Mobiles Internet mit dem Handy
Ratgeber: Mobiles Internet-Surfen mit Handy oder Smartphone
Mobiles Internet mit dem Handy: Wer regelmäßig unterwegs mit dem Handy oder Smartphone ins weltweite Netz will, weil er sich informieren, weil er Nachrichten austauschen oder einfach mal spielen will - der hat eine große Auswahl an Geräten und unterschiedlichen Wegen um ins Internet zu kommen.
Hindernisse und Fallstricke gibt es jedoch auch. Wir geben einen Überblick und sagen, worauf Sie achten sollten.
Mobiles Internet per Handy: So funktioniert es
Der heimische PC ist über eine feste Leitung, die meistens in Schreibtischnähe endet, an das weltweite Informationsnetz angeschlossen. Handys und Smartphones senden und empfangen durch die Luft über Funksignale. Diese werden an den nächstgelegenen Sendemast geschickt oder von dort empfangen. Vom Sendemast geht es in das Kernnetz des Betreibers – meist schon per Festnetzleitung – und von dort ins Internet.
Dieses einfache Modell zeigt, was man braucht: Erstens ein Gerät, das größere Datenmengen schnell genug per Funk senden und empfangen kann. Zweitens einen Zugang zu einem Mobilfunknetz, also den Datentarif oder die Datenoption eines Anbieters aus dem Mobilfunkbereich.
Das Smartphone und die Funktechniken: Darauf sollten Sie achten
Weil jedes Smartphone nur so gut und schnell im Netz unterwegs ist, wie es die eigene Technik des Gerätes hergibt, lohnt es sich, auf einige Dinge zu achten: Wer immer die schnellstmögliche Geschwindigkeit nutzen will, der sollte ein Gerät haben, dass die schnellen Datenfunktechnologien nützt: GPRS und EDGE im Mobilfunknetz der zweiten Generation, UMTS samt den HSPA-Datenbeschleunigungs-Techniken im Mobilfunknetz der dritten Generation.
Wer sein Handy auch im Ausland nutzen will, sollte sich erkundigen, auf welchen Frequenzen die Mobilfunknetze dort senden. Von Vorteil ist in jedem Fall ein Quadband-Smartphone, das die vier Frequenzbereiche 850 und 1900 Megahertz (für den amerikanischen Kontinent) sowie 900 und 1800 MHz (für Europa, Asien und Australien) in den Mobilfunknetzen der zweiten Generation nutzt.
Einige Geräte können auch Verbindungen herstellen über die Funktechniken Bluetooth und WLAN. Bluetooth braucht man beispielsweise, um Daten mit dem heimischen Rechner auszutauschen oder um mit drahtlosen Kopfhörern oder einer Freisprechanlage in Verbindung zu treten. Mit WLAN kann man sich in lokale drahtlose Netze dieses Typs einschalten und so einen schnellen Internetzugang nutzen, wenn das vor Ort verfügbare Mobilfunknetz einmal nicht die gewünschten Geschwindigkeiten hergibt – sei es zuhause oder unterwegs. Heute hat etwa die Hälfte aller Smartphones die WLAN-Technik an Bord.
Dazu kommt die Frage, ob das Gerät GPS beherrschen soll oder nicht. Mit GPS kann es den eigenen Standort per Satellitenortung bestimmen. GPS-fähige Handys werden dadurch als Navigationsinstrument eingesetzt und holen zusätzliche Informationen aus dem Netz – sie finden beispielsweise das nächstgelegene Lokal.
Was man noch beachten sollte:
- Die Handy-Akkus haben eine unterschiedliche Betriebsdauer – je nachdem, ob man in einem GSM-Mobilfunknetz der ersten Generation oder einem UMTS-Netz der zweiten Generation unterwegs ist. Da man in UMTs-Netzen schneller surft, sollte man sich bei den Angaben nach der möglichen Betriebsdauer am UMTS-Wert orientieren.
- Der Bildschirm sollte groß genug sein, um die Inhalte im Internet problemlos zu erkennen. Das ist je nach eigener Sehstärke individuell sehr unterschiedlich. In der Regel bieten Smartphones mit berührungsempfindlichen Bildschirmen ein deutlich besseres Bild.
Bei den Smartphones entscheiden die Extras
Bei den Smartphones entscheiden zunehmend die Extras. Wer sich ein solches Gerät kaufen will, sollte also zuerst einmal fragen, welche Nutzung außer Telefonieren und mobilem Internet im Mittelpunkt steht. Denkbar sind Geräte, die für den Geschäftsgebrauch optimiert sind – hier ist die Marke Blackberry führend – Musikhandys, Fotohandys oder Handys mit denen man besonders gut spielen kann. Je nach eigenem Nutzungs-Schwerpunkt kann man zwischen einer Vielzahl von spezialisierten Geräten auswählen.
Die Frage der eigenen Nutzung spielt auch bei den sogenannten Apps eine entscheidende Rolle. Apps sind kleine Zusatzprogramme, die man aus dem Internet kostenfrei oder gegen eine meist kleine Gebühr herunterlädt. Das können Spiele sein, Wetter- oder Fahrplandienste, Navigationsprogramme oder Nachschlagewerke aus den verschiedensten Bereichen, also Sprachen, Jura, Medizin - um nur ein paar Beispiele zu nennen.
Unterschiedliche mobile Betriebssysteme
Welche Apps man nutzen kann, entscheidet das Betriebssystem des Handys oder Smartphones. Die Betriebssysteme mit den meisten Apps sind derzeit - Stand September 2010 - das Apple iOS, das auf den iPhones läuft und Android, das auf verschiedenen Marken zuhause ist. Dann folgen mit gebührendem Abstand die Verfolger, die auch noch einiges zu bieten haben, hier sind zu nennen Nokia mit dem Symbian-Betriebssystem und dem neu entwickelten Meego, sowie Blackberry von Research in Motion (RIM). Noch weiter hinten liegen dann Webos von Palm, Bada von Samsung und schließlich weit abgeschlagen Windows Mobile von Microsoft. Wer sich ein Smartphone kauft und weiß, welche Zusatznutzungen er am häufigsten gebrauchen wird, kann auch hier eine Vorauswahl treffen und sich auf das Betriebssystem festlegen, das die meisten oder besten Apps in diesem Bereich bietet.
Der Nutzer sollte sich dabei auch fragen, ob und wenn ja welche Tastatur er braucht. Es gibt die unterschiedlichsten internetfähigen Geräte – solche, die nur einen Bildschirm haben, solche mit einer herkömmlichen Handy-Taststatur und solche mit einer Schreibtastatur. Wer häufiger längere Texte verfasst, wird womöglich eine Schreibtastatur brauchen; wer nur spielen will, wird eher einen berührungsempfindlichen Bildschirm bevorzugen.
Der Zugang zum Internet: Anbieter und Tarife
Ganz gleich welchen Namen der Tarif hat und mit wem man den Vertrag abschließt: In Deutschland ist man immer in einem von vier Mobilfunknetzen unterwegs – Telekom, Vodafone, O2 oder E-Plus. Telekom und Vodafone belegen seit Jahren immer einen der ersten beiden Plätze bei Netztests, sie liegen vorne. O2 folgt mit eher geringem Abstand, auch hier ist man noch gut versorgt. E-Plus schließlich liegt abgeschlagen auf dem letzten Platz, wer oft und überall mobil surfen will wird dieses Angebot eher nicht nutzen.
Bei den Tarifen gibt es die unterschiedlichsten Optionen. Es gibt Kombi-Tarife, die Telefonieren und Surfen in einem Paket anbieten und es gibt die Optionen für mobiles Surfen, die man zu einem Sprachtarif noch dazu buchen kann.
Was man beachten sollte:
- Oft wird bei Handy-Internet-Tarifen das Surf-Tempo stark gedrosselt, wenn eine bestimmte Datenmenge erreicht wurde. Hier sollte man das Kleingedruckte lesen.
- Bei Online-Bestellungen gibt es meist unterschiedlich große Rabatte – wenn man sparen will, lohnt es sich gleich im Internet das Surf-Paket zu ordern.
Autor: ET
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