Mit „Mein BASE“ will E-Plus seine Marke BASE stärken
08.02.2010
E-Plus arbeitet an seiner Position im deutschen Mobilfunkmarkt: Nach den Investitionen ins EDGE-Netz reformiert der Konzern nun sein Tarifkonzept. E-Plus selbst will künftig kaum noch Tarife unter seinem Konzernnamen vermarkten, sondern die Neukundenwerbung BASE überlassen. Die vor allem für ihre Flatrate-Angebote bekannte Marke BASE erhielt hierfür zum 1. Februar 2010 eine neue Tarifstruktur.
Im Zentrum des neuen Tarifsystems steht der Mobilfunktarif „Mein BASE“, zu dem weitere Tarifoptionen gebucht werden können. Der Basistarif „Mein BASE“ beinhaltet 30 Freiminuten und 30 kostenfreie SMS zu anderen BASE-Kunden und ist an eine Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten gebunden. Jede weitere Gesprächsminute kostet ebenso wie jede zusätzliche SMS 19 Cent. Eine Anschlussgebühr müssen Base-Kunden nicht zahlen, es sei denn sie nutzen ihren Tarif drei aufeinanderfolgende Monate lang gar nicht. Die zubuchbaren Flatrates und Tarife sind an eine kurze Mindestlaufzeit von einem Monat geknüpft. Laut dem Anbieter lassen sich alle Optionen demnach monatlich tauschen, abwählen oder hinzuwählen ohne Kosten zu verursachen oder die Vertragslaufzeit zu verlängern.
Über BASE mit dem Handy ins Internet
Im Grundtarif „Mein BASE“ kostet normalerweise das Handy Internet 1,99 Euro pro MB. Im Rahmen der neuen Tarifstruktur bietet BASE jedoch auch eine Internet-Handy-Flatrate für zehn Euro pro Monat an. Allerdings drosselt BASE die UMTS-Geschwindigkeit schon nach 250 Megabit Datenvolumen pro Monat auf GPRS-Geschwindigkeit.
Nutzer der Handy-Internet-Flatrate müssen sich außerdem überlegen, ob sie zum Telefonieren den „Mein BASE“- Preis von 19 Cent pro Minute zahlen möchten oder sich das Zubuchen einer weiteren Option mehr lohnt. Jeweils zehn weitere Euro pro Monat kosten die Festnetz-Flat und die BASE-Flat. Letztere greift aber tatsächlich nur für Verbindungen zwischen BASE-Kunden und nicht für Telefonate zwischen BASE- und E-Plus-Kunden.
BASE Allnet Flatrates
Neben diesen verbindungsbeschränkten Tarifen bietet BASE noch als netzübergreifende Tarife drei Allnet-Flatrates an. Die Allnet Flat 50 ist eigentlich keine richtige Flatrate, sondern beinhaltet 50 Gesprächsminuten pro Monat. Sie kostet monatlich fünf Euro, wer allerdings schon 15 Minuten pro Woche telefoniert, liegt über den Inklusivminuten und zahlt ab dann den normalen „Mein BASE“-Preis von 19 Cent pro Minute.
500 Minuten pro Monat können bei der Allnet Flat 500 für 30 Euro vertelefoniert werden, bis der reguläre Minutenpreis anfällt. 500 Minuten pro Monat bedeuten im Durchschnitt etwa 16 Minuten pro Tag Telefonieren. Für wirkliche Vieltelefonierer in verschiedene Netze kommt bei BASE nur die Allnet Flat für 50 Euro im Monat in Frage.
Neues BASE-Konzept Vor-und Nachteilen
Je nachdem, welche Netze man häufig anwählt, könnten hier Flatrates anderer Anbieter, die zum Beispiel das kostenlose Telefonieren ins Festnetz und zu anderen Kunden des gleichen Netzes beinhalten, günstiger kommen.
Negativ fällt an der Tarifstruktur von BASE auch die Abrechnung im Minutentakt auf, die bei allen Angeboten – sogar den inklusiven Freiminuten zu anderen Base-Kunden – jede angefangene Minute voll berechnet. Durch dieses Abrechnungsverfahren können bei Tarifen wie der Allnet-Flat 50 oder 500 gleich deutlich weniger tatsächlich vertelefonierte Minuten übrigbleiben. Besonders für Kunden, die häufig kurze Gespräche führen, mag dies stark ins Gewicht fallen.
Um eine preiswerte richtige Flatrate handelt es sich bei der SMS Allnet Flat für 10 Euro pro Monat. Wer im Durchschnitt zwei oder mehr SMS pro Tag versendet spart mit dieser Option deutlich.
Fazit:
Insgesamt sind an dem neuen Tarifsystem die kurzen Kündigungsfristen der Zusatzoptionen und die entfallende Anschlussgebühr positiv zu bewerten. Base-Kunden können sich ihre Tarife zwar einfach nach Bedarf zusammenstellen, allerdings hatte Base auch schon vor der Tarifreform Angebote für die unterschiedlichsten Nutzergewohnheiten parat.
Die Internet-Handy-Flatrate und die SMS-Flatrate kommen insgesamt günstig. Beim Telefonieren führt die Abrechnung im Minutentakt zu Nachteilen für BASE-Kunden. Bei den Flatrateangeboten zum Telefonieren vermisst man eine Flatrate, die Festnetz-Telefonate und Telefonate zu anderen E-Plus-Kunden beinhaltet.
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