Der Google-Browser Chrome gewinnt an Fahrt
02.01.2009
Im September stellte der IT-Konzern Google seinen eigenen Browser "Chrome" vor. Das war keine gute Nachricht für den Firefox-Browser, dessen einziger Geldgeber bis dato Google ist. Man muss kein Insider sein, um die Überlegung anzustellen, Google könnte Firefox bald zugunsten seines eigenen Programms fallen lassen. Zudem droht Firefox auch im Handy-Bereich Ungemach: Es ist nur eine Frage der Zeit bis Google seinen "mobile Chrome" ins Rennen schickt.
In der Vergangenheit hatte der Suchmaschinenanbieter die Entwicklung von Firefox finanziell unterstützt, im Gegenzug wurde der Browser von Mozilla mit einer exklusiven Google-Suchfunktion ausgestattet. Anfang Dezember verließ dann der neue Google-Browser die Beta-Phase. Kurz darauf musste Firefox den Platz als Standard-Browser auf der Suchmaschine räumen. Bei Neuinstallationen erscheint nun automatisch Chrome.
Chrome ersetzt Firefox als automatischer Standard-Browser
"Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass sich die Dinge nicht verkompliziert haben", sagte der Chef von Mozilla, John Lilly in einem Gespräch mit dem Magazin Computerworld über das Verhältnis gegenüber dem Finanzpartner Google. Im August hatten die beiden Firmen ihre Partnerschaft vertraglich um drei Jahre verlängert.
"Unternehmen kooperieren in bestimmten Gebieten – und konkurrieren in anderen", meinte Lilly lakonisch. "Wir kooperieren mit Google, weil wir glauben, dass die Suche ein fundamentaler Einstiegspunkt in das Netz ist – und derzeit bietet Google die beste Sucherfahrung", erklärte der Mozilla-Chef. Allerdings sei man sich im Klaren darüber, dass man in den nächsten Jahren neue Produkte und neue Einnahmequellen entwickeln müsse, fügte Lilly hinzu. Derzeit hält der Browser Firefox rund 20 Prozent Marktanteile, der Microsoft Internet Explorer dominiert mit 69 Prozent, auf Googles Chrome entfallen lediglich 0,8 Prozent.
Zusammenführung von Chrome und Android auf dem Handy?
Der neue Google-Browser soll bald auch in einer Handy-Version verfügbar sein. Das Programm ist an sich schon sehr klein und genügsam in seinen Hardware-Anforderungen: Die PC-Version für Windows ist auf sieben Megabyte komprimiert, und das, obwohl Chrome in 43 Sprachen geliefert wird. Der Google-Mitgründer Sergej Brin kann sich auch eine nochmals abgespeckte Variante für das Mobiltelefon ("Chrome Lite") vorstellen. Brin teilte außerdem mit, ein Großteil des neuen Browsers sei bereits für die Prozessoren der Firma ARM optimiert worden. Diese Module werden in vielen mobilen Endgeräten, unter anderem in Handys von Apple, Motorola, Nokia oder Samsung verbaut.
Vor kurzem hatte der IT-Konzern Google auch ein eigenes Betriebssystem für Smartphones mit Namen "Android" vorgestellt. Die Entwickler von Chrome und Android hätten sich inzwischen in einigen Bereichen ausgetauscht, sagte Brin. "Sobald beide ihre Produkte veröffentlicht haben und Zeit ist, um Luft zu holen, können wir über eine Folgeversion von Android nachdenken, in die mehrere Elemente von Chrome integriert werden", so der Technologie-Chef von Google.
Autor: FN
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