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Internet-Radio: große Vielfalt, guter Klang

16.10.2008

Elf Prozent der Online-Surfer hören mindestens einmal in der Woche Musik über eine Internet-Radiostation. Das ergab die ARD/ ZDF-Online-Studie im vergangenen Jahr. Europaweit nutzen rund 20 Millionen Menschen Webradio-Dienste. Neben dem Internet-Radio hat sich auch der digitale Rundfunkstandard "Digital Radio Mondiale" (DRM) entwickelt.

Online-Radio und DRM sind technisch nicht zu vergleichen, beide Systeme haben spezifische Vor- und Nachteile. Im Gegensatz zum herkömmlichen Hörfunk garantieren aber beide einen stabilen, rauschfreien Empfang von Radioprogrammen. Mit der Digitalisierung des Rundfunks geht eine große Vielfalt an Programmen einher, User können heute Sendungen aus allen Teilen der Welt empfangen.

Internet-Radio per Live-Streaming

Webradios werden per LAN oder WLAN ans Netz angeschlossen. Sie greifen auf die Live-Streams der Radiostationen im Internet zu und bieten so eine Wiedergabe in Echtzeit. Die Programme werden mittels Kompressionsverfahren wie MP3 bearbeitet. Internet-Radio ist heute nicht mehr begrenzt auf den PC. Inzwischen gibt es eigenständige Webradio-Geräte fürs Wohnzimmer, die über einen Router an das Internet angeschlossen sind. Internet-Radio kann auch über den Fernseher oder eine Spielekonsole empfangen werden. Die Preise für die Empfänger liegen meist unter 100 Euro, teurere Kombigeräte vereinen mehrere Standards wie DAB, UKW und Internet-Radio. Hinzu kommen die Kosten für den Breitband-Internetzugang. Das große Manko des Webradios bestand bisher darin, dass es nur dort zu empfangen war, wo es einen Internetanschluss gab. Unterwegs und auf Reisen konnte es somit nicht genutzt werden. Das verändert sich nun mit der Verbreitung des mobilen Internets: Einige High-End-Handys können inzwischen auch Internet-Radioprogramme empfangen.

Der große Vorteil des Webradios ist die vielfältige Programmauswahl. Derzeit existieren über 10.000 Radiosender im Internet. Vor allem Fans von ausländischen oder außergewöhnlichen Sendungen kommen hier voll auf ihre Kosten. Um Orientierung in dieser Vielfalt zu bieten, haben viele Empfangsgeräte thematische Programmlisten zu Genres oder Ländern vorkonfiguriert. Digitales Internet-Radio bietet außerdem eine sehr gute Klangqualität.

DRM-Radio: digitaler Weltempfänger

DRM-Radios funktionieren unabhängig von einem Internetanschluss. Aktuell existieren drei Kofferradios auf dem Markt, die neben "Digital Radio Mondiale" alle weiteren konventionellen Wellen (d.h. Mittel-, Lang- und Kurzwelle sowie UKW) und DAB bzw. DAB+ empfangen können. Beim DRM-Standard werden die Audiodaten mittels AAC oder AAC+ komprimiert und über ein stabiles digitales Modulationsverfahren (OFDM/ COFDM) übertragen. Die Verbreitung erfolgt über Bitraten von 11 bis 26 Kilobit pro Sekunde. Die Preise für die Empfangsgeräte liegen zwischen 130 und 400 Euro. Der große Vorteil von DRM: Wie der klassische Weltempfänger ermöglicht der Standard auch im Ausland den Empfang deutscher Sender über Mittel-, Lang- und Kurzwellen. Der Hörer bekommt rauschfreie Programme in digitaler Qualität. Zudem können Sendungen auch mitgeschnitten und auf SD-Karte gespeichert werden. Einziger Wermutstropfen: Bislang zeigen die DRM-Empfänger einen erhöhten Stromverbrauch (mit Batterie maximal drei Stunden Sendezeit). Für Nutzer, die viel unterwegs sind, empfiehlt sich ein Gerät, das an die Autobatterie angeschlossen werden kann.

Im Vergleich zum Webradio hat DRM weniger Auswahl. Außer RTL und Oldiestar Radio werden keine privaten deutschen Sender übertragen, wohl aber öffentlich-rechtliche Nachrichtensender wie B5 Aktuell oder Deutsche Welle. Hinzu kommen ausländische Sender wie BBC oder Radio Prag.

Autor: FN

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