Mobiles Internet: nicht mehr Vision sondern Realität
11.11.2008
Das iPhone von Apple hat die mobile Internet-Nutzung revolutioniert. Diese Aussage ist nicht einmal übertrieben: Tatsächlich versurfen Besitzer eines iPhones der ersten Generation rund fünf Mal mehr Daten als Nutzer eines aktuellen Nokia-Handys. User mit einem iPhone 3G verbrauchen sogar noch einmal doppelt soviel Datenvolumen bei ihrer Reise durchs mobile Internet.
Bevor das Apple-Handy im Sommer 2007 erstmals auf den Markt kam, wollte niemand so recht an das mobile Internet glauben. Zu mühsam war das Surfen mit dem Mobiltelefon und eindeutig zu teuer. Das hat sich grundlegend geändert, da waren sich die Teilnehmer der Communication World in München einig. Der Kommunikationskongress fand im Rahmen der Entscheidermesse Systems vom 21. bis 24. Oktober statt. Wie schon im Vorjahr stand 2008 wieder die mobile Internet-Nutzung im Mittelpunkt des Gipfeltreffens von Mobilfunk- und IP-Managern.
Apples iPhone begeistert mobile Online-Surfer
Der harte Preiskampf in der Mobilfunkbranche hat dazu geführt, dass die Umsätze trotz steigender Gesprächsminuten keineswegs wachsen. Vielmehr müssen die Unternehmen einen stetigen Umsatzrückgang verbuchen. Nun hofft die Industrie auf einen Wachstumsschub durch den mobilen Zugriff auf das Internet. Schon kursiert die Idee vom so genannten iPhone-Effekt, der die ganze Branche erfassen und in die Gewinnzone treiben soll. "Das mobile Internet ist keine Vision mehr – es ist Realität geworden", kommentiert Joachim Horn, Technologievorstand bei T-Mobile diese Entwicklung.
Für die Mehrheit der Bürger in den reichen Industriestaaten gehört ein schneller Breitband-Internetanschluss heute zum alltäglichen Leben dazu. Kaum ein Nutzer, der nicht wenigstens sein E-Mail-Konto einmal am Tag online abruft. Die Mobilfunkbranche will nun erreichen, dass die User verstärkt auch auf das mobile Internet zugreifen, etwa um E-Mails, den Wetterbericht oder tagesaktuelle Nachrichten zu lesen. Der Weltverband der Mobilfunkindustrie, die GSM Association, spricht von derzeit 60 Millionen Nutzern breitbandähnlicher, mobiler Internet-Verbindungen weltweit. Bis zum Jahr 2012 könnte sich diese Zahl auf 660 Millionen User mehr als verzehnfachen, so die optimistische Schätzung des Verbandes. Internet über Mobilfunk sei außerdem für Bewohner von ländlichen Gebieten eine Alternative, sagt Alex Sinclair, Vorstand der GSMA: "Mit Kabel- und DSL-Anschlüssen erreicht man nicht die gesamte Bevölkerung – mit Mobilfunk schon". Am Interesse der Nutzer zweifelt inzwischen niemand mehr, nun sind die Unternehmen an der Reihe, den Kunden benutzerfreundliche Geräte und attraktive Preismodelle anzubieten.
Autor: FN
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