Vorhang auf für das GPS-Handy
12.06.2008
Wo ist der nächste Biergarten? Wo sind Andreas und Maike? Und wie wird das Wetter heute Abend? Das GPS-Handy gibt Antworten auf diese wichtigen Fragen. Mittels Satellitenortung und standortbezogener Dienste (LBS) liefert es dem Nutzer wertvolle Informationen zu seiner direkten Umgebung.
Immer mehr Mobilfunkkunden interessieren sich für Location based Services. Wie aus einer aktuellen Studie von ABI Research hervorgeht, werden derzeit 515 Millionen US-Dollar mit den lokalen Diensten verdient, bis 2013 sollen die Umsätze auf 13,3 Milliarden US-Dollar steigen. Zu hohe Mobilfunkgebühren sowie der Mangel an entsprechenden Diensten und passenden Endgeräten hatten die Verbreitung der LBS bis vor kurzem gebremst. Das soll sich nun ändern, meinen die Marktanalysten: die Zeit des tauglichen GPS-Handys ist gekommen.
Apple, Google und UMTS sind die Treiber
„Das iPhone hat den Durchbruch gebracht“, sagte der Software-Ingenieur und Leiter der Forschungsabteilung bei Yellowmap, Bernhard Kölmel vor kurzem in der „Zeit“. Obwohl Apple mit seinem ersten Mobiltelefon nicht einmal zwei Prozent Marktanteil erreichen konnte, fiel dem Unternehmen doch eine Vorreiterrolle zu. Inzwischen haben sämtliche Handy-Hersteller elegante Geräte in ihrem Programm, die sich mit einfachen Fingerbewegungen steuern lassen. Dazu hat Google ein Betriebssystem vorgestellt, dass Lagesensoren und Positionsinformationen nutzt, um einen 3D-Stadtplan auf das kleine Handy-Display zu bringen. „Bei LBS ist Google allen anderen Entwicklern weit voraus“, meint der o2-Produktmanager Umut Harmanciogly. So weit, dass die meisten Netzbetreiber das vorinstallierte Google-Maps-Programm an ihre Kunden weitergäben, anstatt ein eigenes Angebot vorzubringen.
Acht Jahre nach der Vergabe der UMTS-Lizenzen in Deutschland steht das mobile Internet kurz vor dem Sprung auf den Massenmarkt. „Mit 8,7 Millionen UMTS-fähigen Geräten ist der Knoten jetzt geplatzt“, urteilt auch der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth. Ein Tausendstel des gesamten deutschen Datenverkehrs läuft bereits heute über die Mobilfunknetze, das ist doppelt so viel wie 2007.
Vielfältiger Einsatz für GPS-Handys
Branchenkenner erwarten sogar, dass in naher Zukunft jedes Mobiltelefon mit einem Ortungssystem ausgestattet sein wird. So sagt der Vizepräsident der Fachhochschule Oldenburg, Manfred Weisensee:„In absehbarer Zeit wird jedes Handy ein integriertes Positionssystem haben“. GPS-Handys können in vielen unterschiedlichen Bereichen eingesetzt werden: beispielsweise als Navigationsgerät auf Reisen, im Auto oder am Fahrrad, ein versteckter Einbau kann im Falle eines Diebstahls helfen. Sehr beliebt sind, wie eingangs erwähnt, Freizeit-Funktionen wie Freundesuche („friend finder“), Gastro-Services oder Veranstaltungskalender für die eigene Stadt. GPS-Handys finden aber auch im Gesundheitswesen Verwendung: kranke oder pflegebedürftige Menschen können beispielsweise mit einem Empfänger ausgestattet werden, der ihre Werte überwacht und im Notfall per GPS und Mobilfunk Alarm schlägt.
Autor: FN
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