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Schützen Sie Ihr Handy vor Diebstahl und Datenklau

Kann ein Handy schreien? In Großbritannien ist das jetzt möglich: die britische Firma Remote XT bringt Mobiltelefone per Fernsteuerung zum Kreischen. Und zwar dann, wenn das Gerät über die Hotline als gestohlen gemeldet wird.

Das Handy beginnt, markerschütternde Schreie auszustoßen und lässt sich nur durch Entfernen des Akkus stilllegen. Sobald das Gerät wieder über Strom verfügt, etwa weil eine andere SIM-Card eingesetzt werden soll, geht das Geschrei weiter. Das Mobiltelefon wird somit für Diebe unbrauchbar. Überdies werden alle sensiblen Daten wie Telefonnummern, Termine oder SMS gelöscht. Vor der Löschung werden die persönlichen Daten auf den Firmenserver übertragen und so für den Kunden gerettet. Der Service wird in Großbritannien sehr gut angenommen, er kostet umgerechnet 15 Euro im Monat.

Handy-Diebstahl: Mobiltelefone oft begehrte Beute

Laut Statistik wird in England alle 15 Sekunden ein Mobiltelefon gestohlen. Auch auf dem europäischen Kontinent sind Handys eine begehrte Beute für Langfinger. Die vier am häufigsten gestohlenen Geräte sind: Nokia 6230 (15,4 Prozent), Samsung SGH-D500 (8,2 Prozent), Motorola RAZR (5,4 Prozent) und Sony Ericsson K700i. In Deutschland gibt es bereits jetzt mehr Mobiltelefone als Einwohner. Viele Geräte sind technisch hochentwickelt und an das Internet angeschlossen. Das macht sie über Hackerprogramme angreifbar. Handys beinhalten zudem eine Vielzahl an persönlichen, sehr sensiblen Daten. Darum sollten Sie unbedingt einige grundlegende Sicherheitsmaßnahmen beachten. Nur so können Sie sich erfolgreich vor dem Diebstahl Ihres Mobiltelefons oder dem virtuelle Zugriff auf sensible Daten schützen. Der Bundesverband Informationswirtschaft Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) hat einen Leitfaden zusammengestellt zur sicheren Nutzung von Handys und Smartphones.

Die IMEI Gerätenummer

Jedes Handy mit GSM- oder UMTS-Anschluss hat eine 15-stellige Seriennummer, die „International Mobile Equipment Identity“ (IMEI). Diese Nummer steht auf der Verpackung sowie auf einem Aufkleber im Akkufach. Sie kann auch über die Tastenkombination *#06# abgefragt werden. Wird ein Mobiltelefon gestohlen, kann die Polizei das Gerät dank IMEI einem bestimmten Delikt zuordnen. Notieren Sie sich also unbedingt die Gerätenummer Ihres Handys, denn nur unter Angabe dieser Nummer kann das Gerät dem rechtmäßigen Eigentümer zurückgegeben werden.

Wichtig: PIN-Codes

Alle Handys können über den PIN-Code gesperrt werden. Nutzen Sie diese Möglichkeit. Eine Sperrung verhindert, dass Unbefugte die Einstellungen verändern, Software installieren oder das Gerät anderweitig nutzen. Es gibt verschiedene Sicherheitsstufen, die normalerweise im Menu unter „Sicherheitseinstellungen“ verändert werden können.

Jeder Handy.Nutzer sollte als Basisschutz die PIN-Abfrage bei Einschalten des Gerätes aktivieren. So wird ausgeschlossen, dass Dritte die SIM-Karte eines ausgeschalteten Gerätes aktivieren und etwa auf Ihre Kosten telefonieren. Dieser Basisschutz verhindert allerdings nicht, dass Unbefugte Ihr Handy mit einer eigenen SIM-Karte benutzen.

Wünschen Sie eine höhere Sicherheitsstufe, sollten Sie die PIN-Abfrage auch beim Wechsel der SIM-Karte aktivieren. Der PIN-Code muss nun nicht nur beim Einschalten des Mobiltelefons sondern bei jedem Wechsel der Karte eingegeben werden. Das Gerät wird so für Diebe unbrauchbar. Wenn Sie selbst mehrere SIM-Cards benutzen, können Sie diese in der Regel im Gerät registrieren. Dann wird der PIN-Code nur beim erstmaligen Einlegen einer neuen Karte abgefragt. Oder Sie können die PIN-Codes für die SIM-Karten identisch einstellen. Damit vermeiden Sie, dass Sie jedes Mal nacheinander die Karten-PIN und Geräte-PIN eingeben müssen.

Sollten Sie Ihr Handy häufig im eingeschalteten Zustand unbeaufsichtigt liegen lassen, wäre eine automatische Sperrung sehr wichtig: das Gerät wird dann nach längerer Inaktivität gesperrt, die wiederholte Eingabe des PIN-Codes ist erforderlich.

Effektiver Handy-Schutz: Nur kontrollierte Datenübertragungen

Verfügt Ihr Mobiltelefon über eine Bluetooth-, W-LAN- oder Infrarot-Funktion, sollte das Gerät im inaktiven Zustand auf „unsichtbar“ eingestellt sein. Schalten Sie die Übertragungsfunktion nur ein, wenn Sie das Gerät gezielt benutzen.

Niemals sollten Dateien mit unbekannter Herkunft geöffnet oder auf dem Handy installiert werden. Es könnte sich um gefährliche Hackerprogramme handeln, die auf Ihre sensiblen Daten zugreifen wollen.

Daten verschlüsseln

Eine sehr hohe Sicherheitsstufe wird durch das Verschlüsseln von Daten, ganz oder teilweise,  erreicht. Dafür gibt es spezielle Software-Programme. Wenn Sie sensible Daten im Gerät und auf den genutzten Speicherkarten verschlüsseln, können Unbefugte bei einem Verlust des Gerätes nicht auf diese gespeicherten Daten zugreifen.

Extra-Schutz für Smartphones

Smartphones verfügen über umfangreiche Betriebssysteme und sollten ähnlich wie ein PC geschützt werden. Viele Hersteller bieten Sicherheitsprodukte wie Virenscanner und Firewalls an, die besonders wichtig sind beim Surfen im Internet und beim Lesen von E-Mails. Manche Mobilfunkanbieter haben diese Sicherheitsmaßnahmen schon in ihr System integriert. Daher sollten Sie im Einzelfall genau prüfen, welche Maßnahmen sinnvoll sind.

Daten vollständig löschen

Hat Ihr mobiles Endgerät ausgedient, sollten Sie alle gespeicherten Daten sorgfältig entfernen. Der interne und externe Speicher (z.B. die Speicherkarte) lassen sich durch mehrfaches Überschreiben mit einer speziellen Software löschen. Muss Ihr Mobiltelefon wegen eines Defektes an den Hersteller zurück geschickt werden, gilt derselbe Rat: sichern Sie die Daten und löschen oder verschlüsseln Sie das Gerät. So können Sie sicher sein, dass Ihre Daten nicht in falsche Hände gelangen.

Autor: FN

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