Handy-TV: jetzt hat DVB-T die Nase vorn
19.05.2008
Der Wettkampf um das deutsche Handy-TV geht in eine neue Runde: Der Standard DVB-T (kostenloses terrestrisches Digitalfernsehen) hat nun die Spitzenposition besetzt und seine Konkurrenten verdrängt. Kurz vor Anpfiff zur Fußball-Europameisterschaft liefern sich die Anbieter von Mobilfunk und Digitalem Fernsehen ein rasantes Rennen um die potentiellen Handy-TV-Zuschauer.
Ursprünglich waren drei unterschiedliche Standards für den mobilen Fernsehempfang gestartet. Der DMB-Standard („Digital Multimedia Broadcasting“) blieb als erster auf der Strecke: Ende April stellte der Betreiber „Mobiles Fernsehen Deutschland“ (MFD) sein Angebot „watcha“ ein. Nun galt das gebührenpflichtige DVB-H („Digital Video Broadcasting-Handhelds“) als Favorit, zumal die EU diesen Standard europaweit durchsetzen möchte. Finanziert wird DVB-H von Verlagen wie Burda und Holtzbrinck, gefördert wird der Standard durch das Betreiberkonsortium „Mobile 3.0“.
Das TV-Handy LG HB620T
Mitte April kam dann die Schlappe für DVB-H: wie berichtet mussten die Betreiber des Standards öffentlich erklären, dass DVB-H bis zur Fußball-EM wohl doch nicht deutschlandweit auf Sendung gehen werde. Schuld sei die zögerliche Vergabe der Sendelizenzen durch die Landesmedienanstalten. Die Mobilfunkbetreiber reagierten sofort. Inzwischen haben viele Provider Handy-Modelle für den Empfang von DVB-T in ihr Angebot aufgenommen.
Vodafone hatte das DVB-T Handy LG HB620T bereits im April angekündigt. Über eine ausziehbare Antenne empfängt das Klapp-Handy deutschlandweit und ohne zusätzliche Kosten DVB-T-Signale. Ein zwei Zoll großes TFT-Display im Querformat sowie eine Darstellung mit 262.000 Farben sorgen für eine angenehme Optik. Laut Hersteller soll Handy-Fernsehen bis zu 2,5 Stunden lang möglich sein. Neben dem integrierten TV-Empfang bietet das LG HB620T sämtliche Funktionen eines modernen Mobiltelefons. Vodafone hat zunächst einen Verkaufspreis von 99,90 Euro in Verbindung mit der „SuperFlat“ angekündigt, Nachbesserungen bei diesem relativ hohen Preis sind zu erwarten. Als einziger Provider will Vodafone auch ein zweites Handy-Modell für den DVB-T-Empfang anbieten: Das Smartphone T600 des taiwanesischen Herstellers Gigabyte soll zusammen mit einem „SuperFlat“-Vertrag 289,90 Euro kosten.
Alle Anbieter im Überblick
Das TV-Handy LG HB620T gibt es ab sofort bei dem Anbieter The Phone House mit Vertrag für einen Euro. Auch die Provider debitel und Talkline bieten das Gerät bei einem Laufzeitvertrag von 24 Monaten zum Preis von einem Euro an. T-Mobile verlangt für eben dieses Mobiltelefon mit Vertrag zwischen 4,95 und 189,95 Euro. Bei o2 kostet das LG HB620T in Verbindung mit den Tarifen „Genion L & XL“ 9,99 Euro. Das TV-Handy ist auch ohne Vertrag zu haben: The Phone House verlangt 399 Euro, T-Mobile 369,95 Euro, o2 berechnet 419,99 Euro.
Wichtig für die Nutzer ist es allerdings, vor dem Kauf eines DVB-T-fähigen Handys abzuklären, ob in der eigenen Stadt tatsächlich ein guter Empfang der digitalen Fernsehsignale gewährleistet ist. Die DVB-T-Plattform www.ueberallfernsehen.de informiert die potentiellen Handy-TV-Zuschauer über die aktuelle deutschlandweite Abdeckung und gibt weitere nützliche Tipps zur Nutzung des DVB-T-Standards.
Autor: FN
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