Mobile E-Mail: verschiedene Übertragungswege
19.06.2008
Die E-Mail ist der meistgenutzte Dienst des Internets. Das tägliche Abrufen des elektronischen Postfachs ist vor allem für Geschäftsleute unerlässlich. Die neue Generation der Mobiltelefone macht den mobilen Zugriff auf das Internet und somit auch auf die eigenen E-Mails möglich. In Deutschland besitzen bereits 20 Millionen Nutzer ein UMTS-Handy, mit dem sie jederzeit und überall ihre E-Mail-Konto überprüfen können.
Begünstigt wird das mobile Surfen auch durch die aktuellen Preissenkungen bei den Datentarifen. Das Abrufen der E-Mails über das Handy ist somit für die Masse der Verbraucher erschwinglich geworden. Wie aber kommt die E-Mail konkret auf das Mobiltelefon, welche Übertragungstechniken stehen zur Wahl?
Post fürs Handy: E-Mail-Client
Internetfähige Handys in der Preisklasse ab 150 Euro besitzen laut Markus Eckstein von der TK-Zeitschrift „connect“ in der Regel einen E-Mail-Client: dieses Programm ermöglicht den Zugriff auf E-Mail-Konten. „Wurde das Gerät direkt beim Mobilfunkanbieter gekauft, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass alle nötigen Einstellungen bereits vorgenommen wurden“, sagt Eckstein.
Oft ist jedoch der Nutzer gefragt, eine gewisse Konfiguration selbst vorzunehmen. So müssen Benutzername und Passwort eingegeben sowie ein paar Angaben zum Server des Mail-Anbieters gemacht werden. Diese Informationen findet der User meist auf der Internetseite des Anbieters. Die Konfiguration der mobilen E-Mail ähnelt der Einrichtung einer E-Mail-Software auf dem Rechner. Wer also schon einmal Outlook oder ein anderes E-Mail-Programm auf dem PC konfiguriert hat, sollte kein Problem mit dem Dienst auf dem Handy haben.
Spam aussortieren spart Geld
Bei der Einstellung des Clients sollte der Nutzer darauf achten, dass zunächst nur der E-Mail-Header, also Absender und Betreff, auf dem Handydisplay angezeigt wird. Ist die Nachricht von Belang, kann der User sie mit einem Tastendruck vollständig aufs Handy laden und lesen. Wertlose Spam-Mails werden so aussortiert, der Nutzer spart unnötige Übertragungskosten. „Man sollte die Tarife dennoch im Blick behalten“, mahnt der „connect“-Redakteur. „Wer nur gelegentlich eine Mail aufs Handy lädt, ist mit den Datentarifen der Billig-Anbieter wie Blau.de oder Simyo gut bedient – hier wird ein Megabyte mit 24 Cent berechnet“, so Eckstein. Eine E-Mail, die lediglich Text enthält, umfasst meist nur ein paar Kilobyte. User, die ihr Mobiltelefon hingegen intensiv fürs Mailen und Surfen verwenden, sollten sich über pauschal vergütete Datentarife, sprich Flatrates, informieren.
Browser-basierte Lösungen und Mischformen
Eine zweite Möglichkeit, elektronische Nachrichten auf dem Handy zu lesen, sind Browser-basierte Lösungen: Freemail-Anbieter wie WEB.DE oder GMX bieten ihren Kunden zwar den Zugriff über einen Client. Seit kurzem besteht jedoch auch die Möglichkeit, E-Mails von diesen beiden Anbietern per Handy-Browser abzurufen. Zuerst muss sich der Nutzer über den PC einloggen und sich von seinem E-Mail-Provider einen Link aufs Mobiltelefon schicken lassen. Der wird im Gerät gespeichert. Will der User in Zukunft mit dem Handy auf seine Mails zugreifen, braucht er nur noch den Link anzuklicken und gelangt sofort auf eine entsprechend optimierte Website. Bequem ist bei diesem Übertragungsweg, dass die Konfiguration wegfällt. Ein Nachteil der Browser-basierten Lösungen ist allerdings, dass man sich jedes Mal einloggen muss, um eine E-Mail lesen zu können.
Programme, wie sie von den Internetportalen Yahoo! und Google für das Handy angeboten werden, stellen eine Mischform dar. Kunden von Yahoo! Mail können sich eine entsprechende Software auf ihr mobiles Endgerät laden. Beim ersten Zugriff auf eine E-Mail muss der Nutzer für eine Verbindung ins Internet sorgen. Möchte er die Mail dann später noch einmal lesen, ist keine Online-Verbindung mehr nötig. Die Software von Yahoo! oder Google muss aber jedes Mal gestartet werden.
BlackBerry und Push-Mail-Services
Das BlackBerry-Smartphone der kanadischen Firma „Research in Motion“ (RIM) unterstützt einen Push-Dienst für E-Mails. Im Gegensatz zum herkömmlichen Übertragungsverfahren, wo die Nachrichten extra abgerufen werden, überträgt der Push-Dienst E-Mails permanent vom Server auf das Handheld. Das Gerät wird also immer auf dem neuesten Stand gehalten, solange eine Verbindung besteht. Dieser Push-Mail-Service ist allerdings mit Zusatzkosten verbunden.
Der Anbieter Cortado hat einen kostenlosen E-Mail-Push-Dienst für jene Handys im Programm, die den sogenannten IMAP-Standard unterstützen. Das gebührenfreie Programm finanziert sich über Werbung, der Kunde muss also ab und an eine Werbe-Mail in Kauf nehmen. GMX bietet einen Push-Dienst für zahlende Kunden mit IMAP-fähigen Endgeräten. Unter Umständen kann auch eine Einstellung am Handy weiterhelfen: Bei manchen Modellen lässt sich eine automatisierte Abfrage einstellen. Der Nutzer kann seinen Client auf dem Handy so aktivieren, dass dieser das E-Mail-Konto in bestimmten Zeitabständen kontrolliert.
Autor: FN
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