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Handy-Trends 2008: Internet und Multimedia wachsen zusammen

08.07.2008

Deutschland hat rund 83 Millionen Einwohner. Die deutschen Mobilfunkprovider verzeichnen aktuell 100 Millionen Kunden, das entspricht einer Versorgungsrate von 120 Prozent. Ein Leben ohne Mobiltelefon kann sich bei uns niemand mehr vorstellen. Die Branche wächst rasant, in immer kürzeren Abständen werden neue Technologien und Dienste eingeführt.

Doch nicht alle Neuerungen, die groß angekündigt werden, entwickeln sich zu echten Trends. Die Handy-Nutzer haben heutzutage recht genaue Vorstellungen davon, was sie brauchen und welche Neueinführungen für sie sinnvoll sind. Daher lohnt sich ein genauer Blick auf die Branche, um herauszufinden: Welche großen Mobilfunk-Trends lassen sich für das Jahr 2008 ausmachen?

Trend 1: Mobiles Internet

Derzeit nutzen rund zehn Millionen Deutsche den schnellen Mobilfunkstandard UMTS, in vier Jahren könnten rund drei Viertel aller User UMTS-Kunden sein, so die Prognose von Marktexperten. Die verbesserte Übertragungstechnik sowie größere Displays und ausgereifte Handy-Browser begünstigen die Internetnutzung über das Mobiltelefon. Sowohl T-Mobile wie auch Vodafone haben ihre Netze auf DSL-Niveau aufgerüstet, so dass mobiles Surfen richtig Spaß machen kann. Voraussetzung ist, dass der Kunde ein Handy mit HSDPA/ HSUPA-Unterstützung besitzt. Positiv für die Nutzer ist auch die Preisentwicklung bei den Datentarifen: viele Anbieter haben heute relativ vernünftige Flatrates für Surfen oder Handy-E-Mail im Programm.

Trend 2: Navigation und standortbezogene Dienste

Knapp ein Jahr ist es her, dass Nokia mit dem „N95“ das erste Handy mit integriertem GPS-Empfänger für den Massenmarkt vorgestellt hat. Inzwischen haben andere Hersteller nachgezogen und ihre Geräte ebenfalls mit satellitengestützter Standortbestimmung ausgestattet: das neue BlackBerry „Pearl 8110“ etwa besitzt ein GPS-Modul, ebenso der „Xda Orbit 2“ von O2. Der Navigationsspezialist Garmin hat vor kurzem das „nüviphone“ angekündigt, diese Touchscreen-Handy soll neben dem Global Positioning System auch UMTS beherrschen. Nokia will noch in diesem Jahr weitere zehn Mobiltelefone mit GPS auf den Markt bringen.

Die GPS-Informationen machen Routenplanung und Navigation mit dem Handy möglich. Darüber hinaus dienen sie als Grundlage für die standortbezogenen Dienste (Location Based Services). LBS reichen vom Freundefinder über Gastrotipps und Veranstaltungskalender bis hin zur Anzeige von Sehenswürdigkeiten (Points of Interest) in der unmittelbaren Umgebung. Dabei werden die Ergebnisse auf dem Stadtplan eingeblendet. Einer dieser Standortbezogenen Dienste ist beispielsweise Google Maps.

Trend 3: Touchscreen und Designer-Handys

Schon seit einiger Zeit gibt es Mobiltelefone ohne Tasten, die sich über einen berührungsempfindlichen Bildschirm (Touchscreen) bedienen lassen: T-Mobile hat das Smartphone „MDA Vario II“ im Programm, o2 den „Xda Orbit 2“ und bei Vodafone gibt es das „Qbowl“ von Samsung. Nokia hat für 2008 sein erstes Touchscreen-Handy angekündigt. Die Einführung des „iPhone“ von Apple hat Touchscreen-Handys endgültig zu Kultobjekten gemacht.  Ob „iPhone“, „Prada Phone“ (LG) oder „HTC Touch“, alle diese Geräte sind nicht nur nützlich sondern auch ein Mode-Accessoire. Schickes Design und leichte Bedienung über den Bildschirm stehen bei der Herstellung im Vordergrund. Der Touchscreen begünstigt zudem die mobile Internetnutzung, da die Geräte trotz des großen Displays noch einigermaßen handlich bleiben.

Trend 4: Handy-TV und Videos

Die Fußball-Europameisterschaft hat den vierten Mobilfunk-Trend richtig angeheizt: Kaum eine Woche verging vor und während der Meisterschaft, in der nicht über Handy-Fernsehen diskutiert wurde. Das nächste Großereignis wartet schon: Im August 2008 finden die olympischen Sommerspiele in Peking statt. Auch hier hoffen die Mobilfunkprovider auf ein großes Interesse von sportbegeisterten Handy-Nutzern. Inzwischen haben die meisten Anbieter das Mobiltelefon „HB620“ von LG mit Empfangsteil für terrestrisches Digitalfernsehen (DVB-T) im Programm. Den kostenpflichtigen Standard DVB-H können bislang nur User in den Städten Frankfurt, Hamburg, Hannover und München empfangen. Im Rahmen der Testphase werden hier neun TV- und drei Radiosender für die Nutzung am Handy übertragen. In der Pilotphase werden Endgeräte von Nokia und Samsung eingesetzt. Bis Ende 2009 sollen laut Betreiberkonsortium „Mobile 3.0“ ungefähr 40 Prozent der Bevölkerung Handy-Fernsehen empfangen können.

Während der mobile TV-Empfang noch erste Startschwierigkeiten hat, lassen sich Videos auf dem Handy schon ohne Probleme ansehen. Einzige Voraussetzungen: gute Bildqualität und ein großer Speicher. Vom kurzen „YouTube“-Clip bis zum Kinofilm ist inzwischen alles möglich. Die Videodateien können entweder intern oder extern auf einer Karte gespeichert werden. Einige Hersteller haben bereits auf diesen Trend reagiert, Motorola hat dem „Moto Z8“ die „Bourne Identität“ beigelegt, Nokia gab dem „N95 8GB“ den ersten Teil der Spiderman-Reihe mit. 

Trend 5: Walkman-Handys

Die problemlose Erweiterung des Speicherplatzes wirkt sich ebenfalls positiv auf die Nutzung des Handys als Musikbox aus. Nahezu alle aktuellen Mobiltelefone können Songs nach Art eines MP3-Players abspielen, über microSD-Karten lässt sich die Speicherkapazität um bis zu vier Gigabyte erweitern. Sony Ericsson beispielsweise hat eigens für Musikfans die Reihe „Walkman Phones“ im Angebot. Darüber hinaus verfügen heute auch günstige Geräte über einen angenehmen Klang. Für Vielhörer gibt es inzwischen sogenannte Musik-Flatrates: Anbieter wie „Musicload“, „Napster“ oder „MusicMonster“ bieten ihren Kunden die unbegrenzte Nutzung von Titeln zu einem Pauschalpreis.

Autor: FN

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