verrechnungspreise anzubieten. „Es ist für die Kunden unzumutbar, für ein paar Stunden Surfen im Auslandsnetz dreistellige Beträge zu zahlen. Wenn ein Kunde im Ausland surft, dann muss er das ohne Sorge um die Kosten tun können“, so Obermann laut dpa.
Mit dem mobile Internet, welches 2015 etwa 10 Milliarden Euro umsetzen soll, erhofft sich die Telekom das eingeschlafene US-Geschäft wieder zu beleben. Mit dem Aufbau des landesweit schnellsten Mobilfunknetzes will die Telekom den US-Markt erobern. Allein für dieses Projekt sind Millioneninvestitionen nötig. „Wir wissen, dass wir dort Probleme haben“, gestand Obermann. Aber dennoch glaube man an diesen Markt. Neben ihrem Geschäft in den USA bekräftigt die Telekom auch ihr Engagement in Griechenland und trotzt der Krise, die sich nach Angaben der Telekom auch auf deren Tochter-Gesellschaft OTE niedergeschlagen habe. „Wir stehen zu unserem Engagement“, betonte der Telekom-Chef.
T-Aktie fährt weiterhin schwachen Kurs
Obermann ist davon überzeugt, dass Deutschland auf dem Weg in die Gigabit-Gesellschaft sei. Daher werde die Telekom bis 2012 etwa 10 Milliarden Euro in den Ausbau der Breitbandnetze investieren. „Wir bauen diese Netze, wir betreiben sie und verdienen damit auch weiter gutes Geld“, äußerte Obermann überzeugt. Dennoch will der Konzern sein Sparprogramm fortsetzen. So sollen bis 2012 rund 42 Milliarden Euro eingespart und weitere Arbeitsplätze abgebaut werden. In einem Interview mit der „Welt am Sonntag“ äußerte sich Obermann zurückhaltend. Er fürchte, dass die hohe Staatsverschuldung in einer Reihe von Ländern nicht folgenlos bleiben wird.
Während Aktionärsschützer den Telekom-Chef für seine Zurückhaltung lobten, sorgte die Werteentwicklung der T-Aktie auf der Hauptversammlung für Kritik. Derzeit bewegt sich die Aktie auf einem schwachen Kurs von 9,86 Euro. Im Vergleich: der Einstiegspreis in den 1990er Jahren lag bei 65 Euro. Dennoch verteidigte Obermann die T-Aktie, die trotz allem „kein so schlechtes Investment“ sei. Verglichen mit dem Kursverlauf und der Dividende der letzten drei Jahre, „waren wir besser als der Sektor“.
Autor: MB
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