Für Extra-Tempo zahlen lohnt sich nicht!
Ratgeber: Surfgeschwindigkeit beim mobilen Internet – Höchstwerte nur Theorie
Wer einen Tarif fürs mobile Internet wählt, sollte dabei nicht für extra schnelle Verbindungen noch etwas drauflegen – die von den Marketing-Abteilungen angepriesenen Surfgeschwindigkeiten existieren nur im Reich der Phantasie.
Was sich nicht lohnt: Erstens für einen schnelleren Surfstick mehr Geld hinzulegen – wenn Sie ein Gerät haben, das 3,6 Megabit pro Sekunde schafft, dann reicht das völlig aus. Zweitens für Surfgeschwindigkeiten jenseits der 3,6 Mbit/s eine Extragebühr zu zahlen – denn das in der Werbung angepriesene Höchsttempo wird man so gut wie nie bekommen.
Theoretische Höchstwerte sind immer nur Theorie
Schon seit Jahr und Tag werben deutsche Mobilfunktreiber mit theoretischen Höchstwerten, nicht aber mit dem Tempo, dass ihr Kunde in der Regel im Normalfall erwarten kann. Das ist zumindest irreführend. Denn diese angegebenen Höchstgeschwindigkeiten teilen sich alle Kunden, die gerade über einen Mobilfunksendemast surfen. Je mehr es sind, desto langsamer wird es. Langsamer wird es auch, wenn man von den nächsten Sendemasten ein gutes Stück entfernt ist.
Wenn also ein theoretisches Höchsttempo von sagen wir einmal 7,2 Megabit pro Sekunde angegeben wird, dann erreiche ich das nur, wenn ich erstens unter dem Mobilfunkmast sitze und zweitens diesen Mobilfunkmast ganz alleine nutze. Also kriege ich die Höchstgeschwindigkeit realistischer Weise vielleicht um vier Uhr nachts in einem abgelegenen Waldgebiet. Tagsüber in der Stadt schaut es deutlich schlechter aus.
Die große Lücke zwischen Werbung und Realität
Nun surfen aber dummerweise die Menschen meistens tagsüber in den Städten. Und dann wird, das hat die Zeitschrift Computerbild nun in ihrem neuen Test festgestellt, die Lücke zwischen Werbeverheißung und Realität schon peinlich groß.
Computerbild testete die Geschwindigkeiten in den Städten Berlin, Leipzig, München, Frankfurt am Main und Hamburg – und zwar bei allen vier Netzbetreibern also E-Plus (Base), O2, Vodafone und Telekom. Das Resultat: Telekom, O2 und Vodafone schaffen nur 20 Prozent des in der Werbung verkündeten Maximaltempos. Am besten ist Vodafone mit 2,44 Mbit/s Durchschnittstempo, die Telekom bringt es noch auf 1,83 Mbit/s, O2 und E-Plus erreichen im Schnitt weniger als ein Mbit/s. Und auch die ab und an erreichten Höchstwerte sind weit von den theoretisch angegebenen Höchstwerten entfernt: Bei der Telekom sind das 5,82 Mbit/s, in der Werbung werden 21,6 Mbit/s angepriesen. Mit dem gleichen Höchsttempo wirbt auch Vodafone, kommt aber in der Realität auf maximal 5,27 Mbit/s.
Zahlen Sie nicht extra für mehr Tempo
Unser Fazit: Zahlen Sie nicht mehr Geld für mehr Tempo – Sie werden es so gut wie nie bekommen. Und das wird sich in nächster Zeit kaum ändern. Wenn immer mehr Menschen mobil online gehen, wird das Tempo im Netz zunächst für alle deutlich langsamer – solange bis die Mobilfunkbetreiber ihre Netze weiter aufrüsten.
Autor: ET
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