Das Handy weist den Weg
04.08.2008
5,1 Millionen Europäer nutzten im Mai 2007 mobile Routenplaner. Im Mai 2008 waren es schon 7,6 Millionen User in der Euro-Zone, das entspricht einer Steigerung von 49 Prozent. Wie das US-amerikanische Marktforschungsunternehmen comScore außerdem ermittelt hat, übertreffen die mobilen Zugriffe auf Online-Navigationsdienste in diesem Jahr erstmals die Zugriffe über einen stationären PC.
Immer mehr Handy-Besitzer nutzen ihr Endgerät für Navigationszwecke. Die Analysten von comScore zeigten auf, dass mit herkömmlichen Mobiltelefonen verstärkt auf mobile Landkarten zugegriffen wird. Wer dagegen ein Handy mit eingebautem GPS besitzt, setzt das Gerät direkt als Navigationshilfe ein. Acht Prozent der US-Amerikaner und drei Prozent der Europäer nutzten in den letzten drei Monaten laut comScore entsprechende Navigationsdienste.
Mobile Navigation: Für Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger
In Europa sind Briten und Italiener die größten Fans von mobiler Navigation, hier nutzen über zwei Millionen Handy-Besitzer solche Dienste. In Frankreich und Spanien sind es rund eine Million Nutzer, Deutschland liegt knapp dahinter. Besonders beliebt sind die mobilen Navigationsdienste bei Autofahrern. Wie die aktuellen Zahlen von comScore zeigen, ist der Anteil der Autofahrer mit 85,7 Prozent in den USA am größten. Darauf folgen die Franzosen mit 79,9 Prozent, in Deutschland sind es 62,4 Prozent. Schlusslicht sind die Briten mit 57,9 Prozent.
Handy-Besitzer in Großbritannien nutzen mobile Navigationsdienste auch gerne zum Joggen oder Fahrradfahren (41 Prozent) sowie in den öffentlichen Verkehrsmitteln (30 Prozent; offenbar wurden Mehrfachnennungen in der Untersuchung zugelassen). Auch in Deutschland greifen 31,2 Prozent der Nutzer auf mobile Navigationsservices zurück, wenn sie zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind. Weitere 30 Prozent der Deutschen nutzen diese Angebote laut Studie im öffentlichen Nahverkehr.
Europäer setzten auf Nokia-Handys, US-Amerikaner auf iPhone
Unterschiede zwischen den Usern zeigen sich auch anhand der mobilen Endgeräte: Während die US-Amerikaner bevorzugt das iPhone für mobile Navigation nutzen, setzen die Europäer auf die Nokia-Handys N95 und N70. Die US-Amerikaner greifen meist online mit dem Web-Browser auf Kartenmaterial zu.
Dagegen nutzen die Europäer auch Navigations-Applikationen zum Herunterladen auf das Mobiltelefon. SMS-Dienste mit Navigationshinweisen, etwa in Bezug auf den öffentlichen Nahverkehr, sind sowohl in Nordamerika wie auch in der Euro-Zone sehr beliebt. Das ist interessant, da die herkömmliche SMS in Europa sonst wesentlich intensiver genutzt wird als in den USA.
Autor: FN
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