Die Menschen werden immer mobiler
26.01.2009
Mobile Datendienste werden in wenigen Jahren für die meisten Menschen zum Alltag dazugehören wie das Auto, das Zähneputzen oder der tägliche Kaffee. In drei Jahren, also 2012, werden schon über 60 Prozent der Mobiltelefone in Deutschland über UMTS und damit über einen schnellen Internet-Zugang verfügen. Das geht aus einer Stellungnahme des Hightech-Verbandes BITKOM und des Beratungsunternehmens Goldmedia hervor.
Mobile Datendienste werden nach Ansicht des BITKOM-Vizepräsidenten Achim Berg das mobile Internet wesentlich pushen. Der Umsatz mit mobilen Datendiensten (ohne SMS und MMS) wird sich in Deutschland von 1,6 Milliarden Euro im Jahr 2007 auf 5,7 Milliarden Euro im Jahr 2012 mehr als verdreifachen.
Mobile Werbung wird für sinkende Datendienst-Preise sorgen
Einzelne mobile Segmente, die sich an Unternehmen wenden sowie der komplette Unterhaltungsbereich werden in Zukunft das Marktwachstum wesentlich beeinflussen. „Allein Mobile Video, Mobile Games, Mobile Music und Mobile Advertising werden 2012 ein Marktvolumen von rund 740 Millionen Euro erreichen“, erklärt Goldmedia-Geschäftsführer Dr. Klaus Goldhammer die wichtigsten Punkte der Studie.
Nach Ansicht der Experten werde die werbefinanzierte Unterhaltung in Zukunft eine größere Rolle spielen. Die Netto-Erlöse aus Handy-Werbung von 96,9 Millionen Euro in 2008 werden bis 2012 auf rund 300 Millionen Euro klettern. Die Einnahmen aus mobiler Reklame werden sich positiv auf die Preise auswirken. Die Kosten für Datendienste dürften dann entsprechend sinken.
Das Medien-Consultingunternehmen Goldmedia geht insgesamt davon aus, dass sich das Handy noch mehr als in der heutigen Zeit zum unverzichtbaren Begleiter des Menschen entwickeln wird. Kunden werden in naher Zukunft mit einem mobilen Datengerät – egal ob es ein Handy, ein Smartphone, ein UMPC, ein mobile Device oder Mini-Netbook sein wird – immer und überall auf das Internet zugreifen, ihre Zeit organisieren und strukturieren wollen, sowohl im privaten wie im geschäftlichen Bereich.
Aktuelle Umfrage sieht mobile Datendienste erst am Anfang
Derzeit haben mobile Datendienste allerdings noch nicht das Massenpublikum erreicht. Nutzer klagen über die Qualität vorhandener mobiler Datendienste. So kritisierte Dr. Key Pousttchi, Leiter der Forschungsgruppe wi-mobile der Universität Augsburg, in einem Gespräch mit heise online die Attraktivität heutiger Angebote: "Mobile Datendienste sind nicht attraktiv genug und zu teuer – das sind zwei vorläufige Ergebnisse unserer aktuellen Umfrage", so Dr. Pousttchi.
Seine Forschungsgruppe beteiligt sich an der noch bis Ende Januar laufenden internationalen Online-Umfrage "Worldwide Mobile Data Services Study" (WMDSS), die die tatsächliche Nutzung von mobilen Datendiensten für private oder berufliche Zwecke untersucht.
Ein erster Blick in die Umfrageergebnisse des Forschungsteams wirkt ernüchternd: Ein besseres Angebot, das über das Klingelton-Niveau hinausgeht, könnte über 40 Prozent der Handy-Kunden dazu bringen, ihren Anbieter zu wechseln. Ein günstigeres Preisangebot würde die Wechselbereitschaft sogar auf rund 70 Prozent erhöhen. Auch deuten die Ergebnisse der Forschungsgruppe darauf hin, dass die Preise heutiger UMTS-Flatrate-Angebote noch zu hoch sind: Mehr als 15 Euro würden nur etwa 30 Prozent der Befragten für mobiles Surfen ausgeben.
Autor: MN
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