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Fernsehen auf dem Handy – aber wie?

23.06.2010

Der Frühling lockt mit warmen Temperaturen und sonnigen Tagen ins Grüne. Wer trotz Freiluftvergnügen nicht auf den TV-Empfang verzichten will, kann sich glücklich schätzen, wenn er ein Smartphone besitzt.

Über UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) ist es möglich, Fernsehbilder auf das Handy zu holen, doch gibt es auch weitere Techniken, die um einiges vielversprechender sind und deren Weiterentwicklung den Durchbruch für Handy-TV, also das Fernsehen auf dem Smartphone bedeuten könnte.

Fernsehen per UMTS

Mit den meisten UMTS-tauglichen Handys kann man auch Fernsehen per UMTS empfangen. Erwirbt man einen Vertrag bei einem der großen Mobilfunkanbieter, ist oft schon ein Programm vorinstalliert, mittels dessen man recht einfach auf TV-Programme zugreifen kann. Die Senderauswahl variiert je nach Anbieter, meist jedoch existiert auch eine Mischung aus speziellen Sendungen, zu Beispiel zur Formel 1 oder Bundesliga-Fußball.

Bei aller Einfachheit allerdings hat Handy-TV per UMTS einige Nachteile. So sinkt die Übertragungsqualität spürbar, wenn viele Nutzer gleichzeitig die Bandbreiter einer Funkzelle beanspruchen. Ebenso kann es zu Übertragungsabbrüchen kommen, wenn man die Funkzelle wechselt. Zudem ist die Bildqualität bei Sendungen mit vielen Bewegungen, also zum Beispiel Sport, nur wenig erfreulich, da Handy-TV oft nur mit einer Bildrate von 15 Bildern pro Sekunde übertragen wird. Was hinzukommt, sind die Zusatzkosten, die teilweise anfallen. Zwar ist UMTS-Fernsehen in vielen Kompletttarifen enthalten, manchmal muss es aber extra gebucht werden, was dann mit circa vier bis zehn Euro pro Monat zu Buche schlägt.

Terrestrisches Fernsehen für unterwegs

Wen UMTS-Fernsehen nicht lockt, der wird sich freuen, dass es noch andere Möglichkeiten gibt, TV-Empfang auf das Handy zu bringen. DVB-T (Digital Video Broadcasting Terrestrial) ist nicht nur für Fernseher und PCs kostenlos verfügbar, sondern auch für mobile Datengeräte. Je nach Region kann man dann zwischen acht und 24 Sender empfangen.

Im Vergleich zu UMTS ist die Bildauflösung bei DVB-T deutlich höher. Die Abdeckung ist bundesweit gegeben, allerdings ist dieser Sendestandard nicht auf Handys ausgelegt. Dadurch kann es passieren, dass das Display in Wohnungen oder Häuserschluchten dunkel bleibt, wenn man sich nicht im Kernbereich der Sendemasten befindet. Ebenfalls ist der Energiebedarf während des Empfangs des digitalen Fernsehsignals sehr hoch.

Digitales Handheld-Fernsehen

Dem Terrestrischen Digitalstandard verwandt, aber  speziell für Mobilgeräte entwickelt ist DVB-H (Digital Video Broadcast Handheld). Diese Technologie wird auch von der EU gefördert, ja sogar bei den Mitgliedsstaaten eingefordert. In Deutschland ist der Regelbetrieb aber schon wieder eingestellt, da die Ergebnisse aus den Testläufen während der EM 2008 nur unbefriedigend waren. Gerade die mangelnde Netzabdeckung scheint eine große Hürde zu sein, an der selbst der Betrieb von DVB-H im sonst vorbildlichen Österreich scheiterte.

Eine Erweiterung dieser Technik, nämlich DVB-SH, könnte die Schwächen ausmerzen und vielleicht doch zu einem Durchbruch mobilen Fernsehens führen. DVB-SH basiert primär auf Satellitensignalen, kann jedoch auch auf DVB-H-Sendemasten zurückgreifen, was bei geringen Kosten zu hoher Netzabdeckung führt. Seit dem sechsten Oktober 2009 ist an der Uni Erlangen-Nürnberg ein Versuchssender in Betrieb, der im Rahmen des Projekts „Mobiler Rundfunk Erlangen“ Rundfunkstandards für den mobilen Rundfunkempfang testet. Die Zukunft wird zeigen, ob DVB-SH oder DVB-H ihren Durchbruch erleben werden oder ob das mobile Internet dank video-on-demand weiter die Nasse vorne haben wird.

Autor: JM

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