Mobiles Internet: Deutsche bleiben skeptisch
11.10.2010
Nur 13 Prozent der deutschen Internet-Nutzer surfen auch mobil und das obwohl für zwei Drittel der Deutschen Internet zum Alltag gehört. Die Nutzung des mobile Internet nimmt nur langsam zu. Das hat eine Studie der Sender ARD und ZDF ergeben.
Der Unterschied in der Akzeptanz des Internets einerseits und seiner mobilen Variante andererseits hat vor allem zwei Gründe, wenn man der ARD/ZDF-Studie folgt: Hoher Preis und mangelnder Komfort.
Der App-Boom täuscht
Die Verkaufszahlen von Smartphones steigen zwar stark an, doch die meisten Smartphone-Besitzer nutzen ihre Geräte weiterhin hauptsächlich zum Telefonieren und zum Verschicken von SMS. Vor allem die Jüngeren greifen auf die Internetfunktionen ihrer Handys zurück. Bei ihnen sind es immerhin 21 Prozent.
Auch die Apps, kleine Applikationen für Handys, finden noch nicht so großen Anklang, wie es die Verkaufszahlen vermuten lassen. Zwar werden laut einer Schätzung des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) im Verlauf des Jahres 2010 an die 755 Millionen mobile Apps heruntergeladen, doch nutzt nur ein kleiner Teil der Handybesitzer die Anwendungen. Dass sie dennoch in so großer Zahl heruntergeladen werden, liegt vor allem an den niedrigen Preisen. Sind sie aber einmal heruntergeladen, werden sie oft ebenso schnell wieder vergessen. „Wenn die Anfangseuphorie vorbei ist, geraten die meisten schnell in Vergessenheit.“, so der Mannheimer Medienexperte Gerhard Franz gegenüber dem ZDF.
Zu teuer, zu unkomfortabel
Der Hauptgrund, der gegen das mobile Internet spricht, ist für viele der Preis. Dieser wird als zu hoch empfunden. Dies geht auch aus einer Studie des Beratungsunternehmens Fittkau & Maaß hervor. Als zweiter Grund wird angegeben, dass mobiles Surfen noch zu unkomfortabel sei. Smartphones haben das mobile Surfen einfacher gemacht, weil sie größere Displays haben als frühere Handys und per Berührung bedient werden können. In der Wahrnehmung der Internetnutzer ist dies aber immer noch wenig reizvoll. Daher ist das Hauptgerät für mobiles Internet immer noch der Laptop - rund 51 Prozent der Nutzer greifen auf Notebooks zurück.
Seit 1997 untersucht die ARD/ZDF-Onlinestudien-Reihe das Internet-Nutzungsverhalten der Deutschen. Die Datenerhebung für die 14. Studie in dieser Reihe fand vom 16. März bis 21. April 2010 statt. Es wurden insgesamt 2.577 deutschsprachige Erwachsene befragt. Mit rund 70 Prozent davon, 1.804 Personen, konnte ein vollständiges Interview geführt werden. Davon waren 1252 Internetnutzer und 552 Interviewte sogenannte Offliner. Für die Durchführung der Interviews und die Auswertung der Ergebnisse war das Institut Enigma GfK Medien- und Marketingforschung in Wiesbaden verantwortlich.
Autor: JG
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