Friedhof der Flatrates
Ratgeber: Übersicht aller UMTS-Flatrates, die eingestellt wurden
Mobiles Breitband-Internet: Konkurrenzkampf führt zum Flatrate-Sterben
Kurze Lebenszyklen etlicher Flatrate-Tarife
Übersicht aller eingestellten Datenflatrates
Was sind die Folgen für den Kunden?
Welche Datentarife sind sicher?
Der Konkurrenzkampf der Anbieter führt zum Flatrate-Sterben
Wie Pilze sprossen in den vergangenen zwei Jahren UMTS Flatrates aus dem Boden, sie trugen fantastische Namen wie Quickster oder Spurtig, inhaltlich waren sich alle recht ähnlich. Vermarkter wie die Münchner Webmobilisten GmbH nannten die Angebote gern „ihre Babys“, von dem einstigen Kindersegen ist heute nichts mehr übrig geblieben.
Alle sechs UMTS-Flatrate-Tarife, die das Münchner Unternehmen im Jahr 2009 auf den Markt gebracht hatte, sind tot. Elvi, Funkster, Quickster, Rslcom, Spurtig und Tismobi verschwanden ebenso schnell von der Bildfläche wie sie gekommen waren. Während die Webmobilisten in der heißen Geburtsphase ihrer Tarif-Babys eine Pressemitteilung nach der anderen publizierten, war der Abgang der bunten Sechslinge eher still: Es existiert kein Pressetext der Agentur zur Beendigung der Datentarife. Sämtliche Internet-Auftritte der Webmobilisten-Flatrates wurden stillschweigend zu Tarif-Vergleichsseiten umgestaltet.
Vorsicht vor Discount-Anbietern
Die Datentarife der Webmobilisten sind mitnichten die einzigen Flatrate-Angebote, die vom Tarife-Sterben erfasst wurden. Die Lebenszyklen von Reseller-Tarifen werden offensichtlich immer kürzer: Inzwischen gehören die Datenflatrates von mp3.de, Flatmobil und Surf&Go der Vergangenheit an, ebenso das Bertelsmann-Angebot Direct Mobile.
Youni, der Internet-Tarif für Studenten, der im April 2007 als Prepaid-Tarif im Netz von E-Plus gestartet ist, verabschiedet sich unter youni.de von seinen Kunden und sagt "Danke für ein spannendes Jahr“. Die hinter dem Tarif stehende Elbkom GmbH befindet sich in Liquidation. Auch die Internet-Tarife Surfgreen und Surfblue der Flexishop GmbH gibt es nicht mehr. Das ursprüngliche Surfblue-Angebot wird inzwischen unter dem Namen Surfroyal verkauft.
Eingestellte Datenflatrates in der Übersicht
In den zurückliegenden Jahren wurden etliche Datenflatrates wieder eingestampft. Der harte Wettbewerb im Datenfunk-Bereich forderte nicht nur unter den vermeintlich kleinen Unternehmen Opfer, auch der Bertelsmann-Konzern hat seine Datenflatrate-Marke Direct Mobile kurzerhand eingestellt.
Tarif-Name |
Anbieter | Netz |
Start | Ende |
| Direct Mobile | AZ Direct GmbH / arvato AG (Bertelsmann) |
Dez. 2008 | Nov. 2009 | |
|---|---|---|---|---|
| Elvi | Webmobilisten GmbH | Mär. 2009 | Jan. 2010 | |
| Flatmobil | Waldemar Zeiler | Sep. 2008 | Dez. 2009 | |
| Funkster | Webmobilisten GmbH | Dez. 2008 | Jan. 2010 | |
| Mp3.de Data Flat |
GTCom GmbH | Sep. 2008 | Mär. 2009 (nur noch Datentarif By-call auf Prepaid-Basis) |
|
| Quickster | Webmobilisten GmbH | Dez. 2008 | Jan. 2010 | |
| Rslcom | Webmobilisten GmbH | Jan. 2009 | Jan. 2010 | |
| Spurtig | Webmobilisten GmbH | Mär. 2009 | Jan. 2010 | |
| Surf & Go | PPe telecom Michael Renz |
Mär. 2009 | Mai 2010 | |
| Surfgreen | Flexishop GmbH | Okt. 2009 | Feb. 2010 | |
| Surfblue | Flexishop GmbH | Nov. 2009 | Mär. 2010 (wurde in Surfroyal umbenannt) |
|
| Tismobi | Webmobilisten GmbH | Feb. 2009 | Jan. 2010 | |
| Youni Mobile | Deutsche Elbkom GmbH i.L. | Apr. 2007 | Jan. 2009 |
Was wird aus den Kunden?
Die Kunden der abgeschalteten Datentarife werden in der Regel damit beruhigt, dass die SIM-Karte aktiv bleibt und Leistungen weiter laufen. Allerdings müssen sich die Nutzer neue Ansprechpartner direkt beim jeweiligen Netzbetreiber suchen. Und wer surft schon gerne über einen Tarif, den es offiziell nicht mehr gibt?
Die untoten Internet-Flatrates wirken nicht gerade vertrauenerweckend: Wer hat die Kundendaten vorliegen, wer informiert die Nutzer über weitere Veränderungen? Wie und vor allem bei wem kündigt man einen bereits abgeschalteten Datentarif? Kann sich eine Flatrate-Leiche von selbst verlängern, wenn der Vertrag nicht rechtzeitig gekündigt wird?
Netzbetreiber bieten Sicherheit
Klar ist nur Eines: Für die Kunden sind diese Discount-Datentarife ein schlechtes Geschäft. Grundsätzlich hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass Datentarife direkt vom Netzbetreiber mehr Sicherheit, mehr Transparenz und meist auch eine bessere Qualität der Leistungen bieten. Die Vodafone-Datentarife und die Telekom-Datentarife kosten zwar in der Regel ein paar Euro mehr, die sind aber gut angelegt, wenn der Kunde dafür einen seriösen Datentarif bekommt. Bei o2 ist mobiles Internet einen Tick günstiger als bei den D-Netz-Betreibern, die Kunden sind ebenso auf der sicheren Seite. Der vierte deutsche Netzbetreiber E-Plus bietet inzwischen keine eigenen Internet-Tarife mehr an. Die Vermarktung läuft seit Februar 2010 ausschließlich über das Tochterunternehmen Base, das wie E-Plus zum niederländischen KPN-Konzern gehört.
Neben den großen Anbietern gibt es auch einige Provider, die aufgrund ihrer Firmengröße und der langjährigen Auseinandersetzung mit dem Mobilfunkmarkt sicherlich nicht über Nacht verschwinden werden. Unternehmen wie 1und1 zählen dazu ebenso wie große Discounter wie Fonic, Simyo oder Congstar. Aber auch Anbieter wie Klarmobil oder Mobook haben über Jahre hinweg bewiesen, dass sie nachhaltig am Markt agieren. So wurde zum Beispiel Sparhandy, das Unternehmen hinter der Marke Mobook, als erster unabhängiger Mobilfunkhändler mit dem Gütesiegel s@fer-shoppingTM des TÜV SÜD ausgezeichnet.
Autor: FN
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