1,4 SIM-Cards pro Verbraucher in Europa
13.08.2008
28 Prozent der deutschen Handynutzer haben mehrere SIM-Karten, die sie auch einsetzen. Das geht aus einer aktuellen Umfrage der Marktanalysten von The Nielsen Company hervor. Deutschland liegt damit auf Rang drei hinter Italien (46 Prozent) und Spanien (31 Prozent). Im Durchschnitt besitzen die Europäer 1,4 aktive SIM-Cards.
Wie die Marktforscher weiter ermittelten, nutzen User mit mehreren Karten in der Regel auch verschiedene Handys. Und, was die Mobilfunkanbieter freuen dürfte: Sie geben auch insgesamt mehr Geld für das Telefonieren aus. „Je mehr Karten ein Nutzer hat, desto mehr Geld gibt er aus. Dieser Trend gilt für jedes Land“, heißt es in der „Customer Insights“-Studie von Nielsen Mobile, die vierteljährlich durchgeführt wird. Dabei befragen die Marktanalysten 42.000 Mobilfunk-Kunden in ganz Europa. Beispielsweise gibt ein italienischer Verbraucher 51 Prozent mehr aus, wenn er drei SIM-Karten besitzt. Ein spanischer Handynutzer zahlt im Durchschnitt 79 Prozent mehr, in Deutschland sind es sogar plus 89 Prozent.
Typische Zielgruppen für Mehrfach-SIM-Karten
Durch das Austauschen von SIM-Cards können Kunden je nach Art des Anrufs und Netzwerks günstigere Preise nutzen. Nachdem der europäische Mobilfunk-Markt laut Nielsen-Studie relativ gesättigt ist, bietet das Geschäft mit zusätzlichen SIM-Karten eine der wenigen Möglichkeiten für die Mobilfunkbetreiber, ihre Umsätze zu steigern.
Die typischen Zielgruppen für Mehrfach-SIM sind Handy-Nutzer mit hohen Ausgaben und Verbraucher mit großen Datenvolumina. Die Hauptgründe für die Nutzung mehrerer SIM-Cards sind laut Studie: die Trennung von privaten und geschäftlichen Anrufen, die Nutzung verschiedener Telefonnummern für Gespräche mit verschiedenen Personen sowie die Beibehaltung einer alten SIM-Karte nach dem Kauf eines neuen Mobiltelefons. Als weitere Gründe nannten die Umfrage-Teilnehmer Reisen ins Ausland, billigere Auslandsgespräche, Gratis-SIM-Karten oder Freiminuten sowie die Inanspruchnahme von günstigen Tarifen und Werbeangeboten.
Kommt bald die „auflagenlose“ SIM-Karte?
Um sich Anteile im hart umkämpften Handymarkt zu sichern, haben Mobilfunkanbieter inzwischen die Verfügbarkeit von SIM-Karten und sogar Gratis-SIM-Cards erhöht. Wie aus der Nielsen-Studie hervorgeht, werden viele dieser Zusatz-Karten jedoch nicht genutzt oder nur für einen begrenzten Zeitraum aktiviert. In Zukunft werden die Mobilfunkbetreiber größere Anstrengungen unternehmen müssen, um teurere Dienste und modernere Telefone an die Verbraucher zu verkaufen.
Die Marktanalysten von The Nielsen Company vermuten daher, dass der „auflagenlose“ SIM-Karten-Vertrag bald Standard werden könnte. Der Nutzer hätte hier die vertraglichen Vorteile quasi von Monat zu Monat, er könnte den Vertrag jederzeit nach 30 Tagen kündigen. „Wenn es den Anbietern gelingt, die Nutzer davon zu überzeugen, mehrere SIM-Karten zu kaufen, was normalerweise mit dem Besitz mehrerer Geräte einhergeht, könnten sich ihre zukünftigen Erträge durch die zusätzliche Nutzung von Sprach-, SMS- und Datendiensten deutlich verbessern“, so das Fazit der Customer-Insight-Umfrage.
Autor: FN
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