Mobile Dienste: umsonst ist zu wenig
08.05.2009
„Warum bezahlen, das gibt es doch kostenlos im Internet“, denkt sich so mancher Nutzer, wenn es um Songs, Videos oder andere mobile Inhalte geht. Genau diese Gratis-Mentalität der Verbraucher verbreitet derzeit Angst und Schrecken in der erfolgsverwöhnten Mobilfunkindustrie. Die Befürchtung ist, dass mobile Dienste vom Gratis-Virus angesteckt werden könnten.
Beim weltgrößten Handy-Hersteller Nokia etwa mache man sich Sorgen, dass diese Kostenlos-Kultur aus dem Internet in den Mobilfunk eingeschleppt werde, sagte Vorstandsmitglied Tero Ojanperä vor kurzem gegenüber der Financial Times Deutschland (FTD): „Die Herausforderung für uns ist nicht Apple, sondern ein Handy-Kunde, der kein Geld für mobile Inhalte ausgibt“, betonte der Nokia-Manager am Rande einer Entwicklerkonferenz in Monaco.
Erfolgsrezept Kombiprodukte
Ein erfolgreiches Gegenkonzept kann die Kombination von Diensten und Endgeräten sein. Das kanadische Unternehmen Research in Motion (RIM) hat es vorgemacht: Sein BlackBerry-Gerät ist praktisch zum Synonym für die Nutzung von mobile E-Mail geworden.
Auch der Computerhersteller Apple hat sich mit dem Design-Handy iPhone durchgesetzt: Der konzerneigene Internet-Shop AppStore vertreibt inzwischen mehr als 30.000 Applikationen für das kultige Smartphone. Dagegen musste Nokia allein im letzten Jahr einen Verlust von zehn Prozent bei den Marktanteilen im Sektor Smartphones verzeichnen. Aktuell halten die Finnen nur noch 40 Prozent Anteile am Markt. Das entspricht auch in etwa der Share, die Nokia am Gesamtmarkt hat.
Nokia: mit Ovi und Comes with Music gegen die Konkurrenz
Inzwischen haben die Finnen zum Gegenschlag angesetzt. Mit eigenen Kooperationsprojekten wie dem Musik-Dienst-Portal Ovi oder der Musik-Plattform Comes With Music wollen sie sich neu positionieren und Marktanteile zurückgewinnen. Ovi (finnisch für: Tür) bietet Handy-Nutzern eine Vielzahl von Services, beispielsweise zur Verwaltung und Synchronisation von Kontakten, Terminen und persönlichen Daten. Auch Spiele, Musik, Fotoalben und Karten für die Handy-Navigation stehen auf der Nokia-Plattform bereit. Bis zum Jahr 2012 möchte der Handy-Hersteller laut Nokia-Manager Ojanperä 300 Millionen aktive Ovi-Nutzer erreichen. In Kürze soll das neue Komplett-Angebot von Ovi starten.
Mit dem Musik-Portal Comes with Music will der weltgrößte Handy-Hersteller eine Alternative zum kostenlosen Austausch von Songs etablieren. Zu diesem Zweck wurde eine Musik-Flatrate aufgelegt, die in Verbindung mit verschiedenen Nokia-Handys angeboten wird. Der passende Mobilfunktarif kommt in Deutschland vom Kooperationspartner mobilcom-debitel. Das Comes with Musik-Paket gibt es bei uns seit dem 4. Mai zu kaufen.
Autor: FN
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