Fußball-EM auf dem Handy: kostenlos dank DVB-T
22.04.2008
Fußballfans aufgepasst: Der Mobilfunkanbieter Vodafone hat zwei neue Handy-Modelle angekündigt, die über eine ausziehbare Antenne DVB-T-Signale empfangen können. Im Mai sollen diese beiden Geräte nun auf dem deutschen Markt eingeführt werden. Das HB620T kommt vom südkoreanischen Hersteller LG, das G-Smart T600 von der taiwanesischen Firma Gigabyte. Auch T-Mobile wird ein entsprechendes Angebot mit dem LG-HB620T starten.
Auslöser für diese Strategie ist die bevorstehende Fußball-Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz. Über den Standard „Digital Video Broadcasting Terrestrial“ (DVB-T) kann man kostenlos digitales Fernsehen nutzen. Die Provider hoffen dementsprechend, dass die Fußball-EM für einen guten Absatz der Geräte sorgen wird: „Damit kommt echtes Fernsehen auf das Handy, so wie man es aus dem Wohnzimmer kennt“, schwärmt ein Sprecher von Vodafone.
Konkurrenz zum gebührenpflichtigen DVB-H
Der Preis für beide Handys soll mit Vertrag bei rund 100 Euro liegen. Zu den Tarifinhalten gibt es noch keine Angaben. Wer sich vor Beginn der EM ein DVB-T-fähiges Mobiltelefon zulegt, kann die Fußballspiele über die Signale von ARD und ZDF empfangen. Diese Sender besitzen die Übertragungsrechte an dem Sportereignis. Es wird keinen UMTS-Livestream der Spiele aus Österreich und der Schweiz über die Netze von Vodafone D2 oder T-Mobile geben. Dennoch kündigen beide Anbieter eine begleitende Berichterstattung und verschiedene Services rund um die Europa-Meisterschaft an.
Interessant ist diese Aktion vor dem Hintergrund einer Auseinandersetzung in der Europäischen Union: Die EU-Kommission und das von Medienkonzernen dominierte Konsortium „Mobile 3.0“ haben sich für das verwandte Format DVB-H („Digital Video Broadcasting Handhelds“) ausgesprochen. Dieses Format ist speziell auf mobile Endgeräte (engl. handhelds) zugeschnitten, im Gegensatz zum kostenlosen DVB-T wird der Empfang aber gebührenpflichtig sein. Sollte sich Handy-TV über den kostenlosen Weg, also über DVB-T, durchsetzen, wäre das eine Schlappe für die EU und das Konsortium.
Autor: FN
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