Teurer Spaß: Online-Surfer soll 50.000 Euro zahlen
16.03.2009
Über 50.000 Euro soll ein deutscher Online-Surfer an den Mobilfunkanbieter Orange France zahlen. Der Mann hatte im vergangenen Dezember bei einem Frankreich-Aufenthalt Filme auf sein Notebook geladen. In dem Glauben, auch seine mobile Internetnutzung im Ausland sei durch seinen Data Flat-Tarif von o2 gedeckt, surfte er insgesamt 13 Stunden im Netz.
Was Herr D. aus Schleswig-Holstein offenbar nicht wusste: Die 25 Euro-Flatrate von o2 gilt nur für Verbindungen im Inland. Im Ausland werden Gebühren bei einem anderen Anbieter fällig, ähnlich wie beim Roaming von Sprachtelefonie. Inzwischen hat sich das Europäische Verbraucherzentrum in Kiel eingeschaltet.
Mobile Daten-Flatrate gilt nicht im Ausland
Dieses Preisgebaren sei skandalös, schimpfte der Leiter der Verbraucherzentrale Bernd Krieger. Erstens stünden Leistung und Gegenleistung in einem Missverhältnis zueinander und zweitens bestehe keinerlei Klarheit über die Preise. Verbraucher hätten keine Möglichkeit, sich im Voraus über die genauen Kosten der mobilen Internetnutzung im europäischen Ausland zu informieren, so die Kritik des Verbraucherzentrums.
Orange France hatte zum Teil mehr als 60 Euro pro Übertragungsminute berechnet, in einer halben Stunde fielen so Gebühren von bis zu 1.900 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer an. „Wir hoffen nun gemeinsam mit dem Mann auf die Kulanz der beiden Anbieter“, sagte Krieger. Derweil hat o2 seine Forderungen bereits um knapp 13.000 Euro reduziert, was bei der Höhe der Gesamtrechnung wohl eher ein Tropfen auf den heißen Stein ist.
Man habe sich mit der französischen Partnerorganisation in Verbindung gesetzt, sagte Verbraucherschützer Krieger weiter. Außerdem soll die zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding eingeschaltet werden. Ähnlich wie beim Sprach-Roaming müssten die Kosten auch beim Datenroaming auf ein akzeptables Niveau gesenkt werden, fordert Krieger. EU-Kommissarin Reding hatte die Mobilfunk-Netzbetreiber in der Vergangenheit wiederholt durch Verordnungen gezwungen, ihre Preise auf realistische Größenordnungen zu reduzieren. So liegt der Maximalbetrag für im Ausland ausgehende Anrufe inzwischen bei 46 Cent. Eingehende Anrufe kosten 22 Cent pro Minute zuzüglich Mehrwertsteuer.
Autor: FN
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