Ein Handy-Ladegerät für alle Modelle
01.07.2009
Auf Drängen der Europäischen Kommission haben alle namhaften Hersteller von Smartphones und Handys eine gemeinsame Erklärung unterschrieben, welche die Einführung eines einheitlichen Standards für Ladegeräte vorsieht. Zu den Unternehmen, welche die Erklärung unterzeichneten, gehören die Anbieter Apple, LG, Motorola, NEC, Nokia, Qualcom, Research in Motion, Samsung, Sony Ericsson und Texas Instruments. Diese Firmen decken rund 90 Prozent des Marktes in der europäischen Union ab.
Die erste Generation der Handys, die nicht mehr nur mit einem bestimmten Ladegerät geladen werden können, soll im kommenden Jahr auf den europäischen Markt kommen. Verbraucher die 2010 ein neues Mobiltelefon kaufen, sollen dann nicht mehr zusätzlich ein neues Ladegerät erwerben müssen.
Micro-USB-Stecker soll als Basis für den neuen Standard dienen
Die Multi-Kompatibilität künftiger Akkus soll durch die Einführung des Micro-USB-Standards bei Ladegeräten erreicht werden. Bislang wurden USB-Buchsen vornehmlich für die Übertragung von Daten genutzt. Allerdings existieren bereits etliche Modelle, die diesen Standard auch für Ladegeräte nutzen. Man geht davon aus, dass derzeit rund ein viertel aller Geräte mit Micro-USB-Steckern ausgestattet sind.
Ältere Handy-Modelle sollen durch Adapter ebenfalls kompatibel gemacht werden. Der EU-Industriekommissar Günther Verheugen kommentierte die Einführung des neuen Ladegeräte-Standards am Montag in Brüssel mit den Worten: „Künftig können Mobiltelefone überall mit einem universellen Ladegerät aufgeladen werden.“ Der EU-Kommissar gehe davon aus, dass sich der zunächst ausschließlich für die EU vereinbarte Standard weltweit durchsetzen werde.
Weniger Elektronikschrott
Durch die Einführung eines einheitlichen Standards für Ladegeräte ergeben sich nicht nur Vorteile für die Verbraucher, sondern auch die Umwelt profitiert im Sinne von Green-IT ganz wesentlich von dieser Umstellung. Denn wer künftig ein neues Handy kauft, muss sein altes Ladegerät nicht mehr wegwerfen. Somit werde in Zukunft die Menge an Elektronikschrott ganz wesentlich reduziert.
Wenn man bedenkt, dass alleine in diesem Jahr in der gesamten EU rund 180 Millionen neue Handys verkauft werden, wird die eingesparte Menge an neuen Ladegeräten in Zukunft enorm sein.
Zukünftig soll es ein einheitliches Ladegerät für alle Elektrogeräte geben
Der Vorstoß der Handy-Hersteller soll zukünftig auch von anderen Branchen aufgegriffen und als positives Beispiel gelten. Denn langfristig strebe die EU auch für andere elektronische Geräte die Einführung einheitlicher Geräte an.
Günther Verheugen geht in diesem Zusammenhang davon aus, dass man eines Tages für seine gesamte IT-Ausrüstung das gleiche Ladegerät nutzen können werde. Bislang scheiterte die Umsetzung der Vereinheitlichung aller Ladegeräte an der Tatsache, dass die unterschiedlichen Geräte, wie Handys, Cameras oder Notebooks unterschiedliche Mengen an Strom verbrauchten. Deshalb ist es derzeit noch unmöglich sie an ein universelles Ladegerät anzuschließen.
Autor: MN
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