GPS-Handys als Navi-Konkurrenz
23.10.2009
Jahrelang waren die Navigationsgeräte kurz Navis in Deutschland auf dem Vormarsch, die Verkaufszahlen stiegen von Jahr zu Jahr. Damit ist es nun vorbei: 2009 werden 4,2 Millionen Navis abgesetzt, 2008 waren es noch 4,3 Millionen. Das teilte der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) in einer Presseerklärung mit. „Nach den steilen Zuwächsen in den vergangenen Jahren bekommen Navigationsgeräte die Konkurrenz der Handys zu spüren“, sagt BITKOM-Präsident August-Wilhelm Scheer.
Allein von 2006 bis 2008 wurden nach Angaben des Verbandes in Deutschland mehr als 10 Millionen Navigationsgeräte verkauft. Durch die Konkurrenz der Handys gehen, so BITKOM, die Verkaufszahlen reiner Navigationsgeräte allmählich zurück, gleichzeitig sinken die Preise: Während ein Navi im Jahr 2006 durchschnittlich noch annähernd 400 Euro kostete, zahlen die Käufer heute im Schnitt nur rund 175 Euro, Einsteigermodelle gibt es bereits für unter 100 Euro.
Navi-Hersteller rüsten nach
Die Navihersteller rüsten auch nach, um mehr zu bieten als Navigation: Moderne Navis können mittlerweile Musik und Videos abspielen oder haben einen Empfänger für mobiles Fernsehen. Einige teure Modelle verfügen über lernende Software: Sie schlägt dem Fahrer neben den Optionen kürzeste oder schnellste Strecke auch die umweltfreundlichste Variante vor, auf der am wenigsten Treibstoff verbraucht wird. Mit Hilfe eines umfassenden Berichts zu Kraftstoffverbrauch und Kilometerleistung erhält der Fahrer einen Überblick darüber, wie und wo er Sprit sparen kann.
Eine weitere Neuerung, die einige High-End-Navis zur besseren Orientierung anbieten, ist die fotorealistische Darstellung. Häuser, Straßen, Fassaden, Zebrastreifen und Ampeln werden detailgetreu auf dem Display sichtbar. Allerdings ist diese Ansicht bisher lediglich für einige ausgewählte europäische Metropolen verfügbar.
Die Tücken des GPS-Handys
Zwar macht das Handy dem Navi Konkurrenz, doch die Navigation per Handy hat einige Tücken, so meinen beispielsweise die Tester der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Fast alle Oberklasse-Handys hätten mittlerweile ein GPS-Modul. „Nur hapert es an verlässlicher Software, der Empfindlichkeit des GPS-Moduls für den Einsatz im Straßenverkehr und an der Stromversorgung. Der Kontakt mit den Satelliten saugt jeden Handy-Akku in wenigen Stunden leer, zumal, wenn das Display durchgehend eingeschaltet bleibt.
Ältere Empfänger bieten zwar eine verlässliche Ortung in wenigen Minuten, was für die Wanderung ausreicht. Aber beim Einsatz im Auto mit höheren Geschwindigkeiten, schnellen Richtungswechseln und im Schatten des Fahrzeugdachs zeigen sich dann GPS-Ausfälle mit kuriosen Folgen: etwa ein „Bitte wenden“ auf der Autobahn“ so monierten die Tester.
Experten-Tipps fürs Navi-Handy
Experten empfehlen, beim Kauf von Navi-Handys auf einige Punkte zu achten: Wichtig ist ein großes Display, mindestens 2,8 Zoll sind angesagt, damit man den Weg auch erkennt – mit der Lupe in der Hand fährt es sich halt schlecht. Die Karten-Software sollte bereits mitgeliefert werden – und das nicht nur als Testversion. Sonst muss man sie für 50 bis 100 Euro nachkaufen. Einige wenige Hersteller liefern zum Navi-Handy noch eine Halterung für die Befestigung an der Windschutzscheibe mit, auch sie ist wohl ein Muss. Ist die Halterung nicht mit dabei, kann man sie immerhin für etwa 10 Euro nachkaufen – eine akzeptable Lösung.
Autor: ET
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