Mobilfunker dürfen eigenes Handy TV starten
01. Oktober 2007
Das oft beschworene Handy TV scheint allmählich aus den Startlöchern zu kommen. Vor allem die großen Mobilfunker dürfen endlich auf zusätzliche Einnahmequellen, die das Handy TV bringen soll, hoffen.
Eine aktuelle Entscheidung des Bundeskartellamtes lässt T-Mobile, Vodafone und o2 auf zukünftige Einnahmen in Millionenhöhe hoffen. Das Bundeskartellamt gab vor kurzem bekannt, dass die kartellrechtliche Prüfung des Vorhabens der drei Mobilfunknetzbetreiber ein Gemeinschaftsunternehmen zum Aufbau und Betrieb einer Plattform für mobile Fernsehübertragung nach dem DVB-H-Standard zu gründen, unter der Bedingung beendet wird, dass, dass sich die beteiligten Unternehmen an mehrere selbst gemachte Zusagen halten.
Dazu gehört unter anderem, dass weder eine (Zwangs-)Koppelung von DVB-H-Angeboten mit anderen Fernseh-/Videoangeboten über Mobilfunk noch eine Kopplung von DVB-H mit Laufzeit- oder Pre-Paid-Verträgen stattfinden darf. Ebenso wenig darf es sich um ein reines Handy-TV handeln. Sprich der DVB-H-Empfang muss auch auf anderen Endgeräten als Handys möglich sein. Auch sollen Kunden der Plattform Programme und Programmpakete frei wählen können. Die DVB-H-Endgeräte müssen zudem Empfänger für andere Mobil-TV-Standards wie DMB enthalten dürfen.
Kampf ums Handy-TV
T-Mobile, Vodafone und O2 wollen ab Frühjahr kommenden Jahres mindestens 16 Programme mit dem DVB-H-Standard über das Handy empfangbar machen. Das Gemeinschaftsunternehmen der Mobilfunker konkurriert dann mit der Allianz der Medienhäuser.
Ein Gemeinschaftsunternehmen der MFD Mobiles Fernsehen Deutschland GmbH und der NEVA Media GmbH möchte nämlich ebenfalls etwas vom Handy-TV-Kuchen haben.
Hinter den beiden Handy-TV-Spezialisten stehen drei große Medienkonzerne: Die Verlagshäuser Hubert Burda Media und Holtzbrinck sind an NEVA Media beteiligt, der international tätige Medien- und Technologiekonzern Naspers steht als strategischer Investor hinter MFD Mobiles Fernsehen Deutschland.
Echtes Handy-TV derzeit nur bei Watcha&Co.
Der Grund warum Handy TV noch nicht den Massenmarkt erreicht hat, liegt unter anderem darin, dass die führenden Mobilfunker diesen Service derzeit nur als Download-Angebot über ihre UMTS-Netze anbieten.
Wer in Deutschland „richtiges“ Handy TV erleben möchte muss auf andere Anbieter zurückgreifen. Handy-TV-Enthusiasten, die z.B. das TV-Programm von ARD und ZDF auch auf dem Handy verfolgen möchten, sind derzeit auf "Watcha" angewiesen. Dieser Handy-TV-Dienst arbeitet mit einer Rundfunktechnik, die in das Handy integriert ist. Dahinter steht die MFD Mobiles Fernsehen Deutschland GmbH, die eine bundesweite Sendelizenz besitzt und die mobile Glotze über die Shops von Debitel und Mobilcom sowie über den Discounter Simply vertreibt. Problem: Derzeit können die Kunden nur zwischen wenigen Endgeräten wählen und haben lediglich in 16 Großstädten Empfang.
MFD Mobiles Fernsehen Deutschland sendet derzeit über sein Angebot "Watcha" die vier TV-Programme ZDF, N24, MTV Music sowie mit ProSiebenSat.1 Mobile den ersten ausschließlich für den mobilen Empfang konzipierten Fernsehsender. In Zukunft sollen weitere Programme für das Handy TV eingespeist und der Ausbau des Sendegebietes vorangetrieben werden. Derzeit können nach Angaben der MFD GmbH rund 16 Millionen Menschen in dreizehn Ballungsräumen "Watcha" empfangen.
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