Zahlen per Mobiltelefon sehr attraktiv
09.11.2009
Mobile Payment – also Zahlen per Mobiltelefon - ist für Verbraucher sehr attraktiv. Zu diesem Ergebnis kommt eine Marktstudie der Capgemini Consulting. Das Beratungsunternehmen schätzt das mögliche Marktvolumen in Deutschland nur durch Endkundengebühren, das heißt ohne Transaktionsgebühren, auf rund 600 Millionen Euro.
Langfristig bestehe ein großes Potenzial für Mobile Payment als Ersatz oder Ergänzung existierender Zahlungsmittel wie Bargeld. Ein Drittel der Bevölkerung sei zwar noch unentschieden, könnte aber durch eine bessere Bekanntheit für den neuen Zahlungsweg gewonnen werden, so die Autoren der Studie. Was bisher fehle, sei ein praktikables Geschäftsmodell, bei dem Mobilfunkanbieter, Einzelhändler und die aktuell nur mit wenigen Ausnahmen aktiven Finanzdienstleister (zum Beispiel Banken oder Kreditkartengesellschaften) zusammenarbeiteten. „Schon heute sind 1,3 Millionen Konsumenten bereit, bis zu fünf Euro pro Monat für die Nutzung von Mobile Payment zu zahlen. Zuzüglich möglicher Transaktionsgelder, die durch den Handel zu entrichten wären, entsteht hierdurch ein interessanter Markt“, so Tom Lurtz, Telekommunikationsexperte von Capgemini Consulting.
Sicherheit und Durchschaubarkeit wichtig
Sicherheit ist der Studie zufolge für die befragten Bundesbürger ein entscheidender Aspekt beim Handy-Banking – der Zahlungsweg muss anonym und die Mobilfunknummer für den Zahlungsempfänger unsichtbar bleiben. Weitere wichtige Aspekte für die Verbraucher sind Einfachheit und Durchschaubarkeit: 55 Prozent der Befragten wünschen sich, dass der zu zahlende Betrag direkt vom Bankkonto abgebucht wird – nur 14 Prozent favorisieren hier die Abrechnung des Betrags über die Telefonrechnung.
„62 Prozent der Befragten erwarten ein Mobile Payment-Angebot von ihrer Bank. Banken genießen beim Verbraucher immer noch das höchste Vertrauen im Zahlungsverkehr und haben daher die Chance, sich eine führende Rolle bei der Entwicklung eines Geschäftsmodells für Mobile Payment zu sichern“ heisst es in einer Pressemeldung zu der Studie. „Die von Capgemini Consulting befragten Bundesbürger nehmen Mobile Payment darüber hinaus als eine ergänzende Bezahlform zu bestehenden Bezahlverfahren, beispielsweise der EC-Karte, wahr.“.
„Einsatzfelder erweitern“
Aktuelle Mobile Payment Services werden derzeit von Mobilfunkunternehmen direkt angeboten, insbesondere für Online Services, und Anbietern von Produkten oder Services, zum Beispiel Mobile Parking oder auch die Handybriefmarke der Deutschen Post, so die Studie. „Diese sind aktuell auf wenige Anwendungsfälle beschränkt. Die Anforderung an potenzielle Anbieter ist es nun, weitere Einsatzfelder für Mobile Payment bereitzustellen. Dies könnten aber auch Unternehmen aus der Internet-Branche wie zum Beispiel Ebay mit Pay Pal, die schon jetzt Bezahlsysteme für eine große Nutzergruppe anbieten, leisten und damit eine ernstzunehmende Konkurrenz in diesem Umfeld werden“.
Der Weg in eine gewinnbringende bargeldlose Gesellschaft ist aber noch weit. Der Kunde werde sich erst auf Mobile Payment als Zahlungsweg verlassen und es regelmäßig nutzen, wenn eine weitreichende Akzeptanz beim Handel geschaffen wird, so heißt es weiter. Dies müssten mögliche Anbieter von Mobile Payment gewährleisten. Die Autoren der Studie raten zu einer stärkeren Zusammenarbeit zwischen Telekommunikationsanbietern und Banken.
Capgemini
Capgemini ist ein Dienstleister für Management- und IT-Beratung, Technologie-Services und Outsourcing; es beschäftigt in mehr als 30 Ländern rund 90.000 Mitarbeiter und erzielte 2008 einen Umsatz von 8,7 Milliarden Euro. Capgemini Consulting berät Unternehmen und Management bei der Transformation von Firmen.
Autor: ET
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