Handy-TV über Satelliten-Technologie
30.07.2008
Handy-Fernsehen hat in Deutschland noch nicht so recht Fuß gefasst. Die flächendeckende Einführung des Mobile TV zur Fußball-Europameisterschaft im Juni war gescheitert, ein brancheninterner Machtkampf zwischen den Standards DVB-H (gebührenpflichtig), DVB-T (kostenloses terrestrisches Digitalfernsehen) und DMB (im April eingestellt) hat die Nutzer zusätzlich abgeschreckt.
Nun ist die Satelliten-Technologie ins Gespräch gekommen: Die Unternehmensberater von Frost & Sullivan prognostizieren dem europäischen Markt für Sat-TV ein boomartiges Wachstum. Wie aus einer aktuellen Studie des Unternehmens hervorgeht, sollen die Umsätze von mageren 1,92 Millionen Euro im Vorjahr auf 3,3 Milliarden Euro im Jahr 2014 klettern.
Studie erwartet boomartiges Wachstum für Handy TV per Sat
„Die Distribution und Übertragung via Satellit – entweder über Hybridnetz oder Backhaul – wird erheblich zum Erfolg von Mobil-TV beitragen“, meint Natalie Bentz, Marktforscherin bei Frost & Sullivan. Die Satelliten-Technologie biete eine kostengünstige und zuverlässige Lösung sowohl für die Mobilfunkanbieter als auch für die Kunden, ist die Analystin überzeugt.
DVB-SH (Digital Video Broadcasting-Satellite Services to Handhelds) basiert auf dem Schwesterstandard DVB-H (Digital Video Broadcasting-Handhelds) und stellt einen Hybrid-Mix aus Satelliten- und terrestrischer Technologie dar. Handy-TV über DVB-SH könnte laut Frost & Sullivan ländliche Regionen und Städte gleichermaßen abdecken. Dabei soll die geplante europaweite Einführung des S-Bandes (2,7–3,5 GHz) für eine Netzabdeckung ohne Qualitätsverlust sorgen. Die Nutzung von Backhaul-Services („Rücktransport“) sei bei Daten- und Videodiensten inzwischen etabliert, so Bentz. Davon könnten auch Anbieter von mobilem Fernsehen profitieren. Backhaul erfordere laut Studie weder spezielle Geräte noch eine direkte Verbindung zwischen Satellit und Handynutzer. Allerdings sei die Konkurrenz der erdgebundenen Lösungen groß. Dementsprechend geht man bei Frost & Sullivan davon aus, dass die terrestrischen Anbieter vor der breiten Verfügbarkeit der Sat-Lösung bereits einen festen Marktanteil erobern werden. Ein Blick nach Italien zeige dennoch das große Potenzial für diesen Markt, schließt der Report: Dort wurden Hybridlösungen für Handy-TV bereits sehr erfolgreich angenommen.
Autor: FN
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