Hotspot-Nutzung: Wichtige Schutzregeln beachten
01.09.2008
Wlan-Hotspots existieren heutzutage in den meisten größeren Städten. Neben kostenpflichtigen Hotspots bieten zahlreiche meist gastronomische Einrichtungen auch einen kostenlosen Internet-Zugang per Wlan ins World-Wide-Web. Der Gefahren die einem im Rahmen der spontanen Hotspot-Nutzung lauern, sind sich viele User nicht bewusst. Wenn man seine Daten nämlich nicht richtig schützt, kann einen das Surfvergnügen teuer zu stehen kommen.
Wie man seine Daten und Verbindungen an öffentlichen Hotspots unter Verschluss halten kann, verraten wir Ihnen im folgenden Artikel. Eines vorweg: Absolute Sicherheit wird man im Rahmen einer Hotspot-Nutzung nicht erreichen können, aber wenn Sie die folgenden Regeln beachten, sollten Sie vor den größten Risiken gewappnet sein.
Das Display und die Tastatur sind für andere Tabu
Oft bedarf es nicht einmal einer speziellen Software um das Passwort zu Konten oder privaten Accounts auszuspähen. Ein Blick über die Schulter des Hotspot-Nutzers, der sich gerade ins Netz einwählt, genügt.
Was für den Passwort-Schutz gilt, sollte man auch im Zusammenhang mit vertraulichen Dokumenten beachten. So sollte man in der Öffentlichkeit grundsätzlich nicht Vorlagen und Dokumente bearbeiten, die auf gar keinen Fall von Fremden durchgelesen werden sollten.
Effektive Online-Zeit minimieren
Wenn Hacker versuchen den Zugang zu einem Computer zu knacken, brauchen sie dafür Zeit. Fest steht: Je besser die Sicherheitseinstellungen konfiguriert sind, desto länger brauchen die Hacker, um Zugang zu ihrem Notebook zu bekommen. Deshalb: Je weniger Zeit sie den Hackern zum Knacken ihres Notebooks geben, desto besser.
Wer seine E-Mails abrufen und beantworten möchte, sollte dies offline tun. Sprich kurz ins Internet reingehen, E-Mails auf den Laptop laden, Antwort-Mails im Offline-Modus vorschreiben und für das versenden der Mails wieder kurz einloggen. Auf diese Weise haben Hacker wenig Zeit, ihr System zu knacken. Diese Regel sollte man übrigens auch dann beachten, wenn man eine Hotspot-Flat besitzt und die Dauer-Einwahl zum Pauschalpreis verlockend ist.
Lassen sie den Laptop nie unbeaufsichtigt
Eine weitere wichtige Regel erscheint auf den ersten Blick zwar simpel und dennoch wird sie häufiger missachtet als man denkt: Lassen sie ihren Laptop nie unbeaufsichtigt! Meldungen von gestohlenen Laptops auf denen wichtige Dokumente abgespeichert waren hört man immer wieder.
Nachrichten über den Datendiebstahl an Notebooks, die über einen kurzen Zeitraum unbeaufsichtigt gelassen werden und auf denen in dieser Zeit Spionage-Software installiert wird, dringen viel seltener an die Oberfläche. Grundsätzlich gilt: Lassen sie den Laptop nie aus den Augen. Und wenn doch, dann schalten sie ihn vorher aus.
Hotspot-Anbieter: Nur seriöse Provider wählen
Auch die Wahl des Hotspot-Anbieters spielt eine entscheidende Rolle. Wenn man in einer fremden Stadt ist und den lokalen Anbieter nicht kennt, sollte man vor der Einwahl ins Netz die Seriosität des Anbieters hinterfragen.
So kam es in zahlreichen Städten schon vor, dass Geschäftsreisende bei der vermeintlichen Hotspot-Einwahl im Hotel auf Betrüger hereingefallen sind, die vor dem Haus ein Auto geparkt, einen offenen WLAN-Zugang angeboten und alle eingehenden und ausgehenden Daten aufgezeichnet haben.
SSL für Verschlüsselung nutzen
Die sicherste Variante für die Datenübertragung im Internet ist die SSL-Technik (SSL = Secure Socket Layer), bei welcher der komplette Datenstrom verschlüsselt wird. Wer sich an einem Hotspot ins Internet einwählen möchte, bekommt noch vor der Login-Seite des jeweiligen Anbieters ein Sicherheitszertifikat angezeigt. Mit einem Klick auf „Zertifikat anzeigen lassen“ erfährt man Details über Gültigkeitszeitraum und Aussteller des Zertifikats.
Keine Ordner frei geben
Wer seinen Laptop häufig auch im Büro verwendet, hat häufig einzelne Ordner „frei gegeben“ um auch von einem Desktop-PC auf diese Ordner zugreifen zu können. Damit im Rahmen der Hotspot-Nutzung nicht fremde User auf die freigegebenen Ordner auf dem Laptop zugreifen können, sollte man unbedingt vor der Einwahl ins Netz den Ordner-Status überprüfen. Völlig ausschließen lässt sich der Zugriff auf die Laptop-Dateien nur, wenn man gar keine Ordner frei gegeben hat.
Manuelle Anmeldung stets sicherer
Die Verbindung ins Internet lässt sich an einem Hotspot mit einem Laptop entweder automatisch oder manuell herstellen. Der manuellen Einbuchung sollte dabei stets der Vorzug gegeben werden. Warum? Weil man sonst wenig Kontrolle darüber hat, über welches Wlan sich der Laptop einloggt. Im schlimmsten Fall surft man dann zwar im Netz, aber der komplette Datenverkehr wird dabei protokolliert. Das zweite Manko der automatischen Einbuchung besteht darin, dass man kein Sicherheitszertifikat angezeigt bekommt.
Aktivierung aller Schutzeinrichtungen
Die Aktivierung aller auf dem Laptop vorhandenen Sicherheitslösungen hat zwar Einbußen in Bezug auf die Geschwindigkeit zur Folge, aber weit schlimmer ist der Verlust wichtiger Daten. Deshalb empfiehlt es sich im Rahmen der mobilen Internetnutzung alle vorhandenen Schutzmechanismen zu nutzen. Wer also in den eigenen vier Wänden vielleicht auf eine Firewall und einen Virenscanner verzichtet, sollte die Schutzeinrichtungen spätestens beim mobilen Surfen aktivieren.
Sensible Daten sind für Hotspot-Nutzung tabu
Hotspot-Nutzer sollten sich stets vor Augen führen, dass der Versand von Daten über Wlan stets ein Sicherheitsrisiko darstellen kann. Der beste Schutz vor Diebstahl wichtiger Daten ist, keine sensiblen Daten von einem Hotspot zu versenden. Ebenso sollte man kein Online-Banking über eine mobile Internet-Verbindung erledigen.
Grundsätzlich gehören auch keine sensiblen Daten, die auf gar keinen Fall ausgespäht oder verloren gehen sollten auf einen tragbaren Computer, der häufig für das Surfen an einem Hotspot eingesetzt wird.
Datenversand am Hotspot
Wer kein andere Wahl hat und über Wlan sensible Daten verschicken muss, sollte dies nur unter zu Hilfenahme einer VPN-Software (Virtual Privat Network) tun. Bei einigen Providern werden VPN-Dienste sogar kostenlos angeboten.
Wird die Software auf dem Laptop installiert, so kann beim Einbuchen ins Netz quasi zwischen Notebook und Hotspot ein Tunnel geschaffen werden. Die Software verpackt die Daten anschließend in kleine Pakete und schickt sie dann durch den Tunnel. Am anderen Ende werden die Pakete wieder entpackt und durch das Netz geschickt.
Fazit: Keine Paranoia entwickeln
Wie bereits zu Beginn erwähnt, wird man im Zusammenhang mit der Internetnutzung an Wlan-Hotspots das Risiko nie 100prozentig ausschließen können, aber wer zumindest die Grundregeln beachtet, sollte von Problemen verschont bleiben.
Und noch etwas: Sicherlich ist es ratsam an Wlan-Hotspots vorsichtiger zu sein als bei der Internet-Nutzung am heimischen PC, der evtl. über eine Kabelleitung ans Internet angeschlossen ist. Aber man sollte auf der anderen Seite keine Paranoia bezüglich der Hotspot-Nutzung entwickeln und sich der Tatsache bewusst werden, dass selbst die dreistesten Hacker kein größeres Interesse an einer privaten E-Mail haben dürften, deren Anhang aus Fotos des letzten Italienurlaubs besteht.
Dementsprechend lautet die wichtigste Regel im Zusammenhang mit der Nutzung öffentllicher Hotspots: „Je wichtiger die Daten sind, die an einem Hotspot genutzt bzw. verschickt werden sollten, desto intensiver sollte man darüber nachdenken, ob sich das ganze nicht auf einen späteren Zeitpunkt verschieben lässt. Kümmert sich ein Administrator um das Firmennetzwerk, so wird das Risiko beim Versand wichtiger Dokumente aus dem Büro wesentlich geringer sein.
Autor: FN
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