Die übernächste Mobilfunkgeneration: LTE-Advanced
26.04.2010
Experten schätzen, dass sich der drahtlose Datenverkehr zwischen 2009 und 2017 verzehnfachen wird. Damit steigen nicht nur die technischen Anforderungen an die mobilen Geräte, sondern auch die Belastung der Übertragungsnetze.
Kurz nach dem Start der Versteigerung der neuen Frequenzen in Deutschland, mit denen der LTE-Standard eingeführt werden soll, stellt die Forschungsgruppe EASY-C bereits erste Untersuchungsergebnisse zur übernächsten Mobilfunkgeneration LTE-Advanced vor. Die Tests mit der neuartigen CoMP-Technologie wurden weltweit erstmals unter großflächigen und realistischen Bedingungen durchgeführt. Das Ergebnis: eine stabilere und schnellere Datenübertragung.
Forschungsgruppe rechnet mit LTE-Advanced ab 2017
Long Term Evolution (LTE) ist der Standard, den die deutschen Netzbetreiber mit Hilfe der neu ersteigerten Frequenzen frühestens Anfang des nächsten Jahres starten werden. Die derzeitigen Mobilfunkstandards GSM (Global System for Mobile Communications) und UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) sind noch nicht einmal abgelöst, schon steht die übernächste Generation bereits in den Startlöchern: LTE-Advanced.
Bereits mit dem Standard LTE soll die Übertragungsrate im mobilen Netz verdreifacht werden. Auch die Reichweite der Signale wird deutlich höher sein, womit einerseits weniger Mobilfunkstationen installiert werden müssen und andererseits auch weniger besiedelte Regionen mit einer stabilen Breitbandverbindung ausgestattet werden können. Experten rechnen ab 2011 mit der Einführung der Long-Term-Evolution-Technologie in Deutschland – LTE-Advanced soll im Jahr 2017 folgen.
Kosten senken und Übertragungstechnik vereinfachen
Zur Umsetzung von LTE-Advanced hat die Forschungsgruppe erstmals ein neuartiges Verfahren in einer großflächigen Untersuchung angewandt: das sogenannte Coordinated Multi-Point (CoMP). Mit dieser Technologie soll die bisher auftretende Interferenz in Ballungsgebieten verhindert werden. Diese entsteht vor allem in dicht besiedelten Regionen, da dort in der Regel auch deutlich mehr Basisstationen installiert sind, um den höheren Datenanforderungen der Kunden Stand zu halten. In der Folge überlagern sich dort Reichweite und Signale. Ein störender Nebeneffekt, der bislang als unvermeidbar hingenommen wurde.
Doch mit der neuen CoMP-Technologie sollen die Basisstationen an unterschiedlichen Orten gemeinsam Signale verschiedener Mobilfunktelefone verarbeiten können. „Die Telefone können gleichzeitig und auf derselben Frequenz kommunizieren. Interferenzen werden dabei aktiv genutzt und nicht mehr als Störgeräusch behandelt“, erklärt Professor Gerhard Fettweis, Inhaber des Vodafone Stiftungslehrstuhls Mobile Nachrichtensysteme an der Technischen Universität Dresden in einer Pressemitteilung der Forschungsgruppe. Im Endeffekt sind dadurch deutlich höhere Übertragungsraten und eine verbesserte Verfügbarkeit von mobilen Internetverbindungen möglich.
Weltweit führende Forschungsgruppe
Im Rahmen von Enablers of Ambient Services and Systems - Part C: Wide Area Coverage (EASY-C) arbeiten Forscher seit Juli 2007 daran, Schlüsseltechnologien und die nächste Mobilfunk-Generation weiterzuentwickeln. Das Projekt EASY-C wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert und von der Deutschen Telekom sowie Vodafone geführt.
EASY-C ist das weltweit erste Projekt, welches die zukünftige CoMP-Technologie großflächig und unter Verwendung bestehender Mobilfunkstandorte testet. Für die praktischen Untersuchungen hat die Expertengruppe in Berlin und Dresden jeweils eine Versuchsanlage installiert, um die neuen Technologien unter realistischen Umweltbedingungen zu testen.
Autor: KW
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