EU-Kommission: UMTS-Gebühren müssen gesenkt werden
28.04.2008
EU-Kommissarin Viviane Reding legt sich erneut mit den europäischen Telekom-Betreibern an. Wieder einmal geht es um überteuerte Gebühren, die Reding zugunsten der Verbraucher senken möchte. Notfalls auch per Gesetz. Waren es im Sommer 2007 die teuren Handy-Auslandsgespräche gewesen, sind es dieses Jahr die horrenden UMTS-Tarife, gegen die Kommissarin Reding vorgehen will.
Die Telekombranche möchte eine Auseinandersetzung mit der EU-Kommission vermeiden, viele Anbieter beteuern, sie hätten ihren Kunden längst bessere Tarife eingeräumt. Das entspricht allerdings nicht ganz der Realität. Viele Laptop-Besitzer haben bereits böse Überraschungen erlebt, als nach dem Urlaub eine vierstellige Rechnung über UMTS-Verbindungen im Briefkasten lag. Einige Betreiber, etwa Vodafone, warnen wortwörtlich vor einem „Schock, wenn Sie die Rechnung sehen“. Vom Surfen im Ausland über den eigenen Laptop oder ein UMTS-fähiges Handy wird deutlich abgeraten.
UMTS-Nutzung im Ausland: moderate Preise ab 1. Juli 2008
Die Mobilfunkkonzerne sind nun aufgerufen, ihre Tarife am 1. Juli an Reding zu schicken. Mitte Juli werden diese im Internet veröffentlicht. Sollten die Kosten für UMTS-Verbindungen dann immer noch zu hoch sein, will die EU-Kommissarin billigere Gebühren per Gesetz verordnen.
Im Durchschnitt kostet ein übertragenes Megabyte an Daten aktuell fünf Euro, in Luxemburg und Polen sogar elf Euro. Diese Datenmenge reicht gerade einmal zum Versenden einiger Digitalfotos. Leicht können Rechnungen im Bereich von 750 bis 1200 Euro zustande kommen. Schuld an den „Wahnsinns-Preisen“ sei die Tatsache, dass es kaum Konkurrenz auf dem Markt gebe, schimpft ein EU-Beamter in Brüssel. Es herrsche ein Monopol von vier großen Betreibern, obwohl in Europa eigentlich 99 Mobilfunkanbieter tätig seien. Dabei sind dies mitnichten Extrembeispiele: es sind dies alltägliche, sogenannte „Roaming-Gebühren“, mit denen die Telekom-Riesen ihre rund 88 Millionen Kunden kräftig zur Kasse bitten. „Ich will ein Ende dieser künstlichen Grenzen zwischen Netzwerken und Nationen sehen“, warnt Kommissarin Reding mit Blick auf den UMTS-Markt. Kein Zweifel, die europäischen Verbraucher stehen hinter ihr und hoffen auf eine schnelle Preisreduzierung rechtzeitig zur Urlaubssaison.
Autor: FN
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