Volle GEZ-Gebühr für UMTS-Handys?
04.01.2010
Gegen Pläne der GEZ, Besitzer von internetfähigen Handys die volle Fernseh- und Rundfunkgebühr von monatlich 17,98 Euro zahlen zu lassen, hat sich der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. gewandt. Er sieht in dem geplanten Gebührenmodell der GEZ „einen künstlich geschaffenen Wachstumshemmer für die gesamte Internetbranche in Deutschland“, so teilt eine Pressemitteilung des Verbandes mit. Wer zusätzlich zu einem UMTS Tarif eine GEZ-Gebühr entrichten muss, werde sehr schnell den Spaß am Surfen mit dem Handy verlieren.
„So sollen laut Medienberichten alle Internetnutzer ohne Fernseher einheitlich zu GEZ-Vollzahlern werden“ so der BVWD in seiner Erklärung. Dies betreffe unter anderem junge Nutzer, die das mobile Internet täglich in Anspruch nähmen - „allerdings kaum öffentlich-rechtliche Inhalte“. Sie würden ohne Ermäßigung zur Kasse gebeten. Die Entscheidung über die neue GEZ-Gebührenordnung soll 2010 durch die Ministerpräsidenten der Länder fallen.
„GEZ bremst Wachstum der Mobilfunk-Branche“
„Die Nutzung des Webs mit einer allumfassenden GEZ-Gebühr zu belegen, wäre ein deutlicher Hemmschuh für die weitere Entwicklung des Internets in Deutschland. Das Web ist das Medium unserer Zeit und wird zukünftig noch eine bedeutendere Rolle in der Gesellschaft spielen“, sagte BVDW-Präsident Arndt Groth von der Adconion Media Group. „Als Motor traditioneller Industriezweige, neuer Vertriebswege und Geschäftsmodelle darf die digitale Wirtschaft in Deutschland nicht den internationalen Anschluss verlieren. Das gilt besonders bei der Etablierung des noch jungen mobilen Internets.“
„Seit Jahren arbeiten wir daran, dass mobiles Internet in Deutschland zu etablieren. Wenn zu den Kosten für Handy-Vertrag und Datenflatrate noch zusätzlich rund 18 Euro pro Monat entrichtet werden müssen, würden viele Anstrengungen der letzten Jahre ausgebremst“, ergänzt Mark Wächter von der Firma MWC.mobi, Vorsitzender der Fachgruppe Mobile im BVDW. „Im internationalen Vergleich hinkt Deutschland bei der Nutzung des mobilen Internet noch hinterher. Gerade mobile Datengeräte der iPhone-Generation sorgen hierzulande für den derzeit benötigten Wachstumsschub, der durch eine zusätzliche GEZ-Gebühr gebremst würde.“
Autor: ET
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