Eco: verdrängt LTE WiMAX?
05.08.2008
Der Mobilfunkstandard „Long Term Evolution” (LTE) ist auf dem besten Weg, zum legitimen Nachfolger von UMTS zu werden. Die eigentlich dafür vorgesehene Technologie WiMAX ist in Deutschland offensichtlich ins Stocken geraten, meint der Geschäftsführer des Verbands der deutschen Internetwirtschaft e.V. (eco). Harald A. Summa.
„Die Versteigerung der WiMAX-Frequenzen liegt in Deutschland fast eineinhalb Jahre zurück und es ist mittlerweile sehr ruhig um die vielversprechende Technologie geworden“, so Summa. Es sei fraglich, ob die Lizenzinhaber in Deutschland ihren Ausbauverpflichtungen bis Ende 2009 werden nachkommen können. Beim eco rechnet man daher mit der kommerziellen Einführung von LTE in zwei bis drei Jahren.
Verbraucher wollen mobile Breitband-Services
Hintergrund der Diskussion ist die wachsende Verbreitung von mobilen Internetangeboten. Immer mehr Mobilfunkkunden nutzen multimediale Anwendungen auf dem Handy. Musik, Videos oder Handy-Fernsehen benötigen große Bandbreiten für den Datentransport. Der derzeit potenteste Standards UMTS (3G) bietet Datenraten von bis zu 3,6 Megabit pro Sekunde, mit der Aufrüstung HSDPA 7,2 Mbit/s.
Mit der neuen Technologie LTE, auch Super 3G genannt, sollen Datenraten von rund 17 Mbit/s möglich werden. Außerdem lässt sich mit Super 3G die zehnfache Menge an Anwendern unterstützen. Ein weiterer großer Vorteil für die Mobilfunkbetreiber besteht darin, dass die technische Evolution von UMTS über HSPA zu LTE laut Branchenexperten die einfachste und kostengünstigste Alternative am Markt darstellt. Unbedingt notwendig sei im Rahmen des LTE-Netzwerkaufbaus aber die Schaffung entsprechender dimensionierter Backhauls, so eco. Nur durch die Anbindung solcher untergeordneter Netzknoten können die enormen Datenmengen bewältigt werden, heißt es beim Branchenverband.
Vodafone und Ericsson setzen auf LTE
Auch beim Mobilfunknetzbetreiber Vodafone glaubt man an eine deutsche Pionierrolle bei der Einführung von LTE: „Die Bundesrepublik hat die größte Breitbandabdeckung und die meisten Basisstationen in ganz Europa“, sagte Ralf Klüber, Head of Group Strategy & Assessment bei Vodafone.
Beim schwedischen Technologie-Unternehmen Ericsson ist man ähnlicher Meinung: Der Konzern hat jetzt Statistiken der Wirtschaftsberatungsfirma Ovum vorgelegt, wonach es im Jahr 2012 mehr mobile Breitbandanschlüsse geben wird als Festnetzzugänge. „Gründe dafür sind sicherlich die weiterhin stark steigende Internetnutzung und fallende Preise“, meint Dr. Christoph Bach, Leiter Business Segment Networks bei Ericsson. „Wir sollten in Deutschland über die Versteigerung möglicher Frequenzbänder für LTE nachdenken“, so der Vorschlag des Ericsson-Managers. Anfang April hatte der schwedische Konzern das laut eigenen Angaben weltweit erste kommerzielle LTE-Chipsatzmodul für mobile Endgeräte vorgestellt.
Autor: FN
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