Netbooks sei Dank: PC-Verkäufe trotzen der Krise
26.10.2009
Die Computerbranche wird Ende 2009 trotz Wirtschaftskrise so viele PCs verkauft haben wie nie zuvor. Diesen Rekord prognostiziert der Branchen-Verband Bitkom (Bundesverband für Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.). Nach dessen Erhebung werden 2009 in Deutschland voraussichtlich 13,1 Millionen PCs über den Ladentisch gehen, 900 000 Geräte mehr als im Vorjahr.
Das satte Zuwachsplus von acht Prozent im Vergleich zum vergangenen Jahr verdanke man vor allem der steigenden Nachfrage bei Notebooks und Netbooks, so der High-Tech-Verband. Im laufenden Jahr würden demnach 8,7 Millionen dieser Geräte verkauft. Das seien 12,5 Prozent mehr als im Vorjahr.
Netbooks werden wie warme Semmeln verkauft
Besonders begehrt bei den Verbrauchern seien dieses Jahr so genannte Netbooks. Kleiner, leichter und vor allem auch preiswerter als herkömmliche Rechner machten die Minicomputer mittlerweile ein Drittel der Notebook-Verkäufe aus. Der Bitkom-Prognose nach wäre also gut jeder fünfte in diesem Jahr in Deutschland verkaufte Rechner ein Netbook. Dass die neue Geräteklasse „den gesamten PC-Markt beflügelt“ habe, freut dann auch Bitkom-Präsident Prof. August-Wilhelm Scheer. „Netbooks eignen sich für den mobilen Einsatz und werden nicht als Ersatz für ein stationäres Gerät gekauft“, so Scheer weiter.
Dennoch rechnet der Bitkom damit, dass in diesem Jahr die Verkaufszahlen bei den herkömmlichen PCs etwas zurückgehen werden: Insgesamt werden aller Wahrscheinlichkeit nach Ende 2009 rund 4,4 Millionen Schreibtisch-Rechner verkauft worden sein, was einem Minus von 0,5 Prozent entspricht.
Einsparpotential für Verbraucher bei Netbook-Bundles
Wie der Verband weiter mitteilte, darf sich der Verbraucher auch 2009 über sinkende Preise für Computer freuen. Der Käufer eines Notebooks etwa bezahle in diesem Jahr durchschnittlich nur noch 550 Euro für sein Gerät. Dies seien 13 Prozent weniger als 2008 und sogar 30 Prozent weniger als 2007. Der Bitkom verweist dabei unter anderem auf Einsteiger-Netbooks für unter 300 Euro und die an Verträge gebundenen Angebote der Mobilfunkbetreiber. Sprich so genannte Notebook Bundles.
Der Trend zu kostengünstigen mobilen Rechnern und der Preisverfall bei PCs hat aber auch eine Kehrseite: 2009 könne der Umsatz der Branche aller Voraussicht nach nicht mit den Computer-Verkaufszahlen mithalten, erläutert der Bitkom. So werde der PC-Umsatz dieses Jahr um fast fünf Prozent auf 6,8 Milliarden Euro sinken. „Mit einer Konjunkturerholung im kommenden Jahr wird insbesondere die PC-Nachfrage der Unternehmen wieder zulegen“, gibt sich Scheer allerdings zuversichtlich. Einen zusätzlichen Schub erhofft sich der Verband durch die Einführung des Betriebssystems Windows 7..
Autor: BL
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