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UMTS-Flatrate-Reseller Drillisch mit einem dicken Minus

27.03.2009

Der Mobilfunk-Provider Drillisch, der sich derzeit mit verschiedenen Marken im mobilen Breitband-Bereich engagiert (z.B. Simplydata, Surfred, Fastsim, Quickster, etc.) hat im Geschäftsjahr 2008 nach hohen Abschreibungen rote Zahlen geschrieben. Wie der Mobilfunk-Dienstleister am Donnerstag mitteilte, wurde bei einem Umsatz von 350 Millionen Euro (minus 3,2 Prozent) unter dem Strich ein Verlust von 184 Millionen Euro ausgewiesen. Im Vorjahr konnte das Unternehmen noch einen Gewinn von 24,3 Millionen Euro verbuchen. Schuld an der finanziellen Misere haben unter anderem die hohen Abschreibungen im Zusammenhang mit der freenet AG.

Die liquiden Mittel von Drillisch sanken im Geschäftsjahr 2008 um 80,4 Millionen Euro und betrugen zum Stichtag 31. Dezember 4,3 Millionen Euro. Die Aktiva verringerten sich insgesamt um 203,7 Millionen Euro. Auch die Mitarbeiterzahl ist im Laufe des Jahres gesunken: Der Mitarbeiter-Rückgang betrug im Jahresdurchschnitt rund 7,2 Prozent, die Gesamtzahl der Beschäftigten sank auf 347. Die Bezüge des zweiköpfigen Vorstandes der Drillisch AG (Paschalis Choulidis und Vlasios Choulidis) wurden mit 1,895 Millionen Euro ausgewiesen, davon wurde 1 Million als "erfolgsabhängige Komponente" verbucht.

Quo vadis Drillisch?

Die Drillisch AG war bekanntlich im Jahr 2007 bestrebt, gemeinsam mit der United Internet AG, den Telekommunikationsanbieter freenet mehrheitlich zu übernehmen. Aus diesem Grund sollte der Anteil an Freenet über die gemeinsame MSP Holding GmbH auf nahezu 26 Prozent erhöht werden. Aus der Freenet-Übernahme wurde jedoch nichts. Nicht zuletzt die Ungewissheit über die Zukunft des Freenet-Konzerns ließ die Aktie ab Mitte des Jahres 2007 - wo sie noch bei rund 25 Euro lag - bis auf 3 Euro abstürzen. Nach Vorlage der Geschäftszahlen für das Jahr 2008 notierte die Freenet-Aktie diese Woche bei rund 4,20 Euro.

Die Zahl der Mobilfunkkunden von Drillisch belief sich zum Jahresende auf zirka 2,37 Millionen, von denen 64,3 Prozent (1,53 Millionen) Prepaid-Angebote nutzten. Im Zusammenhang mit dem Engagement im mobilen Internet-Bereich wurden keine genauen Angaben veröffentlicht. Jedoch kann man davon ausgehen, dass der Konzern als Reseller eher zu den Pionieren im mobilen Breitband-Bereich zählt und sich in Kooperation mit den unterschiedlichsten Vermarktern eine gute Ausgangsposition im Kampf um das mobile Internet verschafft hat.

Autor: MN

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