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LTE-Technologie soll ausgebaut werden

25.06.2010

Mit dem Ende der diesjährigen Versteigerung von Mobilfunk-Frequenzen ist man der flächendeckenden Versorgung mit schnellen, mobilen Internet-Zugängen in ganz Deutschland einen großen Schritt näher gekommen. Besonders begehrt bei der Auktion waren jene Frequenzen, die unter der Bezeichnung der Digitalen Dividende zusammengefasst werden. Unter dem Begriff Digitale Dividende versteht man das zusätzliche Frequenzspektrum, das durch die Digitalisierung der vormals analogen Technik von Rundfunk und Fernsehen verfügbar wird. Das Frequenzspektrum der Digitalen Dividende liegt zwischen 490 und 862 MHz.

„Die Gebote zeigen, wie groß der Bedarf an neuen Frequenzen unterhalb von einem Gigahertz ist. Nur mit diesen Frequenzen ist eine schnelle und effiziente Versorgung ländlicher Regionen möglich“, erklärte Bitkom-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer in einer Pressemitteilung. Die Netzbetreiber hatten bereits im Vorfeld zugesagt, die unversorgten Regionen vorrangig auszubauen.

Erfolgreiche Versteigerung der Digitalen Dividende

Im Nachhinein hat der IT-Branchenverband Bitkom die diesjährige Auktion als positiv bewertet. Die Anbieter seien, laut Scheer, zufrieden, da sie ein größeres Spektrum für einen deutlich geringeren Preis ersteigert hätten, als bei der Versteigerung der UMTS-Lizenzen vor zehn Jahren. Der Bitkom-Geschäftsführer Bernhard Rohleder ist sich sicher, dass das erworbene Spektrum der Digitalen Dividende hauptsächlich für den Aufbau von Netzen genutzt wird, die mit der neuen Funktechnik LTE (Long Term Evolution) genutzt wird. Die LTE-Technologie ermöglicht Datenraten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde. Um diese optimal nutzen zu können, verlangt LTE eine Bandbreite von zweimal 20 MHz im UP- und Downlink.

Diese würden durch die Digitale Dividende zur Verfügung stehen. Zudem müssten keine großen Änderungen vorgenommen werden, wenn der LTE-Standard zum Einsatz kommt. Die bestehenden Antennenstandorte müssten lediglich mit der neuen LTE-Technik aufgerüstet und das neue Frequenzband modifiziert werden. „Mit LTE wird die Vision vom überall verfügbaren Breitband-Internet Realität“, erklärt Scheer. Bisher ist aber noch nicht klar, wie lange dieser Netz-Umbau dauern soll. Lediglich Telefónica O2 hat angekündigt, bis Ende 2010 ein erstes, regionales LTE-Netzwerk in Betrieb nehmen zu wollen.

Ein großer Schritt nach vorn

Im Vorfeld der Freuquenz-Versteigerung hatte es diverse Klagen gegen das Vergabeverfahren gegeben. Diese stellen aber kein Hindernis mehr dar, erklärt Rohleder auf bitkom.org. "Die einhellige Einschätzung unter Experten ist, dass diese die Entwicklung nicht mehr bremsen werden", meint Rohleder. Das letztendlich nur die großen Netzbetreiber ein großes Stück vom Kuchen abbekommen haben und kleine Anbieter leer ausgegangen sind, sei ebenso weinig ein Problem. Scheer erklärt, dass man bei dieser Frage auch immer die internationale Konkurrenz im Blick haben müsse. Denn der Kuchen werde letztlich auf der ganzen Welt verteilt, wobei sich die Deutsche Telekom mit Branchengrößen wie der spanischen Telefónica oder der amerikanischen AT&T vergleichen lassen müsse.

„Mit der Versteigerung wird der Ausbau der mobilen Breitbandnetze einen Sprung machen – sowohl in der Fläche als auch in der Übertragungskapazität“, merkt Bitkom-Präsident Scheer an. Zudem sei die Bewältigung des rasant ansteigenden Datenverkehrs in den Mobilfunknetzen nur mit den neuen Frequenzen zu schaffen. „Andernfalls gibt es bald wieder weiße Flecken – und zwar bei der mobilen Internetversorgung“, erklärt Scheer.

Autor: ES

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