Analysten sehen goldene Zeiten für Mobile Banking
Mobile Finanzservices stecken noch in den Kinderschuhen. Zwar bieten bereits sechs von zehn Bankinstituten in Deutschland Mobile Banking an, genutzt werden diese Dienste bisher wenig. Analysten prognostizieren der Sparte dennoch eine goldene Zukunft: bis 2011 sollen sich weltweit mehr als 612 Millionen Nutzer für Finanzservices am Handy interessieren.
Das Marktforschungsinstitut Juniper Research rechnet für 2011 mit einem Umsatz von 587 Milliarden Dollar in den Bereichen Mobile Banking und Mobile Payment. Allerdings weisen die Forscher darauf hin, dass steigende Umsätze im Handy-Banking erst ab 2009 zu erwarten sind, der größte Anteil der Transaktionen soll in der Region Asien-Pazifik stattfinden.
Bisher pflegt Handy-Banking ein Schattendasein
Derzeit können die Anbieter in Deutschland von solchen Zahlen nur träumen: wie aus einer Studie der Düsseldorfer Unternehmensberatung E-Comes hervorgeht, nutzen gerade einmal fünf Prozent der deutschen Bankkunden Mobile Banking-Angebote.
Jeder dritte Kunde bekundet Interesse an der ortsunabhängigen Kommunikation mit der Bank und wäre auch bereit, dafür zu zahlen. 60 Prozent der interessierten Handy-Nutzer würden die Bank wechseln, wenn sie dann Zugang zu guten mobilen Finanzservices hätten. Es besteht also durchaus Bedarf für verbesserte Angebote.
Für die Bankinstitute ergeben sich vor allem Wettbewerbsvorteile. „Die Vorteile von Mobile Banking liegen auf der Ertragsseite“, erläutert Matthias Köhler, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Internationale Finanzmärkte und Finanzmanagement am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). „Bieten Banken diesen Service an, kann ihnen dies nicht nur zu einem positiveren Markenimage verhelfen, sondern auch zur Neukundengewinnung dienen. Mobile Banking wird zu einer weiteren Verschärfung des Wettbewerbs im Retail-Banking beitragen. Insgesamt wird über dieses Angebot aber nur ein kleiner Teil der Bankgeschäfte abgewickelt werden, weshalb Mobile Banking im Vergleich zu Internet Banking oder Filialbanken eine geringere Rolle spielen wird“, so Köhler.
Junge oder vermögende Bankkunden nutzen Mobile Banking
Die Zielgruppe für mobile Finanzservices umfasst junge Leute sowie vermögende Handybesitzer. Diese Kundensegmente interessieren sich vermehrt für Bankgeschäfte über das Mobiltelefon. Die verbesserte Technik der Geräte ermöglicht heute eine leichtere Navigation und eine attraktivere Darstellung der Inhalte. Eine erste Initiative der Bankinstitute im Jahr 2000, Mobile Banking auf dem Markt zu etablieren, war fehlgeschlagen. Die technologische Abwicklung erwies sich als zu langsam und zu teuer.
Die modernen Mobiltelefone sind technisch wesentlich ausgereifter, die Datenübertragung funktioniert schneller. Die Schutzmechanismen, die für den Bereich Internet Banking entwickelt wurden, garantieren auch eine sichere Abwicklung der mobilen Transaktionen. Somit ist das Handy auf dem besten Weg, den Geldbeutel zu ersetzen: der Einsatz von Near Field Communication-Technologien (NFC) im Gerät ermöglicht schon heute den Kauf von Fahrkarten oder das bargeldlose Bezahlen im Supermarkt. Die Mobilfunker O2 und Vodafone kündigten überdies an, im Frühjahr 2008 ein mobiles Bezahlsystem für den online Einkauf einführen zu wollen.
Autor: FN
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